Monheim bekommt eine Stadthalle

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Bürgermeister Daniel Zimmermann präsentiert das Ergebnis der Machbarkeitsstudie. Fotos (2): de Clerque
 
Die ehemalige Fass-Abfüllanlage der Shell wird umgebaut und soll künftig als Stadthalle bis zu 4000 Besuchern Platz bieten.
Monheim am Rhein: Fass-Abfüllhalle | Monheim bekommt eine Stadthalle. Das gab Bürgermeister Daniel Zimmermann am Freitag im Rahmen einer Pressekonferenz bekannt. Die Stadt kauft die ehemalige Fass-Abfüllhalle der Shell und lässt sie für 28 Millionen Euro zu einer Veranstaltungshalle umbauen. Die Eröffnung ist für Januar 2020 mit der Prunksitzung der Großen Monheimer Karnevalsgesellschaft (Gromoka) geplant.

Die Idee, eine Stadthalle in der ehemaligen Fass-Abfüllhalle unterzubringen, macht in Monheim schon seit gut 15 Jahren die Runde. Eine von der Stadt bei Architekt Günter Schleiff in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie gibt nun den notwendigen technischen Nachweis für die mögliche Nutzung. Mit 640 Sitzplätzen ist die Aula zurzeit die größte Spielstätte im Stadtgebiet. Die neue Stadthalle kann bis zu 4000 Personen fassen. Bürgermeister Daniel Zimmermann spricht hier von einem "Dimensionssprung in die nächste Kategorie".

In der Stadthalle sollen nicht nur die Karnevalisten eine neue Heimat finden, sondern auch Veranstaltungen in Monheim etabliert werden, die es aufgrund der fehlenden Hallengröße bisher noch nicht gibt. "Künstler wie Dieter Nuhr kommen nicht unter 1000 Besuchern", nennt der Bürgermeister ein Beispiel.

Zurzeit wird das Gebäude von der Spedition Hammesfahr als Lagerhalle genutzt. Da die dortigen Kapazitäten nicht mehr ausreichen, plant die Firma einen Neubau auf einem Grundstück hinter dem Monberg. Die Stadt wird die Halle von dem derzeitigen Besitzer Uwe Vogel kaufen und das 13.500 Quadratmeter große Grundstück für 40 Jahre pachten - mit anschließender Kaufoption. Über den Preis möchte Bürgermeister Daniel Zimmermann noch nicht sprechen, da der Vertrag noch nicht abgeschlossen ist: "Das Grundstück ist bewertet worden und es ist ein angemessener Preis."

Die Umbaukosten liegen bei 28 Millionen Euro und werden aus städtischen Haushaltsmitteln finanziert. Die Fass-Abfüllhalle wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und steht unter Denkmalschutz. Die aus Stahlbeton hergestellte Dachkonstruktion gehörte im Rheinland zu den ersten, die in dieser Form gebaut wurde. Das Problem: Das Dach entspricht einem "Betongerippe", bei dem alle sechs Meter eine Säule steht. "Um eine multifunktionale Halle zu bekommen, muss das Innere ohne Stützen sein", sagt Zimmermann. Die Halle selbst ist in acht Segmente gegliedert plus einem Anbau, in dem die Abfüllerei untergebracht war. Da die Firsthöhe nicht ausreichend für einen Veranstaltungssaal ist, wird quasi eine Halle in der Halle gebaut.

Vier Säulen werden herausgenommen und darüber die Dachkonstruktion entfernt. Oben drauf wird ein modernes Dach gesetzt. Die Optik der Halle wird aber nicht wesentlich verändert, da nur 35 Prozent des 7250 Quadratmeter großen Gebäudes betroffen sind. "Die alte Technik wird zu sehen sein und erlebbar gemacht. Das sorgt für ein ganz besonderes Ambiente", meint Zimmermann. Der Eingang zur Stadthalle wird zur Hotelseite liegen. Daran an schließt sich das Foyer und ein 2000 Quadratmeter großer Saal mit der Bühne im hinteren Teil. Dort können mit Tisch und Stühlen 2000 Personen Platz finden, ohne Bestuhlung 4000. Der kleine Saal bietet mit 600 Quadratmetern noch mal Platz für bis zu 1200 Personen.

Für den Betrieb der Halle wird eine eigenständige, städtische GmbH gegründet. Die kommt unter das Dach der Monheimer Versorgungsgesellschaft und wäre eine 100-prozentige Stadttochter. Abhängig vom Nutzungskonzept könnte die Halle dann durch eigenes Personal betrieben oder an einen Dritten weiter verpachtet werden. Die Fixkosten für Erbpacht, Abschreibungen und laufende Bauunterhaltung beziffert der Bürgermeister auf 800.000 Euro pro Jahr. Die variablen Kosten für Service, Personal und Ähnliches sollen sich durch die Veranstaltungen erwirtschaften.

Die Stadthalle ist Thema am 4. Mai im Haupt- und Finanzausschuss sowie in der Ratssitzung am 18. Mai. Wenn der Stadtrat zustimmt, geht es im Sommer 2018 mit dem Umbau los. Bis dahin muss nicht nur das fertige Architekturkonzept vorliegen sondern auch das Nutzungskonzept. Darum kümmert sich das Team von Marke Monheim zusammen mit Externen. Bis Ende 2019 soll der Umbau fertig sein und die Halle mit der Prunksitzung der Gromoka im Januar 2020 eröffnet werden.
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Joachim H. Hartung aus Monheim am Rhein | 31.10.2016 | 15:55  
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