Extremhitze auf dünnem Eis!

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Aufzug einer Superzelle am 21. Juli 2009 in Monheim. (Foto: Armin Opherden)
Von Armin Opherden

Die anstehende Extremhitzewelle steht im doppelten Sinne auf dünnem Eis: Das Erreichen neuer Rekordwerte ist möglich aber unsicher, und es besteht das Risiko schlimmer Unwetter!

Die Luftmassen, die aktuell auf dem Weg von Afrika zu uns sind, sind zwar ungewöhnlich heiß. Die Natur ist jedoch ständig um Ausgleich bemüht. Da wir uns nicht im Zentrum eines riesigen Kontinents befinden, sind die Meere, und damit deutlich kältere Luft, nicht weit.

Das hat Folgen: Zum einen kann die besonders heiße Luft Ausgleichsströmungen in Gang setzen. Dann kühlt es ab oder wird in Bodennähe gar nicht erst so extrem heiß. Es kann zwar durchaus sein, dass in NRW in den nächsten Tagen 40 oder 41 Grad erreicht werden, ebenso wie in unseren westlichen Nachbarländern. Naturgemäß steht dies aber auf sehr wackeligen Füßen.

Und dann ist da noch eine ernste Gefahr, die man auch bildlich mit dünnem Eis vergleichen kann: Über der heißen Luft befindet sich nämlich ein "Deckel", quasi die Eisschicht. Das ist Luft mit einer bestimmten Temperatur, die es nicht erlaubt, dass die heiße Bodenluft hochsteigt. Es bleibt somit sonnig und oft völlig wolkenlos.

Schafft die heiße Luft aber aus irgendeinem Grund doch den Durchbruch, wird plötzlich eine ganz andere Situation geschaffen, die sich ähnlich dramatisch entwickeln kann, wie beim Einbrechen eines Menschen in eine Eisdecke, auf der er vorher friedlich genießend unterwegs war. Es kann schnell lebensgefährlich werden!

Nach dem Durchbrechen des Deckels kann die Luft nämlich ungehindert nach oben schießen und mächtige Wolkentürme bilden. Die Folge können enorm schwere, sehr rapide entstehende Unwetter sein!

Es ist Ferienzeit, und auch das kommende Wochenende fällt in die aktuelle Hitzephase. Es dürften also sehr viele Menschen in der Natur und an Badegewässern sein. Dabei sollte man ein wachsames Auge auf die Wetterentwicklung haben, unmittelbar und mit Hilfe des (mobilen) Internets. Lieber zu früh als zu spät den Heimweg antreten! Spätestens seit dem Pfingstunwetter im letzten Jahr weiß ich aus eigener Erfahrung, wie brutal Unwetter sein können und wie schnell sie manchmal aufziehen!


Linktipps zur Erkennung von Unwettern in der Nähe:

knmi.nl/neerslagradar/index.php
www.blitzortung.org/Webpages/index.php?lang=de
www.unwetterzentrale.de/uwz/
mobil.dwd.de
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