Das war 2016 in Monheim am Rhein (Teil III)

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Viel passiert ist 2016 wieder in Monheim am Rhein. An vieles kann man sich sicherlich noch gut erinnern, anderes ist in Vergessenheit geraten. Mit tatkräftiger Unterstützung von Stadtarchivar Michael Hohmeier blicken wir hier auf das dritte Quartal zurück.

Juli

1. Juli: Die „Interessengemeinschaft der Gästeführer in Monheim am Rhein“ stellt sich der Öffentlichkeit vor. Als „MonGuides“ leiten fortan Olcay Barinkaya, Bruno Benzrath, Willi Bolten, Sara El Battali, Holger Franke, Sabine Polster und Hans Schnitzler Stadtführungen. Dazu haben sie eine fünftägige Fortbildung absolviert, organisiert vom städtischen Tourismusmanagement. Den historischen Teil bestritt hauptsächlich das Stadtarchiv.
2. Juli: Das Voranschreiten der Umgestaltung der Hauptstraße feiert das Stadtmarketing mit einem Baustellenfest. Dazu wird ein fünf Meter langer Kuchen in Form einer Baustellenbake verzehrt.
6. Juli: Der Rat beschließt die Gründung der Monheimer Wohnen GmbH. Erste Projekte der städtischen Wohnungsbaugesellschaft sind das Viertel „Unter den Linden“ in Monheim Süd und das „Sophie-Scholl-Quartier“ in Baumberg. Geplant sind Mietwohnungen im Geschossbau, davon dreißig Prozent als sozialer Wohnungsbau. Beide Projekte werden auf bisherigem Schulgelände realisiert. Beginn ist 2017 mit „Unter den Linden“ an der Erich-Klausener-Straße (22.000 Quadratmeter, rund zweihundert Wohnungen), gefolgt vom „Sophie-Scholl-Quartier“ an der Geschwister-Scholl-Straße (25.000 Quadratmeter, 185 Wohnungen).
6. Juli: Die Entscheidung über die Überlassung von Grundstücken für den Bau zweier islamischer Gemeindezentren wird vom Rat vertagt. Zunächst sollen die Moscheevereine Finanzierungspläne und Nutzungskonzepte einreichen und die Stadt den Raumbedarf genau ermitteln. Zudem soll geprüft werden, ob nicht noch andere Grundstücke als die bisher vorgeschlagenen infrage kämen. Vor einem Ratsbeschluss sollen Vorberatungen im Integrationsrat und in den Ausschüssen sowie eine weitere öffentliche Informationsveranstaltung stattfinden. Auf dieses Vorgehen hatten sich die Ratsfraktionen vorab verständigt.
Wie schon die Informationsveranstaltung am 30. Juni findet auch die Ratssitzung unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt.
8. Juli: Von zwei auf drei Tage verlängert ist das 2. vom Verein 4019 organisierte Altstadt-Wirtefest (bis 10. Juli). Mehrere tausend Besucher erfreuen sich an Musikdarbietungen und frequentieren die von zehn Gastronomen aufgebauten Verpflegungsstände.
8. Juli: Mit dem Ende des Schuljahrs 2015/2016 ist die letzte Hauptschule im Stadtgebiet, die Anton-Schwarz-Schule an der Erich-Klausener-Straße, aufgelöst. Die noch verbliebenen 39 Schüler erhalten ihre Abschlusszeugnisse. Die Schulgebäude stehen vor dem Abriss. Auf dem Gelände soll ab 2017 das Wohnquartier „Unter den Linden“ entstehen.
8. Juli: Mit dem Ende des Schuljahres 2015/2016 ist die Lise-Meitner-Realschule aufgelöst, ein Jahr früher als geplant. Die verbleibenden drei 10. Klassen mit 65 Schülern werden von der Theodor-Litt-Realschule in Düsseldorf-Urdenbach übernommen.
11. Juli: Im entstehenden Landschaftspark Rheinbogen gibt Bürgermeister Daniel Zimmermann den Mehrgenerationen-Spielplatz frei. Zu den Attraktionen zählen ein 3,50 Meter hoher, dem Schelmenturm nachgebildeter Rutschenturm, eine Kletteranlage und eine Riesenschaukel. Hinzu kommt ein 320 Quadratmeter großer Wasserspielplatz. Insgesamt investiert die Stadt 650.000 Euro.
30. Juli: Mit viel Musik und befreundeten Vereinen feiert die Prinzengarde Blau-Weiß mitten in den Sommerferien zwei Tage lang ihr 2. Sommerfest an und in der Festhalle Bormacher.
30. Juli: Beim 9. Monheimer Rhein-Rock-Open-Air auf der Bürgerwiese am Kielsgraben bietet der Veranstalter, der Verein Rhein-Rock, für ein vielstündiges Programm die Bands At The Moment, Epilirium, Hilos, Masterplan, Red42, The Clowns Project und andere mehr auf.

