Steuer für halben Hund?

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Nur zur Dekoration stehen diese Hundefiguren im Vorgarten von Detlef Kautz.
Da war Detlef Kautz schon sehr überrascht, als er von der Stadtverwaltung Monheim ein Schreiben erhielt, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass er seinen Hund innerhalb von zwei Wochen anmelden solle. Anderfalls wäre ein Bußgeld fällig. In dem Reiheneckhaus, in dem die Familie seit 35 Jahren lebt, hat es aber noch nie einen Hund gegeben.

Wie alle Grundstückseigentümer hat Detlef Kautz im Zuge der
Hundebestandsaufnahme, die die Stadt von Anfang Mai bis Ende Juni durchgeführt hat, ein Schreiben bekommen, dass Hundehalter sich melden sollen.
„Da wir keinen Hund haben, habe ich das Schreiben entsorgt“, so der Monheimer. Da auch kein Mitarbeiter der von der Stadt beauftragten Firma Adler Kommunalservice mit ihm persönlich gesprochen hat, war für ihn die Sache damit erledigt.

Umso überraschter war Detlef Kautz, als er Anfang der Woche ein Schreiben erhielt, in dem er aufgefordert wurde, seinen Hund innerhalb von zwei Wochen anzumelden. Ansonsten wäre ein Bußgeld von 200 Euro fällig. Die Begründung: Ein Mitarbeiter der Firma Adler Kommunalservice hat am Objekt ein Hundewarnschild gesehen.

„Es gibt aber kein Hundewarnschild und auch keinen Hund“, so der 71-Jährige. Allerdings hat der passionierte Hobbygärtner in seinem Vorgarten zwei Hundefiguren als Dekoration stehen. Eine davon ist genau genommen nur ein halber Hund, da sie nur das Hinterteil des Vierbeiners zeigt. „Muss ich jetzt meine eineinhalb Deko-Hunde anmelden?“, scherzt der Hausbesitzer.

„Natürlich nicht“, sagt Renate Güttler, zuständige Sachbearbeiterin für Hundesteuer bei der Stadt Monheim am Rhein. „Eine schriftliche Rückmeldung, dass er keinen Hund besitzt, reicht aus.“

Sie weiß aus Erfahrung, dass viele Hausbesitzer ein Hundewarnschild zur Abschreckung anbringen, tatsächlich aber keinen Hund haben. Umgekehrt gibt es auch Hundebesitzer, die sich gerne eine oder mehrere Hunde-Figuren als Dekoration in den Garten stellen.

Warum der Mitarbeiter der Firma Adler bei seiner Rückmeldung das Hundewarnschild angegeben hat, kann Renate Güttler erklären: „Es wird mit Tablets gearbeitet. Zur Eingabe stehen vier verschiedene Kürzel zur Verfügung. Die stehen zum Beispiel für Hund bellt, Hund läuft rum oder eben für das besagte Hundewarnschild. Wir müssen natürlich jedem Hinweis nachgehen. Dafür wird ein Standardschreiben rausgeschickt.“

Der Hundebestand wird alle fünf Jahre überprüft – mit Erfolg. 160 Hunde sind bereits neu angemeldet worden.
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