Pokémon-Go im Schlosspark Moers - von PokeStops, Eiern und Heiltrank

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Das neue Spiel führt die "Jäger" auch zu historischen Orten, Gedenktafeln oder Denkmälern, so lernt man nebenher seine Stadt genauer kennen. ^Fotos: Cervellera
 
"Voll New York-Style": Aktive Spielerin Jenny Golanski. (Foto: Heike Cervellera)

Überall laufen momentan Jugendliche und auch Erwachsene mit ihren Handys herum und spielen ein Spiel: Pokémon-Go. Im Moerser Schlosspark sind viele Lock-Module versteckt, die die Spieler anlocken.

Verwundert reiben sich Spaziergänger die Augen. Die heutige Jugend ist doch eher als Stubenhocker bekannt, aber was die Spaziergänger derzeit im Schlosspark sehen, lässt dieses Klischee alt aussehen. Zu Topzeiten tummeln sich hunderte von Pokémon-Go-Spieler im Park und jagen die kleinen Monster.
Drei von den Monsterjägern sind Robin Enders, Jenny Golanski und Anna Adam. Die drei sind seit dem ersten Tag mit dem Spielevirus infiziert, kennen die kleinen Pokémons aber auch noch von dem Videospiel, welches Ende der 90er Jahre erschien: „Wir haben total viel Pokémon-Stuff zuhause“, verrät Adam, die gemeinsam mit Golanski auch ein Pokémon-Tattoo hat: „Wir hatten unser Tattoo aber schon, bevor der Hype losging“, erklären die beiden Schülerinnen.
Richtig voll werde es gegen Abend. Dann sind locker 200 bis 300 Leute hier versammelt, die „gemeinsam Shisha-Rauchen und Pokémon spielen“, weiß Adam. Ausgestattet sind die meisten mittlerweile vollständig: „Eine Decke, Getränke und eine Powerbank zum Handy aufladen sollte man immer dabei haben“, so Enders. Die drei haben sich auch schon in anderen Städten umgesehen, aber so gut wie in Moers, sei es dort nicht gewesen: „Anfangs dachte ich, ich werde der Einzige sein, der hier herum läuft und Pokémon spielt. Dass das hier so boomt, hätte ich nicht erwartet“, verrät Enders.

40 Level laut Internet


Das Spiel Pokémon-Go ist ein positionsbezogenes Spiel, welches auf Smartphones oder Tablet mittels GPS den aktuellen Standort ermittelt. In dem Spiel können die Spieler virtuell Pokémons fangen. An so genannten Pokéstops, erhalten die Spieler bestimmte Spielgegenstände wie Eier, Pokébälle oder Heiltränke. Mittels der Pokébälle können die Spieler die Pokémons abwerfen und so einfangen. Dafür erhalten sie Bonbons und Sternenstaub und damit können die Spieler auf höhere Level kommen. Enders und Adam befinden sich zurzeit auf Level 15: „Laut Internet gibt es 40 Level“ berichtet Adam.
Insbesondere nachts herrsche eine ganz besondere Atmosphäre, berichten die drei: „Nachts sind zum Teil acht Lockmodule hier an. Das ist voll New York-Style“, so Golanski. Der einzige Nachteil sei die Laternennachtabschaltung ab 1 Uhr. „Dann sitzt man hier total im Dunklen. Das ist schon etwas gespenstisch“, so Adam. Das Gute sei aber, dass man extrem viele Leute kennenlerne.
Die Spaziergänger haben sich mittlerweile an die vielen Jugendlichen gewöhnt. Ein älterer Herr weist darauf hin, dass die Jugend doch lieber ein Buch lesen könne. Prinzipiell ist das Verständnis für das neue Spiel der Jugend aber gegeben und die meisten schätzen es, dass das Spiel zumindestens viele Jugendliche nach draußen hole.
Während wir uns auf dem Weg Richtung Innenstadt machen, kommen uns drei Teenies entgegen. Ihre Handys in den Händen und die Blicke stur nach unten gerichtet. Auf einmal ein lautes Aufquietschen: „Ein Ei, ein Ei“ und wenige Sekunden später „Ein Pikachu“. Pokémon-Go hat Moers infiziert!

Alle Fotos: Heike Cervellera
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1 Kommentar
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Willi (Wilfried) Proboll aus Kamp-Lintfort | 11.08.2016 | 18:37  
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