Flüchtlingsunterkunft: Krankenhaus ist keine Alternative

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In der Lieselott-Diem-Sporthalle steht derzeit noch Bett an Bett. Foto: Stephan Köhlen
Nach der im Landesauftrag erfolgten Aufnahme und Unterbringung von 145 Flüchtlingen am letzten Donnerstag, mit einer Reaktionszeit von gerade einmal 48 Stunden, arbeitet die Stadtverwaltung nun mit vereinten Kräften daran, die Situation der Flüchtlinge in der zur Notunterkunft umfunktionierten Liselott-Diem-Sporthalle zu verbessern und bei ihren weiteren Planungen ebenso die Belange der direkten Anwohner und eigentlichen Nutzer der Halle zu berücksichtigen.

In der Bürgerinformation am Freitagabend hatte Bürgermeister Daniel Zimmermann noch einmal unmissverständlich klargestellt, dass zuallererst die Schaffung schneller Hilfe über allem stand. Erst jetzt geht es gezielt daran, die Umstände für die Flüchtlinge während ihrer etwa ein- bis zweiwöchigen Aufenthaltszeit in Monheim zu verbessern. Im Vordergrund steht dabei natürlich die Versorgung mit Essen und medizinischen Angeboten, aber ebenso die mögliche Schaffung wenigstens kleinerer Privatsphären in einer Halle, an der derzeit noch Bett an Bett gereiht steht.

Voraussichtlich morgen sollen mobile Abtrenn-Möglichkeiten innerhalb der Halle ermöglicht werden. Die Schaffung solcher Rückzugsmöglichkeiten ist auch wichtig, um Konflikten zwischen den gestressten Menschen aus unterschiedlichsten Nationen vorzubeugen. Das Gros stellen mit rund 50 Prozent syrische Kriegsflüchtlinge.

Monheim muss sich darauf einstellen, dass sich an der vom Land auf dem Weg des Amtshilfegesuchs eingeforderten Erstunterbringung von bis zu 150 alle ein bis zwei Wochen wechselnden Menschen in den kommenden Monaten nichts ändern wird. Der Bürgermeister unterstrich noch einmal, dass das immer wieder als alternativer Unterbringungsort ins Spiel gebrachte alte Monheimer Krankenhaus in den Überlegungen für eine Verbesserung der Gesamtsituation für alle Beteiligte definitiv keine Rolle spielt.

Das nach wie vor im Besitz des K-Plus-Verbundes befindliche Gebäude ist durch den Ausbau von Brandschutztüren und den Klau von Versorgungsleitungen durch Metalldiebe sowie weitere bauliche Mängel derzeit schon allein aus Sicherheitsgründen nicht mehr zur Unterbringung von Menschen geeignet. (Wir berichteten www.lokalkompass.de/573132).

„Ich möchte nicht die Verantwortung dafür tragen, dass 150 Frauen, Männer und Kinder von uns in einem Gebäude untergebracht werden, dass sich sicherheitstechnisch nur noch in einer Art Rohbauzustand befindet und in dem keinerlei Brandschutzstandards mehr erfüllt sind“, so Daniel Zimmermann.

Wer helfen möchte: Die Stadtverwaltung hat eine Bürger-Hotline eingerichtet. Unter Telefon (02173) 9514444 gibt es ausführliche Informationen, welche Vereine und Hilfsorganisationen Spenden für die Flüchtlinge annehmen.
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