KKV-Podiumsdiskussion: „Flüchtlinge in Monheim am Rhein“

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Das Podium von links: Herbert Süß, Pfr. Burkhard Hoffmann, Bgm. Daniel Zimmermann, Elmar Borgmann und Wolfgang Mai
Vor rund 120 Zuhörern referierten Bürgermeister Daniel Zimmermann, Pfarrer Burkhard Hoffmann, Elmar Borgmann (SKFM) und Wolfgang Mai (Agentur für Arbeit) über das Thema „Flüchtlinge in Monheim“. Moderator, Herbert Süß, gab einen kurzen Überblick über die Flüchtlingssituation in Deutschland und Europa und prangerte die Sünden der letzten Jahrhunderte an: Kolonialismus, Waffenlieferungen und Unterstützung von temporären Regierungen. In Zeiten der Globalisierung und medialen Vernetzung hätten die Flüchtlinge beeindruckende Bilder von der starken Wirtschaftskraft und der geringen Arbeitslosigkeit in Deutschland gesehen. Die praktizierte Kultur der Barmherzigkeit der Kirchen und der Menschen habe bei ihnen Hoffnungen auf ein neues, geordnetes Leben geweckt. Sich in Deutschland integrieren zu müssen, bedeute für die Flüchtlinge die Erlernung der deutschen Sprache, die Beachtung der deutschen Rechts- und Gesellschaftsordnung, sowie des Grundgesetzes.

Pfarrer Hoffmann berichtete von seinen eigenen Erfahrungen als Flüchtling. Als Kaplan habe er Spätaussiedler aus Polen und als Pastor Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien begleitet. Die Nationalität sei kein Kriterium für die Kirche, sondern dass Gott uns nach seinem Ebenbild geschaffen habe und damit begründe sich die Würde des Menschen, die auch im Grundgesetz verankert sei.

Bürgermeister Zimmermann gab folgende Daten bekannt: Von den 700 Flüchtlingen seien bereits 450 in eigenen Wohnungen untergebracht. Dank der LEG, die monatlich ein Potential von 25 Umzügen habe, sei es der Stadt gelungen, kontinuierlich fünf bis zehn dieser Wohnungen für die Flüchtlinge anzumieten. Vier neue Kitas sollen gebaut werden, elf neue Stellen für Sozialarbeiter seien 2015 geschaffen worden. Ohne genaue Kosten und Zuschüsse für die Flüchtlinge nennen zu können, sei die Bilanz ausgeglichen.

Elmar Borgmann (SKFM) erläuterte die konstruktive Arbeit des SKFM. Der SKFM stocke die Zahl der Sozialarbeiter von zwei auf 13 Stellen auf und schaffe so eine gute Koordination der vielen rührigen Ehrenamtler mit den Kindergärten und Schulen. Wolfgang Mai (AfA) stellte fest, dass sein Amt alles tue, um die Flüchtlinge zu integrieren. 25 zusätzliche Mitarbeiter betreuten 400 Flüchtlinge im Integrationspunkt in Mettmann. Ziel sei es, sie in Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen zu bringen, soweit sie Deutsch könnten. Es werde geprüft, welche Kenntnisse sie mitbrächten, um sie dann weiter zu qualifizieren und in den Arbeitsmarkt zu vermitteln. Dabei stellte er ein Autohaus in Langenfeld heraus, dass zwei junge Syrer ausbildet und beschäftigt.

Die Fragen aus dem Publikum wurden von den Fachleuten ausführlich beantwortet. Ein Zuhörer lobte das große soziale Engagement des Monheimer KKV. Der KKV-Vorsitzende, Herbert Süß, dankte den Podiumsteilnehmern und schenkte ihnen das neue Buch von Pfarrer Franz Meurer, einem Fachmann für die Integration in Köln Höhenberg-Vingst, und eine gute Flasche Wein
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