„Sobald man in eine Lok steigt, ist die Verantwortung da!“

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Die glücklichen Absolventen mit ihren Ausbildern Bernd Fiske und Andreas Ferch. (Foto: Heike Cervellera)
 
Ahmet Orhan wird demnächst nicht nur Güter, sondern auch Personen befördern. (Foto: Heike Cervellera)

Es gibt Berufe, die erfordern weniger Verantwortung und es gibt Berufe die erfordern sehr viel Verantwortung. Der Triebfahrzeugführer ist so einer.

Gerade haben 13 Teilnehmer ihre Weiterbildung zum Triebfahrzeugsführer bei der NIAG beendet. Zehn Monate hat die komprimierte Weiterbildung die die jungen Männer absolviert haben, gedauert. Voraussetzung für die Weiterbildung ist eine technische oder handwerkliche Ausbildung oder der Nachweis, dass drei Jahren in einem solchen Betrieb durchgängig gearbeitet wurde.

Die Zahl der Interessenten ist groß- so groß, dass drei Weiterbildungsjahrgänge parallel laufen könnte, wie Marion Lätzsch, stellvertretende Leiterin des NIAG-Bildungszentrums, erzählt. Die Eingangsvoraussetzungen sind dabei gar nicht mal so einfach: „Das Führungszeugnis der Teilnehmer muss einwandfrei sein und sie müssen zudem einen ärztlichen und psychologischen Test bestehen“, erklärt Lätzsch.

Insbesondere das Verantwortungsbewusstsein ist bei diesem Beruf von besonderer Bedeutung, so Lätzsch weiter, „wenn die Teilnehmer mit ihrer Lok alleine unterwegs sind, können sie bei Problemen nicht mal eben den gelben Engel anrufen.“

Große Nachfrage an Lokführern


Da die Nachfrage nach Lokführern, wie es umgangssprachlich heißt, relativ groß ist, melden sich nicht nur junge Männer für die Weiterbildung, sondern auch ältere, die umschulen möchten.

Genauso hat es der 48-Jährige Ahmet Orhan gemacht: Er hat 25 Jahre in der Automobilindustrie gearbeitet, bevor das Werk, in dem er gearbeitet hat, geschlossen wurde. Er hat die Idee eine Weiterbildung als Lokführer zu machen, von einem Bekannten bekommen und fand diese direkt interessant: „Die Logistikbranche boomt und es wird auch in Zukunft eine Menge Jobs geben, somit war die Entscheidung für mich schnell gefallen.“

Der 26-Jährige Shiar Oso hat eine Ausbildung zum Mediengestalter absolviert, bevor er die Weiterbildung zum Lokführer begonnen hat. Da er in seinem Bereich keinen Job bekommen hatte, hat er erstmal am Flughafen als ‚Packer‘ gearbeitet. Der sympathische, junge Mann wollte aber einen Job mit Zukunftsperspektiven: „Ich wollte einen Job, den ich auch noch in fünf oder zehn Jahren machen kann. Mein Arbeitsberater hat mich dann auf die Weiterbildung aufmerksam gemacht und daraufhin habe ich mich beworben.“

„Von nichts, kommt nichts.“


Natürlich sei die Weiterbildung kein Zuckerschlecken, aber Oso betont: „Von nichts kommt nichts.“ Nach der Schule mussten die Teilnehmer oft noch zur Schule weiter lernen, um den Stoff zu beherrschen. Oso macht aber allen, die eine Weiterbildung in dem Bereich anstreben Mut: „Wenn Ahmet und ich das schaffen, schaffen andere das auch!“

Die ersten Erfahrungen als Lokführer waren spannend, berichtet Orhan: „Wir haben zum Teil Züge gefahren, die 2.500 Meter lang sind. Wenn man dann aus dem Fahrerfenster schaut, fragt man sich ‚Fahre ich gerade diesen Zug?‘“
Die beiden Männer haben, wie auch die anderen elf Teilnehmer alle einen Job bekommen. Oso bei der UTG, der Tochtergesellschaft der NIAG und Orhan beim National Express, dem Newcomer auf dem Deutschen Verkehrsmarkt.
Für die Zukunft wünschen die beiden sich vor allem unfallfreie Fahrten und freuen sich auf die Verantwortung, die sie von nun an tragen beziehungsweise fahren werden.

Der Start der neues Fortbildungsseminar ist am 22. März. Im Moment sind noch freie Plätze vorhanden. Bewerbungen können unter der E-Mailadresse bildung@niag-online.de eingesendet werden.
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