Abenteuer Amerika

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Ihr Freiwilliges Soziales Jahr macht Emily Albig in New Hampshire. Foto: Michael de Clerque

Emily Albig (18) macht ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in den USA. Am 10. November geht die Reise los. Ein Jahr lang wird sie in der „Tobias Community“ in New Hamphire leben und arbeiten. Um das FSJ zu finanzieren, sucht sie noch Sponsoren.

„Ich bin schon total aufgeregt und freue mich sehr auf die neue Aufgabe“, sagt Emily Albig. Für die 18-Jährige ist es die erste große Reise. Dann geht es gleich für ein Jahr auf die andere Seite des Atlantiks. In New Hamphire wird die Monheimerin ihr Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren.

Dort wird sie in der „Tobias Community“, einem Heim für behinderte Erwachsene, leben und arbeiten. „Ich hatte direkt nach der Schule keine Lust auf weiter lernen“, sagt Emily, die nach acht Jahren ihr Abitur am Otto-Hahn-Gymnsium gemacht hat und noch studieren möchte. „Ich habe überlegt, ob ich als Au Pair ins Ausland gehe, ‚Work and Travel‘ mache oder ein Freiwilliges Soziales Jahr“, erzählt sie. Das FSJ ist es geworden.

Der soziale Bereich ist auch naheliegend. Seit 2009 hat die 18-Jährige den Jugendleiterschein und sich ehrenamtlich bei vielen Projekten, Veranstaltungen und Ausflügen in Monheim engagiert. Sie hat beispielsweise eine integrative Kindergruppe geleitet, war als Betreuerin in der Stadtranderholung und auf dem Abenteuerspielplatz aktiv. In diesem Jahr hat sie außerdem bei der Evangelischen Jugend Monheim die Jugendfreizeit mitgeleitet. „Bisher hatte ich immer mit Kindern zu tun. Mit Erwachsenen zu arbeiten, wird etwas ganze Neues für mich sein“, sagt sie. „Ich bin auch gespannt, wie das Jahr mich selbst verändert.“

Zusammen mit vier weiteren Freiwilligen wird sie die Bewohner der „Tobias Community“ im Alter von 28 bis 65 Jahren im Alltag unterstützen. Die Aufgaben sind recht vielfältig, reichen von Hilfe beim Aufstehen und Anziehen über Freizeitgestaltung, bis hin zu Hilfe im Haushalt, beim Aufräumen und Kochen. Auch in den Werkstätten wird unterstützt. So ganz nebenbei wird Emily Albig dabei auch ihr Englisch aufbessern.

Die Organisation läuft auf deutscher Seite über die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners. Um den Aufenthalt zu finanzieren, baut Emily Albig einen Förderkreis auf. Privatpersonen oder Firmen können einmalig Zahlungen in einen solidarischen Freiwilligenfonds leisten. Jeder Spender erhält dafür eine Spendenbescheinigung.

Da die „Tobias Community“ nur für Unterkunft und Verpflegung aufkommt, werden aus dem Freiwilligenfonds vom gemeinnützigen Träger Aufwendungen wie Taschengeld, Versicherungen, Reise- und Betreuungs- und Vorbereitungskosten finanziert. Der Eigenanteil für Emily Albig liegt bei 3100 Euro.

Einen Großteil des Geldes hat sie selbst erarbeitet oder von Freunden und Verwandten bekommen. Weitere finanzielle Unterstützung kann sie aber noch brauchen. „Die Idee, die hinter dem Freiwilligenfonds steckt, ist, dass jeder die Möglichkeit haben soll, einen solchen Auslandsdienst zu machen“, erklärt sie.
Erste Kontakte zu anderen Freiwilligen vor Ort hat Emily Albig bereits über Facebook geknüpft. Am 29. Oktober geht es für zehn Tage auf ein Vorbereitungsseminar in eine Jugendherberge nach Karlsruhe. Und dann heißt es Kofferpacken. Emily: „Das wird noch eine Herausforderung.“

Hintergrund:

Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners:
Der Verein bietet in Zusammenarbeit mit ausländischen sozialen Einrichtungen einen freiwilligen Sozial- und Friedensdienst im Ausland an. Der Verein ist seit 1993 vom Jugendministerium als Trägerorganisation für einen solchen Dienst anerkannt. Seither haben mehr als 6000 Jugendliche an einem Freiwilligendienst in über 60 Ländern der Erde teilgenommen.

Tobias Community:

Tobias Community ist ein Heim für Erwachsene mit körperlichen und seelischen Behinderungen in Temple bei New Hampshire, eineinhalb Autostunden von Boston. Die Einrichtung besteht aus zwei Hausgemeinschaften, einer Holzwerkstatt und einer Weberei.

Kontakt:
Wer Emily Albig unterstützen möchte, erreicht sie unter Telefon (0173) 9461488.
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