KKV plädiert für mehr Gelassenheit in 2017

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Erst Fakten prüfen, bevor man kritisiert – Wenn aus Gleichgültigkeit alles gleich gültig ist!

Wie heißt es so treffend: „Das Geheimnis einer guten Ehe besteht darin, Katastrophen nur als Zwischenfälle und Zwischenfälle nicht als Katastrophen zu sehen.“ Diese Erkenntnis gilt natürlich nicht nur für das Zusammenleben von Ehepaaren, sondern generell für den Umgang von Menschen miteinander. Sei es in der Familie, in der Nachbarschaft ja bis hin zum Miteinander in einer Kommune oder innerhalb eines Staates. Der KKV, Verband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung, appelliert daher an alle Bundesbürger, das neue Jahr als Chance für einen Neuanfang zu begreifen. „Und hierzu gehört vor allem Gelassenheit“, unterstreicht der Monheimer KKV-Bundesvorsitzende Bernd-M. Wehner. „Bevor man sich von irgendwelchen Meldungen ins Bockshorn jagen lässt, sollte man erst einmal die Fakten prüfen und sie vor allem in Relation sehen“, so sein Rat für das neue Jahr. Panik und Angst seien noch nie gute Ratgeber gewesen.

Statistische Zahlen in Relation setzen

Ein typisches Beispiel, wie schnell Ängste entstünden, seien die Terrormeldungen der Vergangenheit gewesen, so der katholische Sozialverband. So hätten bereits vor dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt drei von vier Deutschen Angst vor Terroranschlägen, so die repräsentative Studie „Die Ängste der Deutschen“. Die Schreckensmeldungen des vergangenen Jahres haben zu einer Zunahme dieser Sorgen um 40 Prozent gegenüber 2015 geführt – und der bislang größte Anschlag auf deutschem Boden dürfte den Trend weiter verstärken. „Doch so fürchterlich jeder einzelne Tote ist – die Statistik rechtfertigt die generellen Ängste nicht“, gibt Wehner zu bedenken. Demnach sind in Deutschland seit dem Jahr 2000 rund zwei Terroropfer pro Jahr zu beklagen. Dem stünden jährlich mehr als 3.000 Verkehrstote und mehr als 9.000 Menschen gegenüber, die bei häuslichen Arbeiten ums Leben kämen. „Damit sollen solche abscheulichen Verbrechen nicht bagatellisiert werden. Aber sie erscheinen in einem anderen Licht, wenn man sie in Relation zu anderen Ereignissen setzt.“

Wie will man das christliche Abendland retten, wenn man mit dem christlichen Glauben „nichts mehr am Hut hat“?

Andererseits sind wir – besonders als Christen – gefordert, Unrecht beim Namen zu nennen und ungerechte Strukturen zu bekämpfen. „Dazu gehört auch der Einsatz für Menschen, die in Not geraten sind oder wegen religiöser Verfolgungen oder aus anderen Gründen bei uns Schutz suchen.“ Auch hier sollten wir nicht einfachen Parolen nachlaufen, unterstreicht der KKV-Bundesvorsitzende. „Dass auch die Bundesrepublik Deutschland als Staat, dessen politische Grundlagen auf dem christlichen Menschenbild beruhen und er sich demzufolge im Grundgesetz zur Asylgewährung verpflichtet hat, hier gefordert ist, dürfte ebenfalls unstrittig sein. Natürlich kann Deutschland nicht die gesamte Welt retten“, betont deshalb Wehner. „Das schaffen wir nicht. Aber als wohlhabendes Land sind wir bisher mit Sicherheit noch nicht durch die Flüchtlinge überfordert gewesen.“ Im Übrigen sei es auch eigenartig, dass viele Gegner der Flüchtlingspolitik auf einmal das christliche Abendland retten wollten, obwohl sie mit dem christlichen Glauben kaum „noch was am Hut haben“.
Der KKV appelliert daher an die Mitbürger: „Erst informieren und dann – wenn nötig – kritisieren, und dass in einer menschlich fairen Weise.“

„Was scheren mich Fakten, ich habe mein Vorurteil“

Gleichzeitig sei es erstaunlich, dass der Begriff „postfaktisch“ auf einmal als ein neues Phänomen entdeckt werde. Die damit verknüpfte Definition lautet: Ein großer Teil der Bevölkerung lässt sich nicht mehr von Fakten, sondern von Gefühlen und Vorurteilen leiten. Abgesehen davon, dass die meisten Entscheidungen gefühlsmäßig fallen – jeder Marketingexperte weiß das – und erst im Nachhinein rational begründet werden, ist auch dies kein Novum. Wie hat es doch der Volksmund schon lange formuliert? „Was scheren mich Fakten, ich habe mein Vorurteil.“ Wen wundert es dann, wenn in sogenannten sozialen Medien Hasstiraden zunehmen? Oder Gewalttätigkeiten gegen Polizisten, Feuerwehrleute oder andere Helfer an der Tagesordnung sind?

„Offenbar leben wir heute in einer Zeit, in der vielfach aus Gleichgültigkeit alles gleich gültig ist. Andererseits beklagen wir, dass Werte wie Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Treue, Hilfsbereitschaft, Rücksicht oder Höflichkeit immer mehr den ‚Bach hinuntergehen‘. Dabei haben wir es selbst in der Hand, dies zu ändern“, so der KKV-Bundesvorsitzende. Wie hat es Anne Frank so treffend formuliert? „Wenn du die Welt ändern willst, dann fange bei dem Menschen an, den du jeden Morgen in deinem Spiegel siehst.“ Fangen wir noch heute damit an. Niemand hindert uns daran.

Der Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung e.V. ist ein katholischer Sozialverband mit rund 80 Ortsgemeinschaften in ganz Deutschland. Informationen zum KKV erhalten Sie im Internet unter www.kkv-bund.de, oder unter 0201 87923 – 0.
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