August

12. August: Das 12. Mondscheinkino von Marke Monheim auf der Freilichtbühne an der Kapellenstraße beginnt (bis 20. August). Zu den neun Filmvorführungen kommen rund zweitausend Zuschauer.
14. August: Isolde Witt ist neue Königin des Schießvereins Baumberg. Mit dem 135. Treffer holt sie auf dem Schießstand der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Monheim den Vogel von der Stange.
22. August: Die Ergebnisse der jüngsten Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf zum Einzelhandel im Stadtzentrum stellen Dr. Ulrich Hardt, Leiter der IHK-Zweigstelle Velbert, und Bürgermeister Daniel Zimmermann der Presse vor. Die befragten rund dreihundert Passanten und achtzig Geschäftsleute äußerten sich deutlich positiver als bei der letzten Erhebung 2011 (vor Eröffnung des Monheimer Tors). Gelobt wurden Parkplatzangebot, Ladenöffnungszeiten, Vielfalt des Angebots, Atmosphäre und Aktionen wie das Stadtfest. Die meisten Befragten kaufen im Stadtzentrum zwei- bis dreimal pro Woche ein. Im Vergleich zu 2011 verweilen sie länger und geben mehr Geld aus: 34 statt 27 Euro pro Einkauf.
23. August: Den ersten Spatenstich für das Wohngebiet „Am Waldbeerenberg“ und den Neubau der Bezirkssportanlage Baumberg Ost vollziehen Bürgermeister Daniel Zimmermann, Martin Dornieden und Richard Zangs, Geschäftsführer und Projektentwickler der Dornieden Generalbau GmbH (Mönchengladbach), sowie Gernot Paeschke, Geschäftsführer der Paeschke GmbH (Langenfeld).
Dornieden baut 48 Reihenhäuser, 18 Doppelhaushälften, 12 Hofhäuser und 65 Eigentumswohnungen. Mindestens dreißig Wohneinheiten werden als Ein- und Zweifamilienreihenhäuser öffentlich gefördert. Paeschke realisiert 26 Häuser, die als Reihen- und Doppelhäuser sowie freistehende Einfamilienhäuser gebaut werden. Die energieeffiziente Bauweise wird staatlich gefördert. Die beteiligten Unternehmen kooperieren bei der Erschließung, die von einem Kreisverkehr vom Holzweg her erfolgt.
Die Stadt errichtet für etwa 4,3 Millionen Euro eine neue Bezirkssportanlage. Vorgesehen sind Kunstrasen-Fußballplatz, Kleinspielfeld, 400-Meter-Rundlaufbahn, Flächen für leichtathletische Sprungdisziplinen und eine 15 mal 27 Meter große Halle samt Umkleiden und Jugendraum.
25. August: Das „Interkulturelle Kunstprojekt ,Engel der Kulturen‘“ gastiert in Monheim. Bei sommerlich heißen Temperaturen wird ein 1,50 Meter messender Stahlring mit Halbmond, Davidstern und Kreuz als Symbolen für Islam, Judentum und Christentum von der Osman-Gazi-Moschee an der Niederstraße über Altstadtkirche und Kirche St. Gereon zur Gabenstraße 10 gerollt, wo sich von 1844 bis 1892 ein jüdisches Wohn- und Bethaus befand. An den Stationen werden Sandabdrücke in Form eines Engels hinterlassen.
Zuletzt wird am Haus der Chancen ein stählerner Ring mit den drei Zeichen der Weltreligionen und einer aus blauem Beton eingegossenen Engel-Intarsie verlegt.
