Ein Winterdorf am Fuße des Kirchturms

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Es war wohl tatsächlich einer der schönsten Nikolausmarkt-Samstage seit vielen Jahren. In der Nacht hatte es geschneit. Und der Zuckerguss auf den Bäumen und Dächern verwandelte den Baumberger Dorfplatz und das gesamte Areal rund um die St. Dionysiuskirche in ein echtes kleines Winterdorf.

Da ließen sich die Baumberger und zahlreiche Besucher aus den angrenzenden Städten auch von den am Abend irgendwann dann doch so richtig eisigen Temperaturen die gute Vorfestlaune nicht verderben. Außerdem gab es ja jede Menge Heißgetränk-Spezialitäten, an denen es sich vortrefflich erwärmen ließ. Glühwein & Co. flossen jedenfalls in Strömen.

„Wir haben gestern schon das Geschäft von heute mitgemacht“, sprach am Sonntag einer der es wissen muss – der Nikolaus persönlich. Da allerdings ging auch sein Blick bereits bang in Richtung des nun nassgrau verhangenen Himmels – während die Schuhe im Schneematsch versanken.

Denn der erste Baumberger Winterzauber des Jahres währte auch nur eine Nacht. Der Sonntag war eher zum Vergessen – wobei Glühwein ja auch manchmal recht hilfreich sein kann – wenn man die heiße Quelle denn erreicht.

Der Baumberger Frauenchor trat sein geplantes Konzert am Nachmittag mangels Zuschauern gar nicht erst an. Und auch in den Loseimern der tapferen Tombola-Verkäufer sammelte sich am Nachmittag immer mehr Wasser.

Erst zum Abend hin wurde es dann wieder trockener. Und manch Anwohner streckte nun auch doch nochmal mehr als nur die Nase vor die Tür.
So verschafften die aufrechten Nikolausmarktfreunde ihrem Baumberger Vorweihnachtszauber dann auch noch einen würdigen Abschluss – und den vielen Vereinen aus dem Stadtteil, die sich hier mit ehrenamtlichem Engagement die Kassen auffüllen, noch einen letzten warmen Geldregen.

Markt-Organisator Detlef Claußen, vom Freundeskreis Baumberger Altststadtviertel, zeigte sich am Abend denn auch erschöpft aber zufrieden. Und mit ihm hoffen nun alle auf gleich zwei Perfekte Tage im kommenden Jahr. Das gilt ganz sicher ganz besonders für „Die Unternehmungslustigen“.


Die Wetterverhältnisse in der Nacht von Samstags auf Sonntag hatten dafür gesorgt, dass das orientalische Zelt der Karnevalsgruppe frühzeitig abgebaut werden musste.

Am Samstag hatten viele Gäste von Nah und Fern das zum zweiten Mal aufgebaute Zelt wegen seines Flairs, seiner Gemütlichkeit und den angebotenen Speisen und Getränken noch hoch gelobt. Doch Wind, Wasser und Schnee sorgten dafür, dass die Vereinsmitglieder auch mit Hilfe der eilig herbeigerufenen Pfadfinder das Zelt am Sonntag nicht mehr aufrichten konnten. Auch hier gilt: Auf Wiedersehen im nächsten Jahr!

Fotos: Michael de Clerque / Jürgen Spathmann
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