Die Welt der bunten Schachteln

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Sind die Gesellschaftsspiele eher Top oder ein Flop?! (Foto: Heike Cervellera)
 
Peter Neugebauer in seinem Element. Er erklärt den Teilnehmern die Spiele. (Foto: Heike Cervellera)

Was tun, wenn das Wetter mal wieder grau und ungemütlich ist? Keine Lust auf Fernsehen und Co? Wie wär's damit, mal wieder ein Gesellschaftsspiel hervorzuholen?

Gesellschaftsspiele, das sind nur Halma, Dame und Mensch ärger dich nicht und längst antiquitär? Von wegen! Der Gesellschaftsspielemarkt hat viel mehr zu bieten und lockt; nicht nur bei schlechtem Wetter; vom Fernseher und der Spielekonsole weg. Um die neusten Gesellschaftsspiele einmal kennen zu lernen, bietet die Vhs Moers einen Spiele-Abend mit Peter Neugebauer, Spielautor und -kritiker an.

Die Welt der bunten Schachteln ist Neugebauers Welt: „Meine Bekannten sagen immer scherzhaft, dass ich ein Stand- und ein Spielbein habe.“ Der Spielefan ist nämlich in seinem Alltag Lehrer. Seit 18 Jahren gibt er allerdings bereits Spieleseminare und arbeitet auch redaktionell bei einigen Spielen mit. Zur Auswahl hat Neugebauer 25 verschiedene Spiele mitgebracht. Die Liste ist lang: Von Kartenspielen über Familienspiele, kommunikative Spiele bis hinzu Würfel-Spielen ist alles dabei. Die Spiele, die Neugebauer mit dabei hat, sind allesamt neu. Mit dabei ist nicht nur das Spiel des Jahres 2015 „Colt Express“ von Ludonaute, sondern auch das Spiel, was Neugebauer als Spiel des Jahres 2016 favorisiert: „Ich glaube, das 'Karuba' von Haba dieses Jahr das Rennen machen wird.“

Bevor es ans Spielen geht, fragt Neugebauer in die Runde, wie wir die Verkaufszahlen von Gesellschaftsspielen einschätzen. Von 5.000 bis 20.000 ist alles dabei: „In der Regel verkauft sich ein Spiel im ersten Jahr zwischen 8.000 bis 13.000 mal. Das Spiel des Jahres hingegen verkauft sich bis zu 300.000 mal“, klärt der Spieleautor auf.

Nun geht es aber ans Spiele ausprobieren. In Vierer-Gruppe werden Spiele ausgesucht. Zusammen mit Anne, Heike und Oliver nehme ich mir als erstes das Spiel „Top & Flop“ von Kosmos vor. Hier geht es darum, Daten oder Zahlen von Ereignissen oder Fakten zu erraten. Die erste Frage lautet: Wie viele Meter hoch war die bislang höchste Absprunghöhe bei einem Fallschirmsprung? Die Lösung: 41.419 Meter. Gewusst hat's keiner von uns, es zählt aber das Ergebnis, was am nächsten dran liegt. Jeder darf seine Vermutung auf ein Täfelchen schreiben. Danach darf jeder zwei Chips auf die „Lösung“ legen, die er als richtig vermutet, also auch auf die „Lösung“ von den anderen. Unser Fazit: Zu viert ist das Spiel eher langweilig. Als Party-Spiel mit zehn Leuten ist es vielleicht etwas anderes.

Als nächstes probieren wir das Kartenspiel „3 sind eine zu viel!“ von Amigo aus. Die Spieleanleitung ist etwas komplizierter. Aber dafür steht Spieleautor Neugebauer zur Seite. Jeder Spieler bekommt acht Karten auf die Hand und muss diese ablegen. Zwei Karten einer Farbe sind gut, drei sind eine zu viel und es gibt Minuspunkte. Unser Fazit: Etwas Zeit benötigt man, um in das Spiel hineinzutauchen, aber dann macht es Spaß.

Nach einem Kartenspiel und einem kommunikativen Spiel wählen wir als Nächstes ein Würfel-Spiel: „Kribbeln“ von Ravensburger. Die Aufmachung erinnert an den beliebten Spieleklassiker „Kniffel“. Das Spiel ähnelt dem Prinzip auch, aber ist eine komplett neue Variante des Spieleklassikers. Bevor es ans Kribbeln gehen, wird Knabberzeug ausgepackt. Und dann geht’s los: Auch hier müssen, wie bei „Kniffel“, spezielle Kombinationen erwürfelt werden. Unser Fazit: Ein sehr kurzweiliges Spiel, das sehr viel Spaß macht.

Nach zweieinhalb Stunden habe ich zwei neue Spiele entdeckt, die auf meiner Einkaufsliste stehen, und zudem eine Menge Spaß gehabt. Eins ist sicher: Gesellschaftsspiele sind viel cooler als oftmals ihr Ruf. Beim nächsten regnerischen Tag heißt es für mich: Jetzt wird gespielt!
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