Jahresrückblick Teil 4: Fest der Kulturen, Mini-Schelm und Sternenzauber

Anzeige
Lisa Cramer ist der erste Kinderschelm der Gromoka und wird ab dieser Session im Gefolge des Kinderprinzenpaares mithüpfen.
 
Zum ersten Mal gibt es im Rahmen des Monheimer Sternenzaubers vor dem Rathaus eine Eislaufbahn in der Adventszeit. Das Angebot wird sehr gut angenommen.
Viel passiert ist 2015 wieder in Monheim am Rhein. An vieles kann man sich sicherlich noch gut erinnern, anderes ist in Vergessenheit geraten. Mit tatkräftiger Unterstützung von Stadtarchivar Michael Hohmeier blicken wir hier auf das vierte Quartal zurück.

Oktober

Die Stadt kauft das Gebäude des Sojus 7 und das benachbarte Fachwerkhaus Kapellenstraße 40 samt dazugehörigen 3252 Quadratmeter großen Grundstücken. Bisher war die Stadt, die das Sojus seit 1988 betreibt, Pächterin. Die Gebäude sollen ab 2016 saniert und umgebaut werden.

Das älteste, aus dem Jahr 1907 stammende Gebäude der Winrich-von-Kniprode-Schule wird in den Herbstferien abgerissen. Der Bau aus Ziegelmauerwerk und Holzdielen, ältestes ununterbrochen genutztes Schulgebäude im gesamten Stadtgebiet, stand nicht unter Denkmalschutz. An gleicher Stelle wird ein Neubau errichtet.

Die Rechnungsprüfung geht vom Kreis Mettmann zurück in die Zuständigkeit der Stadt. Seit Jahresbeginn 2011 war Monheim am Rhein vom Rechnungsprüfungsamt des Kreises Mettmann mitbetreut werden. Die Leitung der fortan wieder städtischen Rechnungsprüfung übernimmt Georg Mittmann.

Mit einem Festakt feiert die Stadt Delitzsch in ihrem Bürgersaal zugleich den 25. Jahrestag der deutschen Einheit und das 25-jährige Bestehen der Städtepartnerschaften mit Monheim am Rhein und Friedrichshafen. Umrahmt wird das Programm vom Baumberger Männerchor. Unter den Sängern ist der frühere stellvertretende Ordnungsamtsleiter Rüdiger Lehmann, der 1991/1992 im Zuge der Aufbauhilfe das Rechtsamt in Delitzsch leitete.

„Wegen Geschäftsaufgabe ab sofort geschlossen“ ist das seit Mai 2014 bestehende „Sandy’s Schlagercafé“ in der Altstadt, Franz-Boehm-Straße 1. Inhaber Sandy Christen will sich nach eigenen Angaben fortan auf seine Karriere als Schlagersänger konzentrieren.

Am frühen Nachmittag wird der Feuerwehr zum wiederholten Mal ein Brand an der Schöneberger Straße gemeldet. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte brennt ein Kellerraum eines Mehrfamilienhauses in voller Ausdehnung. Die Feuerwehr räumt das Gebäude und rettet vier Bewohner mit Fluchthauben. Der Brand ist alsbald gelöscht. Der Sachschaden wird auf 20.000 Euro geschätzt. Wie die Polizei ermittelt, handelt es sich um Brandstiftung.

Wegen starker Rauchentwicklung aus den zum Abriss bestimmten Pavillongebäuden an der Bregenzer Straße, in denen zuletzt zwei Kindertagesstätten und ein Teil der Musikschule untergebracht waren, rücken gegen 18.50 Uhr Feuerwehr und Polizei an. Die Flammen sind rasch gelöscht, der Sachschaden ist gering. Da jedoch als Ursache des Feuers Brandstiftung wahrscheinlich ist, setzt die Stadt für Hinweise, die zur Feststellung der Täter führen, fünftausend Euro Belohnung aus.

Zum zweiten Mal innerhalb einer Woche brennt es an der Schöneberger Straße, diesmal in einer Erdgeschosswohnung. Ein Bewohner des Mehrfamilienhauses wird durch den Rettungsdienst versorgt. Zwei Feuerwehrtrupps löschen unter Atemschutz die Flammen. Mit einem Rauchschutzvorhang wird das Verrauchen des Treppenhauses verhindert.

