Jahresrückblick Teil 3: Wirtefest, Flüchtlinge und 25 Jahre Partnerstadt

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Zum ersten Mal fand das vom neu gegründeten Verein „4019“ organisierte Wirtefest in der Altstadt statt. Zwei Tage wurde im Schatten des Schelmenturms gefeiert.
 
An der Doll-Eck wurde das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Delitzsch gefeiert. Dies war zugleich der Abschied der Paniker.
Viel passiert ist 2015 wieder in Monheim am Rhein. An vieles kann man sich sicherlich noch gut erinnern, anderes ist in Vergessenheit geraten. Mit tatkräftiger Unterstützung von Stadtarchivar Michael Hohmeier blicken wir hier auf das dritte Quartal zurück.

Juli

Nach zögerlichem Beginn erhält das vom Verein 4019 organisierte Altstadt-Wirtefest starken Zulauf, als die sommerliche Hitze am Samstagabend etwas abklingt. Vom Schelmenturm bis zum „Triumphbogen“ sind Tische und Bänke aufgebaut. Auf zwei Bühnen laufen Musikdarbietungen. Die Bäckerei Jung produziert Butterkekse in Form des Schelmenturms. Zum Wirtefest erscheint die erste Ausgabe der Zeitschrift „4019!“, die fortan halbjährlich herauskommen soll.

Auf den Überrest einer Phosphorbombe aus dem Zweiten Weltkrieg stoßen an der Danziger Straße Arbeiter beim Ausbau des Glasfasernetzes der MEGA. Als das Metallstück mit Luft in Berührung kommt, beginnt es zu zischen. Die herbeigerufene Feuerwehr deckt das Objekt mit Erde ab und räumt die umliegenden Häuser. Der Bombensplitter wird vom Kampfmittelbeseitigungsdienst entsorgt.

Mehr als 1,6 Millionen Euro will die LEG in diesem Jahr im Berliner Viertel investieren. Die Fassaden der Wohnhäuser erhalten eine Wärmedämmung, es werden Fenster mit Isolierverglasung und Kunststoffrahmen eingebaut, Balkone und Flachdächer saniert sowie die Elektro-Installation erneuert.

Den schönsten Wagen beim Rosenmontagszug hatten die Chrisboomschmücker, schönste Fußgruppe waren die Mädche vom Rhing. Das gibt die Gromoka bei der Jahreshauptversammlung im Pfannenhof bekannt. Die Zahl der Besucherinnen der Damensitzung wird fortan auf zweitausend begrenzt. Die Sitzung 2016 ist bereits seit Februar ausverkauft.

Die Lidl Stiftung & Co. KG eröffnet den Neubau ihrer Filiale Am Wald 21. Der neue, mit automatischer Backstation ausgestattete Markt ist mit achthundert Quadratmetern Verkaufsfläche nicht größer als der alte, Reserveflächen für eine mögliche Erweiterung sind aber vorgesehen.
Nach eigenen Angaben investierte Lidl mehr als eine Million Euro.

Erstmals feiert die Prinzengarde Blau-Weiß ein Sommerfest an und in der Festhalle Bormacher. Auf dem Programm stehen Musikdarbietungen, unter anderem der Kölner Frauenband „Colör“, und Kinderbelustigungen.

Eine hohe Zahl von Wespenstichen erleiden Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren und Betreuerinnen aus dem Waldkindergarten, als sie bei einem Spaziergang versehentlich auf ein Wespennest treten. Die Feuerwehr rückt mit großem Personal- und Fahrzeugaufgebot aus, zudem werden Notärzte aus Langenfeld und Hilden und der leitende Notarzt für den Kreis Mettmann angefordert.

Die Tankstelle „SB Tank“ und die Kfz-Werkstatt, Krischerstraße 50, werden geschlossen. Die Gebäude sollen abgerissen werden.

Bei strahlendem Vollmond beginnt das 11. Mondscheinkino von Marke Monheim. Die sechshundert Sitzplätze auf der Freilichtbühne an der Kapellenstraße sind an manchen Abenden ausverkauft, insgesamt kommen rund 2500 Zuschauer.

August

Die neue Leiterin des Bereichs Ordnung und Soziales der Stadtverwaltung, Christiane Schärfke (35), tritt ihren Dienst an. Die Juristin ist Nachfolgerin von Uwe Trost, der zum Jahresende 2014 in den Ruhestand ging.

