Jugendwerkstatt unter dem Dach von Bildung³

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Den beruflichen Alltag und den richtigen Umgang mit Holz und lernt Simon Klein (22) bei Schreiner Detlef Kaiser. Foto: Stephan Köhlen
 
Olaf Schüren, Bildung³-Geschäftsführer (v.l.); Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie und Maler Olaf Pinoschewski unterstützen Jugendliche auf dem Weg in den Arbeitsmarkt. Foto: Birte Hauke

Seit Ende September ist Monheims Jugendwerkstatt ein Teil des Projekts Bildung³. Durch das Netzwerk der Städte Langenfeld, Hilden und jetzt auch Monheim ergeben sich neue Möglichkeiten der Betreuung. Nicht ohne Stolz blickt man in der Jugendwerkstatt aber auch auf die bisherige Arbeit zurück.

Seit Ende September gehört die Jugendwerkstatt der gemeinnützigen GmbH Bildung3 der Südkreis-Städte Hilden, Langenfeld und Monheim an. 2014 waren in Monheim mehr als 150 Jugendliche arbeitslos. :„Wir haben fast ein Drittel davon begleitet, das ist schon toll“, freut sich Simone Feldmann, Bereichsleiterin Kinder, Jugend und Familie. Deshalb könne Sie das Angebot auch guten Gewissens an Bildung³ übergeben.

„Das Ziel ist die Verselbstständigung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen.“

Olaf Schüren, Bildung³-Geschäftsführer

Die GmbH vereint die Angebote der Monheimer und Hildener Jugendwerkstätten und der Gemeinnützigen Gesellschaft gegen Arbeitslosigkeit mbH Langenfeld. Ziel der Kooperation ist es, jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu eröffnen und sie in das Arbeitsleben zu integrieren.

In der Jugendwerkstatt am Düsselweg werden seit 1988 Maßnahmen zur beruflichen Orientierung, Qualifikation und Förderung angeboten. An Werkbänken können sich die Jugendlichen als Schreiner versuchen, an Wänden als Maler. Einen PC-Raum haben sie selbst renoviert. „Es geht hier nicht darum, dass die Jugendlichen Schreiner werden, sondern sich ausprobieren, motivieren und orientieren können, was ihnen am besten liegt“, erklärt Olaf Schüren, Geschäftsführer von Bildung³.

„Vielen fehlt es an Selbstwertgefühl.“

Detlef Kaiser

Den meisten fehle neben der Orientierung das Selbstwertgefühl. In der Werkstatt gewöhnen sie sich an feste Tagesstrukturen und entdecken ungeahnte Fähigkeiten. „Die Jugendlichen kommen gerne hier hin, hier herrscht eine freundliche, fast familiäre Stimmung“, berichtet Detlef Kaiser, der die Jugendlichen als Schreiner unterstützt.

In Hilden liegt der Schwerpunkt bei Metall und kaufmännischen Berufen, in Langenfeld gibt es eine Fahrradwerkstatt. Mehr als 470 Kooperationsbetriebe bieten Praktika an. „Der Reiz ist die Erfahrung, die alle Beteiligten mitbringen. Wir wollen, dass den Jugendlichen geholfen wird und sind nicht auf eine Gewinnmaximierung aus“, sagt Schüren. 20 Prozent der Kosten tragen die Städte, der Rest wird aus Drittmitteln finanziert.

Durch die GmbH können in Monheim jetzt auch Jugendliche auf dem Weg in den Arbeitsmarkt, im Rahmen des Projektes „Jugend in Arbeit plus“, und ausbildungsbegleitend unterstützt werden. Gemeinsam werden Bewerbungen vorbereitet und Stellen gesucht. Wem der Druck in der Berufsschule zu viel wird, Schulden nicht bezahlen kann oder Unterstützung mit der ersten eigenen Wohnung benötigt, wird in der Jugendwerkstatt sozialpädagogisch unterstützt.
„Das Ziel ist, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbstständiger werden“, erklärt Schüren. Dass das funktioniert, zeigen die begleiteten Jugendlichen. „Viele kommen nach einer erfolgreichen Prüfung zu uns, um sich zu bedanken. Das gibt uns die Stärke weiterzumachen“, freut sich Maler Bruno Pinoschewski.

Gleichzeitig sieht Schüren ein Problem mit der Lobby der Jugendlichen, die die Hilfe der Einrichtung benötigen:„Oft hört man, dass es doch genug Jobs gäbe und die Jugendlichen gefälligst arbeiten gehen sollen. Nicht selten liegen die Gründe, warum jemand keine Arbeit findet, aber sehr tief und haben nicht nur etwas mit der beruflichen oder schulischen Ausbildung zu tun.“ Auch hier setzt Bildung³ an und bietet so weit mehr als Nachhilfe oder Ausbildung.
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