Mit der Ehrengabe „Castellum“ zeichnet die Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe – Haus Bürgel in ihrer Jahreshauptversammlung im Rathaus Karl König aus, der von 1995 bis 2014 als Ratsherr die Stadt im Vorstand vertrat. Zudem wird Ehrenbürgermeisterin Ingeborg Friebe, von 1989 bis 2007 Vorsitzende der Interessengemeinschaft, zum Ehrenmitglied ernannt. Zusätzlich erhält sie die Ehrennadel des Fördervereins der Nordrhein-Westfalen-Stiftung. Zum neuen Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Urdenbacher Kämpe – Haus Bürgel bestellt der Rat Markus Kuller, seit Monatsbeginn als Tourismusmanager bei der Stadtverwaltung tätig. Er übernimmt die Nachfolge von Geschäftsführer Bruno Benzrath und Schatzmeister Georg Mittmann.

Den Entwurf des Haushalts 2016 bringen Bürgermeister Daniel Zimmermann und Kämmerin Sabine Noll im Rat ein. Vorgesehen ist eine abermalige Senkung der Gewerbesteuer, von 285 auf 265 Punkte. Zum sechsten Mal in Folge soll der Haushalt mit einem Überschuss abschließen. Den geplanten ordentlichen Erträgen von 326,7 Millionen Euro stehen Aufwendungen in Höhe von 323,4 Millionen Euro gegenüber. Zusammen mit den veranschlagten Zinseinkünften bleiben unterm Strich 4,3 Millionen Euro. Ein letztes Mal sollen die Personalaufwendungen steigen, von derzeit 29,6 Millionen Euro auf 31,8. Vorgesehen sind 19 neue Stellen, insbesondere im Bauwesen und beim Gebäudemanagement.

Rund tausend Besucher kommen zum kurzfristig organisierten „Fest der Kulturen“ auf der Krischerstraße. Am 20. Oktober war die Genehmigung der Kreispolizeibehörde für eine Kundgebung gegen die Asylpolitik der Bundesregierung bekannt geworden; angemeldet von Hans-Jürg Plinkert, Inhaber der Kampfsportschule „Tai Chi Tempel“ an der Niederstraße. Sofort begann die Stadt mit der Vorbereitung einer eigenen Veranstaltung, gemeinsam mit den im Rat vertretenen Parteien, dem Integrationsrat, Kirchengemeinden und Moscheevereinen, Jugendparlament sowie vielen weiteren Vereinen und Initiativen. „Zur Kundgebung der Asylgegner auf dem „Eier-Platz“ versammeln sich nach Angaben der Polizei etwa 350 Personen, die ganz überwiegend und teils lautstark die auf Schrifttafeln und von Hans-Jürg Plinkert per Megaphon verbreiteten Parolen wie „Asylflut stoppen“, „Grenzen schließen“ oder „Merkel nein danke“ ablehnen. Als aktive Demonstranten sind etwa zehn Personen auszumachen, darunter auch Kinder. Aus der Menge kommt vereinzelter Applaus. Die Polizei, die mit einem großen Aufgebot präsent ist, muss nicht eingreifen.

„Rheinheim – Das Katastrophenmusical“ feiert Premiere in der Aula am Berliner Ring. Beteiligt sind neben den städtischen Musikschulen Monheim am Rhein und Langenfeld insgesamt rund hundert jugendliche Mitwirkende. Komponist des siebzigminütigen Musicals mit Action- und Comedy-Elementen ist Felix Janosa, von dem auch die Musik zu den Kinderbüchern um „Ritter Rost“ stammt. Gefördert wurde die Produktion vom Landschaftsverband Rheinland.

Das zentrale Gebäude zur Unterbringung von städtischer Musikschule und Kunstschule wird nach 15-monatiger Bauzeit eröffnet. In dem viergeschossigen Gebäude am Berliner Ring 9 befinden sich zwölf Musik- und drei Kunstunterrichtsräume, zwei Schlagzeug- und Proberäume, ein Tanzraum und ein Veranstaltungssaal mit Tonstudio. Die Gesamtnutzfläche beträgt 1700 Quadratmeter. Der Kostenrahmen von 4,1 Millionen Euro wurde eingehalten.

November

Nach mehrjährigem Vorlauf geht „Kivan“ in Betrieb. Unter kitaplatz.monheim.de werden Elternwünsche nach Plätzen in allen 15 Kindertagesstätten im Stadtgebiet zentral erfasst. Damit soll verhindert werden, dass Eltern bei mehreren Einrichtungen Plätze vormerken lassen. Auf die elektronische Anmeldung folgt ein persönliches Gespräch in der gewünschten Tagesstätte.