Die Meldung, auf dem Rhein treibe in Höhe Gaststätte „Virginia“ ein Kajak kieloben, löst eine große Such- und Rettungsaktion aus. Der Vermisste, der zu einer Gruppe von fünf Senioren gehörte, wird schließlich in Höhe Marienkapelle im Wasser treibend entdeckt. Der bewusstlose 85-jährige Leverkusener, der keine Schwimmweste trug, wird ins Langenfelder Krankenhaus gebracht, wo er kurz darauf stirbt.

Wieder wird die Feuerwehr zu einem Kellerbrand in einem Wohnhaus an der Tegeler Straße gerufen. Dort hatte es bereits am 26. Juni gebrannt. Auch diesmal verhindert die Feuerwehr eine Ausbreitung der Flammen.

Drei Busse mit insgesamt 145 Flüchtlingen treffen an der Liselott-Diem-Sporthalle ein, die die Stadt aufgrund einer am 11. August ergangenen Anordnung der Bezirksregierung Düsseldorf eilends als Erstaufnahmestelle mit 150 Plätzen herrichten musste. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge stammt aus Syrien, ein Drittel aus Albanien, weitere aus Tibet, Somalia, Irak, Libyen, Algerien und Marokko. Die Stadt übernimmt für das Land die Registrierung der Ankömmlinge, das Kreisgesundheitsamt die medizinische Untersuchung. Die Flüchtlinge sollen solange in Monheim am Rhein bleiben, bis das Land für sie einen endgültigen Aufenthaltsort gefunden hat. Freiwerdende Plätze sollen fortlaufend wieder belegt werden.

Wieder einmal ist eine von Eli Fedida geleitete Schülergruppe aus Tirat Carmel zu Besuch. Im Beisein der 25 Jugendlichen werden vor dem Haus Grabenstraße 54 zwei der im Jahr 2003 zur Erinnerung an Verfolgte und Ermordete des Nazi-Regimes verlegten „Stolpersteine“ ausgetauscht. Die Recherchen für die 2014 erschienene „Geschichte der Juden in Monheim“ von Karl-Heinz Hennen hatten Ergänzungen und Korrekturen erbracht, so auch zu den Schicksalen von Johanna Herz und Wilhelmine Herz.

Für die Fernsehserie „Club der roten Bänder“ finden im Bürogebäude Mittelstraße 11–13 mehrmonatige Dreharbeiten statt. Wie der Wochen-Anzeiger berichtet, entstehen hier zehn Folgen der ersten eigenen Serie des Senders Vox. Dazu wurden mehrere Etagen als Krankenstation für Kinder und Jugendliche ausstaffiert (das leerstehende St.-Josef-Krankenhaus erschien den Produzenten nicht geeignet). Die Aufnahmen begannen im Juni und sollen im Oktober abgeschlossen werden.

Andrea Witte ist zum zweiten Mal Königin des Schießvereins Baumberg. Mit dem 233. Treffer beendet sie das auf dem Hochstand der St.-Sebastianus-Schützenbruderschaft Monheim ausgetragene Vogelschießen. Andrea Witte war bereits 1996 Königin.

Die von der Stadt organisierte „Blaulichtmeile“ soll insbesondere bei Migranten das Interesse für eine Mitarbeit in Hilfsorganisationen wecken. Freiwillige Feuerwehr, Malteser Hilfsdienst, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter-Unfall-Hilfe, Arbeiter-Samariter-Bund, Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft, Technisches Hilfswerk, Polizei und Bundeswehr stellen sich auf dem Ernst-Reuter-Platz vor. Neben viel Information gibt es ein Bühnenprogramm.

Zu einem Brand auf dem Werksgelände von Odermath Stahlwerkstechnik am Kielsgraben rückt nach 6 Uhr die Feuerwehr aus. Ein Presscontainer mit etwa 15 Kubikmetern Inhalt brennt in voller Ausdehnung. Erste Löschversuche mit etwa 250 Kilogramm Metallbrandpulver wirken kaum, sodass die Feuerwehr beim städtischen Betriebshof Streusalz anfordert. Mit zehn Tonnen Salz gelingt das Ersticken des Feuers.

Zu ihrer Eröffnung erfreut sich die Monheimer Biermanufactur GmbH, Turmstraße 19, eines großen Zulaufs. In den Räumen, die seit 2009 leerstanden, sollen künftig „Monheimer Helles“, „Monheimer Alt“ und „Monheimer Pils“ gebraut werden, alle naturtrüb und unfiltriert. Das zur Eröffnung ausgeschenkte Bier stammt noch nicht aus der Manufactur. Geschäftsführer sind Brauer Dieter Ritter (50) und Dirk Mucha. Stille Teilhaber sind Dr. Helmut Heymann und Richard Ridinger.

