Was tun im Todesfall? Eine Checkliste

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Ein Trauerfall kommt oft unerwartet. Dann müssen plötzlich wichtige Entscheidungen innerhalb kürzester Zeit getroffen werden. (Foto: privat)
 

Nichts im Leben ist so gewiss wie die Erkenntnis, dass wir sterben müssen. Trotzdem spielt der Tod im Alltag kaum eine Rolle; er wird so gut es geht verdrängt. Doch spätestens dann, wenn ein Familienmitglied oder ein Freund stirbt, stellt sich die Frage: Was ist zu tun?

Oft trifft uns der Tod eines Angehörigen oder Bekannten unvorbereitet. Es fallen zahlreiche Aufgaben und Formalitäten an, mit denen man sich nie zuvor befasst hat. Als erste Orientierungshilfe für den Todesfall hier eine Checkliste der wichtigsten Schritte, die zu unternehmen sind:

Unmittelbar nach dem Eintreten des Todes:

> Die erste Amtshandlung nach dem Tode eines Menschen ist die Feststellung des Todes durch einen berechtigten Arzt. Dieser stellt den Todesschein aus.
> Der nächste Schritt für den Hinterbliebenen ist die Prüfung der letzten Verfügungen des Verstorbenen (etwa zur Bestattungsart) und die Sicherung seiner Wertsachen und Papiere, wie Ausweis, Testament, Versicherungs- und Bankunterlagen.
> Ebenfalls eine der ersten Aufgaben ist auch die Information der nahen Angehörigen. Oft finden sich in der Hinterlassenschaft auch Adresslisten oder Telefonnummern, die bald benötigt werden. Ist vor dem Gang zum Bestatter noch etwas Zeit, dann ist die Zusammenstellung einer Liste all der Angehörigen, Freunde und Bekannten hilfreich, die informiert werden müssen.

Innerhalb von 36 Stunden nach dem Tod:

> Die Wohnung bzw. Haustiere und Pflanzen versorgen, gegebenenfalls Strom, Gas, Wasser abstellen.
> Den Bestatter auswählen, mit ihm abklären, welche Aufgaben er und welche die Angehörigen selbst übernehmen.
> Bestattung planen: Auswahl des Sarges, der Urne, der Totenbekleidung, die Grab- und Bestattungsart (Feuer, Erdbestattung, See- oder Baumbestattung) bestimmen sowie den Umfang der Trauerfeier festlegen.
> Abholung des Verstorbenen und Überführung des Leichnams in die Leichenhalle.
> Sterbefall beim Standesamt melden und Sterbeurkunde ausstellen lassen.
> Erbschein beim Nachlassgericht beantragen.
> Weitere Benachrichtigungen etwa an die Krankenkasse, die Lebens- und Unfallversicherung.
> Das Pfarramt benachrichtigen, falls kirchlicher Beistand erwünscht ist.
> Den Arbeitgeber des Verstorbenen verständigen; Bekannte und Verwandte kontaktieren.

Bis zur Trauerfeier und Bestattung:

> Friedhof und Grab auswählen. Grabnutzungsrechte erwerben bzw. verlängern.
> Termin für Bestattung mit dem Friedhofsträger / Grabstättenverwaltung festlegen.
> Bei Feuerbestattungen die Genehmigung des Krematoriums einholen.
> Terminabsprache und Trauergespräch mit dem Pfarrer oder Trauerredner.
> Aufsetzen einer Todesanzeige und Versenden der Trauerkarten.
> Grabschmuck für Trauerhalle und Grab bei Gärtnerei bestellen.
> Gaststätte für Totenmahl oder Beerdigungskaffee im Anschluss an die Beerdigung reservieren.

Nach der Trauerfeier oder der Beisetzung:

> Danksagungskarten verschicken und / oder Danksagungsanzeige per Zeitungsinserat aufgeben.
> Die laufenden Zahlungen abbrechen und Verträge, Mitgliedschaften, Miete, Abos, Strom sowie Telefon kündigen.
> Abmelden bei Versicherungen, Renten- und Krankenkasse, Firma, Behörden und Ämtern.
> Eine Akte mit wichtigen Dokumenten anlegen (z.B. Sterbeurkunde, Grabnutzung und Pflege, Abrechnungen).
> Räumung der Wohnung.
> Nach etwa sechs Wochen das Grab aufräumen und die Grabpflege organisieren.
> Nach etwa sechs Monaten einen Steinmetz für die Grabeinfassung und einen Grabstein beauftragen.
> Nach Erhalt des Erbscheins gegebenenfalls das Testament eröffnen lassen.
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Volker H. Glücks aus Neukirchen-Vluyn | 17.10.2013 | 19:53  
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