„Engel der Kulturen“ wurde 2008 von den Künstlern Carmen Dietrich und Gregor Merten (Burscheid) initiiert und seither in Städten im In- und Ausland realisiert.
Rund vierhundert Personen begleiten den Ring oder finden sich an den Stationen ein. Neben Schülergruppen aus den Partnerstädten Tirat Carmel und Atasehir nimmt aus Tirat Carmel auch eine Delegation unter Leitung von Bürgermeister Arie Tal teil.
27. August: Beim 2. Festival „Altstadt live“ spielen unter dem Motto „Monheim liebt Musik“ an einem heißen Sommerabend 17 Bands und Solisten auf 13 Bühnen. Organisator ist der Verein Klangweiten in Kooperation mit Eenrgieversorger MEGA als Hauptsponsor.
29. August: Hans-Barwitzius-Platz heißt fortan die Grünanlage an der Wiener Neustädter Straße / Ecke Grazer Straße. Namensgeber ist Hans Barwitzius (1914–2005), der frühere langjährige Bürgermeister von Wiener Neustadt und erste Träger des Ehrenrings der Stadt Monheim. Die Vergabe des Straßennamens hatte der Rat im Dezember 2014 beschlossen.
30. August: Der von der Stadt für zweihunderttausend Euro umgestaltete Pausenhof der Sekundarschule wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Zur Ausstattung gehören Trampoline, Drehscheibe, „Sternguckerbank“ in Sechseckform und Kickertische. Ein Gerätehaus hält Tischtennisschläger, Hula-Hoop-Reifen und anderes mehr bereit. An Gestaltung und Auswahl der Spielgeräte wurden die Schüler beteiligt.
30. August: Der Landesverfassungsgerichtshof in Münster erklärt das Gesetz zur Unterstützung der kommunalen Haushaltskonsolidierung im Rahmen des Stärkungspakts Stadtfinanzen (Stärkungspaktgesetz) für verfassungskonform und weist damit die Klage der Stadt Monheim am Rhein und weiterer 71 Kommunen gegen die seit 2014 erhobene „Solidaritätsumlage“ ab.
In der mündlichen Urteilsbegründung führt die Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs, Dr. Ricarda Brandts, unter anderem aus: Die Bestimmungen zur kommunalen Finanzausstattung in Art. 106 Abs. 5 bis 6 des Grundgesetzes seien nicht verletzt. Mit der Solidaritätsumlage werde nicht auf bestimmte kommunale Steuererträge zugegriffen, sondern den betroffenen Gemeinden eine aus ihren Haushalten zu erfüllende allgemeine Zahlungspflicht auferlegt. Das Umlageaufkommen fließe in Form von Konsolidierungshilfen für Gemeinden in einer besonders schwierigen Haushaltssituation in den kommunalen Raum zurück. Angesichts anhaltender Defizite und der Überschuldung der Haushalte zahlreicher nordrhein-westfälischer Gemeinden seien die aus dem Aufkommen der Solidaritätsumlage mitfinanzierten Konsolidierungshilfen ausnahmsweise zulässig und den umlagepflichtigen Gemeinden zumutbar.
Bürgermeister Daniel Zimmermann kündigt an, nunmehr vor dem Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe zu klagen. „Der Kommunal-Soli ist nur dem Namen nach eine Umlage, faktisch ist es eine Abgabe. Und Abgaben sind im Grundgesetz dezidiert nicht vorgesehen, also unzulässig. Das ist Kern unserer Argumentation – und wird es bleiben“, sagt Zimmermann.