Beim Festival „Altstadt live“ spielen unter dem Motto „Erlebe den Soundtrack der Altstadt“ 15 Bands und Solisten in elf Gaststätten und anderen Räumlichkeiten. Das Festival bildet zugleich den Abschluss der Konzertreihe „Saitenklänge“, bei der seit April Musiker in den Gaststätten auftraten, ebenfalls organisiert vom Verein Klangweiten in Zusammenarbeit mit den Wirten.

Beim Festival „Altstadt live“ feiert das „Kreativcafé ,Mit Liebe‘“, Turmstraße 17, Neueröffnung. Inhaberinnen sind Miriam Winzer (37) und Simone Windges (34). An das Café mit dreißig Sitzplätzen ist eine Werkstatt mit acht Plätzen angeschlossen, in der Näh-, Kunst- und Bastelkurse, aber auch Tee- und Floristikseminare stattfinden sollen.

September

Restaurant und Hotel Baumberger Rheinterrassen heißen nunmehr Rheinterrassen Baumberg Beach.

Die Jungsozialisten machen einen Neuanfang. Zum Vorsitzenden des örtlichen SPD-Nachwuchses wird Michael Heinen gewählt.

Nach mehr als einjähriger Bauzeit wird die von Linden- und Kirchstraße bis Rathausplatz umgestaltete Krischerstraße offiziell freigegeben. Auf dem ausgebauten Abschnitt der Krischerstraße gilt nun Tempo 20. Der Umbau der Krischerstraße kostete insgesamt rund 3,2 Millionen Euro, davon rund 1,3 Millionen für Kanalarbeiten.

Die Bäckerei Busch übernimmt die Bäckerei Gorny, Lerchenweg 3, und eröffnet damit ihre siebte Filiale im Stadtgebiet. Bäckermeister Detlef Gorny (68)geht in den Ruhestand.

Die Grundschule am Lerchenweg nimmt ihren neuen Anbau offiziell in Betrieb. In dem zweigeschossigen Trakt befinden sich je zwei Klassen- und Nebenräume. Die Nutzfläche beträgt 190 Quadratmeter. Die Stadt investierte 889.000 Euro.

Der umgestaltete Pausenhof der Armin-Maiwald-Schule wird der Öffentlichkeit vorgestellt. Der um 265 Quadratmeter erweiterte Hof weist viele neue Spielgeräte auf. Insgesamt investierte die Stadt rund zweihunderttausend Euro.

Der Wirtschaftsverband „Die jungen Unternehmer“ verleiht in Düsseldorf den „Preis der nächsten Generation“ an Bürgermeister Daniel Zimmermann. Die Auszeichnung gehe zum ersten Mal an einen Kommunalpolitiker, dessen Erfolge aber bundesweit Strahlkraft besäßen. Die Bundesvorsitzende des Verbands, Lencke Steiner, verweist auf Schuldenfreiheit, niedrige Gewerbesteuer und den Ausbau eines stadtweiten Glasfasernetzes.

Mit Rheinwasser tauft der evangelische Pfarrer Falk Breuer auf dem Piwipper Böötchen drei Babys und einen 14-jährigen Jungen. Das Boot macht am diesseitigen Ufer fest, sodass die zahlreichen Gäste von einer Kribbe aus die Zeremonie mitverfolgen können.

Verbliebene Aktive der aufgelösten Traditionsgemeinschaft Monheim am Rhein nehmen einen neuen Anlauf für die Prummekirmes auf dem Kradepohl. Sie findet damit zum sechsten Mal statt. Das Hahneköppen entscheidet erstmals eine Frau. Mit dem dreißigsten Hieb auf die Attrappe ist Maya Lührmann Hahnenkönigin.

Rund dreihunderttausend Euro hat die Stadt in das Außengelände des Otto-Hahn-Gymnasiums investiert. So wurden 180 neue Fahrradständer installiert, sechs Jugendbänke, eine große Kletteranlage und ein achtzehn mal neun Meter großes Cageball-Feld.

Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer werden bis zum Jahresende um weitere 35 Millionen Euro steigen. Das teilt Kämmerin Sabine Noll im Haupt- und Finanzausschuss mit. Der Zuwachs resultiert hauptsächlich aus Nachzahlungen für frühere Jahre. Im Nachtragshaushalt waren bereits zehn Millionen Euro zusätzlich veranschlagt worden. Der Jahresüberschuss soll von erwarteten acht auf 28,1 Millionen Euro steigen.

Simone Feldmann übernimmt die Leitung des Bereichs Kinder, Jugend und Familie der Stadtverwaltung. Ihre Vorgängerin Andrea Griese-Pelikan war zum 31. Juli ausgeschieden. Seit Mai 2013 leitete Simone Feldmann die Abteilung Kinder- und Jugendförderung.

Beim bundesweiten Tag des offenen Denkmals steht erstmals auch die Monheimer Altstadt im Blickpunkt. Das Programm wurde vom Bereich Stadtplanung und Bauaufsicht der Stadtverwaltung organisiert. Wie in den Vorjahren beteiligen sich auch Haus Bürgel und Großer Hof am Tag des offenen Denkmals.

Die Stadt beginnt mit der Sanierung des 2,6 Kilometer langen Weges auf der Deichkrone von Heilerberg bis Am Werth. Vertiefungen, Wasserlöcher und morastige Stellen werden beseitigt. Bis Jahresende sollen rund 1,7 Kilometer Wegstrecke wiederhergestellt werden, der Rest soll bis Ende 2016 folgen.

Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Ratsbeschluss, das gesamte Stadtgebiet mit einem Glasfasernetz für schnelles Internet, TV und Telefon zu überziehen, schaltet MEGA Multimedia bei Familie Thormann von der Marienburger Straße den ersten Anschluss frei.

Im Alter von 77 Jahren stirbt der gebürtige Monheimer Paul Scharrenbroich. Er gehörte zu der stetig kleiner werdenden Bevölkerungsgruppe, die noch die lokale Ausprägung der Mundart in Wort und Schrift beherrscht. Scharrenbroich verfasste humorvoll-nachdenkliche Gedichte und Geschichten.

Die Bahnen der Stadt Monheim haben ihre Diesellok „Moritz“ (Baujahr 1979) verkauft. Die Firma Railflex überführt sie nach Uerdingen zum neuen Eigentümer, der Firma Siemens. Die baugleiche Lokomotive „Max“ steht ebenfalls zum Verkauf.

Der Rat beschließt rückwirkend zum 1. Januar 2015 die Aufstockung der Fördermittel für die Neugestaltung und Wiederherstellung der historischen Gestalt von Hausfassaden in der Altstadt. Der Höchstsatz wird von 7500 auf 15.000 Euro pro Gebäude verdoppelt, der mögliche Förderanteil steigt von dreißig auf vierzig Prozent der Kosten. Jährlich stellt die Stadt hunderttausend Euro bereit.

Die Stadt führt ab Januar 2016 die Gesundheitskarte für Flüchtlinge ein. Dazu tritt Monheim am Rhein als erste Kommune in Nordrhein-Westfalen einer Rahmenvereinbarung des Landes mit den Krankenkassen bei. So soll die gesundheitliche Versorgung der Flüchtlinge verbessert und Verwaltungsaufwand verringert werden.

In der Bibliothek findet erstmals die „Open Mic Night“ statt, gemeinsam organisiert mit Ulla-Hahn-Haus, Sojus 7 und Rheincafé. Auf die Bühne darf jeder, der sich vorher angemeldet hat, ob mit Kurzgeschichte oder Herzenssong, Märchen oder Elektrorhythmen, Kabarett oder Comedy, Theatermonolog oder Rap. Die offene Kulturbühne soll künftig an wechselnden Orten stattfinden.

An der Doll Eck wird das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit Delitzsch gefeiert. Das Festbier liefert die Biermanufactur. Für das Panikorchester um Maestro Emil Drösser ist das Fest zugleich der Abschied in den Ruhestand. Seit der Gründung 1977 hatte die Gruppe 41 Mitglieder, zuletzt waren es 15. Den Bibi-Brunnen und das Glockenspiel am Eckhaus Alte Schulstraße 16 übernimmt die Stadt als Schenkung. Das übergroße Tandem, mit dem das Orchester an Umzügen teilnahm, geht an den Männerchor Hitdorf.

Die Monate Januar bis März finden Sie hier.
Die Monate April bis Juni finden Sie hier.
Die Monate Oktober bis Dezember finden Sie hier.
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