„Wir wollen eine echte Alternative zur Peto bieten"

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Tim Brühland ist der frisch gewählte Parteivorsitzende der CDU. Foto: de Clerque
Die CDU macht sich fit für die Zukunft. Auf der kürzlich stattgefundenen Mitgliederversammlung wählten die Anwesenden einen neuen Vorstand. Als neuer Vorsitzender steht nun Rechtsanwalt Tim Brühland (37) an der Spitze der Partei. Sein Vorgänger und Fraktionsvorsitzender Markus Gronauer (44) bleibt als Stellvertreter dabei. WA-Mitarbeiterin Sabine Polster sprach mit Tim Brühland über Ziele, Wünsche und Vorstellungen für die kommenden Jahre.


Am Montag war die konstituierende Sitzung des neuen Vorstands. Wo liegen die Prioritäten für die künftige Arbeit?

Unser großes Ziel ist natürlich die nächste Kommunalwahl in 2020. In diesem und im nächsten Jahr stehen keine Wahlen an. Das heißt, wir werden die Zeit nutzen, um die Partei zukunftsfest zu machen und innerhalb des Vorstandes effektiv zu arbeiten.

Was werden Sie ändern und mit welchem Ziel?

Vor uns liegt ein großes, innerparteiliches Projekt. Wir wollen die Partei effektiver machen. Zurzeit haben wir drei Parteiverbände, den Stadtverband, den Ortsverein Monheim und den Ortsverein Baumberg. Da müssen wir uns selbst die Frage stellen, ob das noch zeitgemäß ist. Eine große Rolle spielt dabei auch die zeitliche Belastung, gerade für die Vorstandsmitglieder. Unser Ziel lautet: Eine Stadt - ein Stadtverband. Das heißt, die beiden Ortsverbände gehen mit im Stadtverband auf.

Inwieweit wurden die Weichen dafür auf der Mitgliederversammlung gestellt?

Wir verstehen uns als Volkspartei und das spiegelt auch unser Vorstand wider. Wir repräsentieren sämtliche Bevölkerungsgruppen – vom Studenten bis zum Rentner. Wir nehmen die Senioren Union genauso mit ins Boot wie die Junge Union und die Mittelstandvereinigung. Wir haben den Vorstand bewusst klein gehalten, um nach der Parteistrukturreform entsprechend nachwählen zu können und die freien Plätze mit Leuten aus den Ortsverbänden zu besetzen. Doch bevor es soweit ist, stehen sehr viele formale Dinge an, wie eine neue Satzung und Geschäftsordnung.

Die CDU hat bei der Kommunalwahl ziemlich viele Stimmen eingebüßt. Rückblickend auf den letzten Wahlkampf: Was würden Sie aus heutiger Sicht anders machen?

Es war nicht gut, ohne einen eigenen Bürgermeisterkandidaten anzutreten. Das wird so nicht mehr passieren. Wir müssen als Volkspartei den Anspruch haben, mit einem eigenen Kandidaten ins Rennen zu gehen.

Die CDU hat sich damals bewusst gegen einen eigenen Kandidaten entschieden...

Wir hätten fähige Leute gehabt, Männer wie Frauen. Aber wir haben uns wohl überlegt, mit welcher Chance wir in den Wahlkampf gehen. Gegen Daniel Zimmermann war kein Kraut gewachsen, wie das überragende Ergebnis zeigt. Wir haben damals entschieden, einen potenziellen Kandidaten nicht zu verheizen. Heute sagen wir, es wäre besser gewesen mit einem eigenen Kandidaten anzutreten, einer Person, die im Wahlkampf vorne steht, nach außen auftritt und so eine viel bessere Außenwirkung erzielen kann. Die Wahl war sehr eindeutig. Das zeigt uns für die Zukunft, dass wir uns anders aufstellen müssen und das werden wir auch tun.

Gibt es schon einen möglichen Kandidaten?

Nein. Es gibt natürlich Überlegungen. Aber bis zur nächsten Kommunalwahl sind noch fünf Jahre Zeit. Da kann viel passieren.

Wie sehen Sie die derzeitige Rolle der CDU im Rat?

Wir waren keine Frontalopposition, als es noch keine eindeutige Mehrheit gab und sind viele Kompromisse eingegangen. Aber wir konnten noch an der Stellschraube drehen. Jetzt, mit nur noch sieben Ratsmitgliedern, müssen wir andere Wege wählen, um auf uns aufmerksam zu machen. Die Situation ist schwieriger, aber nicht schlechter. Wir müssen nur eben andere Wege nehmen, um Dinge zu beeinflussen. Uns ist es wichtig, den Finger in die Wunde zu legen – dafür gibt es genügend Anlässe – und Alternativen aufzuzeigen. Wir wollen aber auch nicht nur die Meckereipartei sein. Die Bürger müssen das Vertrauen zu uns haben, dass wir es besser machen können.

Wie wollen Sie das Vertrauen zurückgewinnen?

Unser wichtigstes Ziel ist, den Wählern zu zeigen, dass wir eine echte Alternative zur Peto bieten. Wir haben auch bei der letzten Wahl auf Ratsebene ein klares Angebot gemacht und Abgrenzungen zu den anderen Partei dargestellt. Im Verhältnis gesehen sind wir mit unseren sieben Sitzen gut weggekommen. Aber wer soll Peto Paroli bieten, wenn nicht wir? Wir bieten die Erfahrung von Leuten, die jahrzehntelang dabei sind und über entsprechende Lebenserfahrung verfügen, ebenso wie junge, frische Kräfte. Das ist eine sehr sehr gute Mischung, die andere Parteien in Monheim so nicht aufweisen können. Und das Wähler-Potenzial ist da. Denn anders als bei der Kommunalwahl haben bei der Kreistagswahl sehr viele Wähler ihr Kreuz bei der CDU gemacht. Die drei Monheimer Wahlbezirke sind fest in CDU-Hand.

Gibt es schon konkrete Pläne, wie Sie Ihre Partei wieder mehr in den Fokus rücken wollen?

Wir wollen verstärkt in die Öffentlichkeit treten. Zwei Vorstandsmitglieder werden sich um Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kümmern. Wir wollen weniger interne und mehr externe Veranstaltungen anbieten und damit neue Leute ansprechen. Wir wollen als Partei mehr in den Fokus treten. Das heißt für uns auch, dass wir uns öfter mit Infoständen in die Stadt stellen müssen. Nur so können wir dem Bürger vermitteln, dass wir da sind und das er uns ansprechen kann, wenn er will.


Vorstand:

Dem neu gewählten Vorstand gehören an: Parteivorsitzender Tim Brühland, Fraktionsvorsitzender Markus Gronauer, Michael Nagy und Peter Raabe als Stellvertreter, Geschäftsführerin Ines Just, Kassierer Mark Wettstein sowie die Beisitzer Lina Kregel, Harald Senft, Günter Wehn, Angela Linhardt, Michelle Holz, Jürgen Goldmann und Gerd Lohmann. Zum erweiterten Vorstand gehören Ursula Klomp (Senioren Union), Gabi Hackel (MIT) und Karl-Heinz Göbel (Kreisvorstand).
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