September

4. September: Wieder einmal glücklich verläuft das von der Gromoka organisierte Überholen des Spielmanns. Nach der Rheinquerung im Piwipper Böötchen wird Spielmann Florian Nellen am Monheimer Ufer von Gänseliesel Vanessa Klein empfangen.
11. September: Am bundesweiten Tag des offenen Denkmals beteiligt sich erstmals auch der Heimatbund mit dem Deusser-Haus; als Ersatz für die Museumsnacht des Kreises Mettmann, die 2015 zum zehnten und letzten Mal stattfand. Geöffnet sind unter anderem Schelmenturm, alte Feuerwache, Gebäude der ehemaligen Krautfabrik Gethmann, Kirche St. Gereon, Marienkapelle und Marienburg. Zwei repräsentative Wohnhäuser in Privatbesitz können ebenfalls besichtigt werden: das aus dem Jahr 1881 stammende ehemalige Lottner-Haus, Kapellenstraße 44, und die im frühen 20. Jahrhundert erbaute ehemalige Villa Leist, Grabenstraße 44.
Auch Haus Bürgel und Großer Hof sind wieder geöffnet. Alle Stationen sind durch halbstündlich verkehrende Sonderbusse der Bahnen der Stadt Monheim miteinander verbunden.
11. September: Beim Sommerfest in der Feuer- und Rettungswache an der Paul-Lincke-Straße übergibt Bürgermeister Daniel Zimmermann das neue Löschgruppenfahrzeug (LF) 20KatS. Das Fahrgestell stammt von MAN, die Aufbauten von Schlingmann. Das Fahrzeug hat 290 PS, Allradantrieb und automatisches Getriebe.
Das Fahrzeug ist insbesondere für die Wasserförderung über lange Wegstrecke konzipiert und ausgerüstet, etwa bei Bränden auf Reiterhöfen, Haus Bürgel, im Deichvorland oder Knipprather Wald.
15. September: Viel Sonne und ein wolkenloser Himmel lassen die Tagestemperaturen auf späthochsommerliche Temperaturen von um die dreißig Grad steigen.
16. September: Das (nach offizieller Zählung) 38. Septemberfest beginnt und bringt dreitägigen Kirmestrubel ins Berliner Viertel.
25. September: Die 15. Senioren-Messe „Lebensfreude“, veranstaltet von den Ortsvereinen von Arbeiterwohlfahrt und SPD, bietet einen erstmals Jazz-Frühschoppen. Es spielen die „Hot Brass Four“.
27. September: Die Städtepartnerschaft mit Tirat Carmel gab den Anstoß zu einem „Wirtschaftsdialog Monheim am Rhein – Israel“, den die städtische Wirtschaftsförderung gemeinsam mit der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf veranstaltet. Im neuen Gebäude der Firma TVM (TVMania) Europe GmbH, die im Rheinpark die Seite der Wasserachse gewechselt hat (von Rheinpromenade 6 zu Rheinpromenade 11), geht es um Aufbau und Pflege von Geschäftsbeziehungen zwischen deutschen und israelischen Unternehmen. Zu den Referenten zählt der Geschäftsführer der Deutsch-Israelischen Handelskammer, Grisha Alroi-Arloser.
28. September: Der Rat legt zwei mögliche Standorte für islamische Gemeindezentren fest. Für die Islamische Gemeinde Monheim und Umgebung bleibt es laut einstimmigem Beschluss (eine Enthaltung) beim Grundstück auf dem Menk-Gelände an der Opladener Straße. Der Ditib Türkisch-Islamischen Gemeinde wird mit 28 gegen acht Stimmen bei zwei Enthaltungen nunmehr das ehemalige Freibadgelände am mona mare in Aussicht gestellt.
Beide Grundstücke sollen nicht anderweitig veräußert werden, bis der Rat endgültig über die Vergabe an die islamischen Gemeinden entscheidet. Mit ihnen zudem soll zudem über den Ankauf der bisher genutzten Grundstücke an der Opladener und Niederstraße verhandelt werden.
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