Ein weiterer Stolperstein erinnert vor dem Kran am Monbag-See (Opladener Straße) an Ernst Kolisch. Ihm war es im „Dritten Reich“ zunächst gelungen, seine jüdische Abstammung zu verbergen. Als er 1944 in der Buchhaltung der Kies- und Sandbaggerei Schwartner arbeitete, wurde er aufgrund einer Denunziation festgenommen und ins Konzentrationslager Buchenwald überstellt. Dort kam er am 26. März 1945 ums Leben.

Mit dem Schelmenwecken beginnt um 11.11 Uhr am Schelmenturm die Karnevalssession 2015/2016. Ihr Motto lautet: „Dr Monnemer fiert Karneval – @pp jetzt och multimedial“. Erstmals präsentiert die Gromoka einen Kinderschelm, die achtjährige Lisa Cramer. Den erwachsenen Schelm gibt weiterhin Alexander Iffland.

Das Mo.Ki-Familienzentrum der fünf Kindertagesstätten im Berliner Viertel ist fortan Marte-Meo-Kompetenzzentrum. Bei Marte Meo werden alltägliche Situationen zwischen Kindern, Eltern und anderen Erziehenden von Pädagogen mit der Videokamera aufgezeichnet und anschließend gemeinsam ausgewertet.

Die Gaststätte Zum Zaunswinkel, Zaunswinkelstraße 28, ist letztmals geöffnet. Wirtin Claudia Korkut, die das Lokal seit 16 Jahren führte, übernimmt zum 12. Dezember die Gaststätte Aufʼm Lohr in Leverkusen-Hitdorf, Hitdorfer Straße 264.

Das Prinzenpaar der Session 2015/2016, Bernd II. (Artelt) und Silke (Nowatzki), wird von der Gromoka in der Festhalle Bormacher proklamiert. Prinz Bernd stammt aus den Reihen der Schwalbenjecke. Ratsfrau Vanessa Serve verkörpert die Gänseliesel, Florian Nellen den Spielmann. Das Kinderprinzenpaar sind David Cramer und Jil Ockenfels.

Der Schriftsteller Wulf Dorn erhält den zum zweiten Mal vergebenen, mit zweitausend Euro dotierten UH!-Literaturpreis der jungen Leser. Die Jury aus neun Schülerinnen der Peter-Ustinov-Gesamtschule und des Otto-Hahn-Gymnasiums zeichnet Dorns Roman „Phobia“ aus.

Ihre Auszeichnung Goldener Schelm verleiht die Gromoka an Dr. Helmut Heymann (63), den Vorsitzenden des Baumberger Allgemeinen Bürgervereins. Die Laudatio im Bürgerhaus hält Emil Drösser, seit 2009 ebenfalls Träger des Goldenen Schelms.

Bei fünfstündigen Kontrollen in zehn Monheimer Gaststätten und Spielhallen entdecken die Ordnungsbehörden von Stadt und Kreis sowie die Polizei manipulierte Automaten und illegale Zusatzspiele. Die beanstandeten Geräte, darunter vier Wettterminals, werden beschlagnahmt und gegen ihre Betreiber Strafverfahren eingeleitet, unter anderem wegen illegalen Glückspiels. Unterstützt werden die Einsatzkräfte von Mitgliedern des überörtlichen „Arbeitskreises gegen Spielsucht“.

Die CDU ändert ihre Organisationsstruktur. Die 1946 gegründeten Ortsverbände Monheim und Baumberg beschließen in gleichzeitigen Versammlungen, sich aufzulösen und im Stadtverband (gegründet 1962) aufzugehen. Die Parteiarbeit soll dadurch effizienter werden. Zudem soll die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden.

In der Stadtmitte beginnt der „1. Monheimer Sternenzauber“, organisiert vom Stadtmarketing. Vor dem Rathaus ist eine 280 Quadratmeter große Eisfläche zum Schlittschuhlaufen und Stockschießen aufgebaut. Das Eislaufen ist kostenlos. Aktive der SG Monheim betreuen den Schlittschuhverleih und halten die Eisfläche glatt. Ab 1. Dezember gibt es auf einer über dem Rathausvorplatz aufgespannten Leinwand einen Adventskalender mit Lasershow. Rathausplatz und Krischerstraße sind prächtig illuminiert. An insgesamt fast 280 Metern Lichterkette strahlen mehr als siebentausend LED-Leuchten. An den Platanen längs der Krischerstraße funkeln 147 Sterne, zudem sind an den Laternen sind Kometenschweife installiert.

Das Kochbuch „Monheim kocht bunt“, herausgegeben von Stadt und Marke Monheim, wird der Presse vorgestellt. Auf 120 Seiten sind 104 Rezepte versammelt, von denen viele aus der vom Stadtteil-Management Berliner Viertel koordinierten Veranstaltungsreihe „Monheim kocht bunt“ stammen. Die internationale Mischung wird abgerundet durch rheinische Gerichte. Die Auflage von „Monheim kocht bunt“ beträgt 750 Stück.

Der diesjährige Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen geht an den schwedischen Schriftsteller Ulf Nilsson und die niederländische Illustratorin Gitte Spee für ihr Buch „Kommissar Gordon – der erste Fall“. Die mit fünftausend Euro dotierte Auszeichnung überreicht Staatssekretär Bernd Neuendorf vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport im Ulla-Hahn-Haus in Anwesenheit von Ulla Hahn und Bürgermeister Daniel Zimmermann.

Dezember

Die Bahnen der Stadt Monheim stellen zwei weitere Busse vom Typ Mercedes-Benz Citaro in Dienst. Die Wagen 7 und 8 lösen die vor 15 Jahren von MAN beschafften letzten Fahrzeuge im alten Farbschema mintgrün / cremegelb ab.

Langjährige SPD-Mitglieder werden bei der Weihnachtsfeier der Arbeitsgemeinschaft „60 plus“ in der Festhalle Bormacher geehrt: für 65-jährige Parteizugehörigkeit Ehrenbürgermeisterin Ingeborg Friebe und der frühere Ortsvereinsvorsitzende Wolfgang Stender, für fünfzig Jahre Dr. Wolf Allihn und der ehemalige Ratsherr Artur Jelinek.

„Rewe Ihr Kaufpark“ im Rathaus-Center ist letztmals geöffnet. Die Michael Brücken Kaufpark GmbH & Co OHG (Hagen) schließt die seit 1993 bestehende Filiale (Berliner Ring 21, bis 1999 unter der Bezeichnung Groka). Die Eigentümerin des Rathaus-Centers, die Phoenix Development GmbH (Bonn), hatte den zum Jahresende auslaufenden Mietvertrag nicht mehr verlängert.

Mit den Stimmen von Peto verabschiedet der Rat den Haushalt 2016. Die Erträge sind auf 330,4 Millionen Euro veranschlagt, die Aufwendungen auf 327,9 Millionen; der Überschuss beträgt 2,5 Millionen. Aus der Gewerbesteuer, die zum 1. Januar von 285 auf 265 Punkte sinkt, werden Einnahmen von 235 Millionen Euro erwartet. Die Zahl der Vollzeitstellen bei der Stadtverwaltung steigt durch weitere Neueinstellungen auf 542,6.

Das erste in der Biermanufactur an der Turmstraße produzierte Bier wird ausgeschenkt: Insgesamt tausend Liter Monheimer Turm-Alt und Monheimer Helles (nach Kölner Brauart), beide obergärigen Sorten kreiert von Brauer Dieter Ritter.

Mit einem Tag der offenen Tür präsentieren sich städtische Musikschule und Kunstschule in ihrem neuen Gebäude am Berliner Ring. Die Musikschule bietet Unterrichts- und Übungseinheiten zum Mitmachen, Ensembleproben und kleine Konzerte. Die Kunstschule spricht mit „Technikmix auf kleinen Leinwänden“, „Last-Minute-Geschenk“ und „Fingerpuppen-Zoo“ insbesondere Kinder an.

Zum 33. Mal findet das weihnachtliche Turmblasen am Schelmenturm statt; dargeboten vom Bläserkreis der Evangelischen Kirchengemeinde, organisiert von Marke Monheim. Das 24. Türchen des Adventskalenders vom „Monheimer Sternenzauber“ wird als Lasershow auf den Schelmenturm projiziert.

Der „1. Monheimer Sternenzauber“ geht zu Ende, die Eislaufbahn vor dem Rathaus ist letztmals geöffnet. Nach Angaben des Stadtmarketings stieg die Zahl der Besucher bereits vor Weihnachten auf über 15.000. Über viertausend liehen Schlittschuhe aus. An den Vormittagen tummelten sich insgesamt 17 Schulklassen auf der Eisfläche, weitere 650 Personen kamen zum abendlichen Eisstockschießen.

Die seit 2005 in der Marienburg ansässige Junior Management School (jMS) GmbH stellt ihren Betrieb ein.

Die Metzgerei Nießen, Zaunswinkelstraße 21, ist letztmals geöffnet. Das Geschäft bestand seit 1950. Mario Nießen, Inhaber in dritter Generation, will sich fortan auf seinen Partyservice konzentrieren.

Die Monate Januar bis März finden Sie hier.
Die Monate April bis Juni finden Sie hier.
Die Monate Juli bis September finden Sie hier.
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.