Fernsehzeitungs-Verweigerer!

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Ich war Fernsehzeitungs-Verweigerer. Meine Eltern lasen damals die HÖRZU ganz regelmässig. Auch kein Wunder, mein Vater war EDEKA-Kaufmann in Krefeld-Bockum und mir standen damals schon alle Zeitungen zu Verfügung, die er in seinem Ladenlokal anbot. Meine Affinität als Achtjähriger waren Mickey Mouse und Donald Duck-Heftchen.Und ich bemühte mich, sie immer so vorsichtig wie möglich zu lesen, dass es ihm nicht auffiel, damit ich sie gelesen hatte, um sie schnurstracks wieder auf den Verkaufsständer zurück zu legen. Aber er hatte meinen Trick durchschaut und ich war immer überrascht, wenn er mich dann zur Kasse bat. Nur dafür bekam ich Taschengeld und ich musste jedes verfluchte Wochenende mein Haushaltsbuch führen. Sozusagen dem Vater meine Gewinn- und Verlustrechnung, wo denn das Taschengeld für was ausgegeben wurde, vorlegen. Ich weiß nicht, wann er es endlich aufgegeben hat, mich danach zu fragen. Das TV- Programm war es aber nicht, was mich damals an der HÖRZU so faszinierte. Denn das Wohnzimmer zum TV schauen, war Tag und Nacht, durch eine Schiebetür für mich unerreichbar verriegelt und verrammelt. Wenn da nicht auf der vorletzten Seite der HÖRZU ein Farbdruck eines bekannten Malers, bei dem man auf 2 identischen Bildern die Fehler finden musste, abgebildet war. Wie es nun dazu kam, das ich selbst nicht zum HÖRZU -Leser wurde? Ich glaube, ich wollte nie so sein, wie mein Vater! Aber die Prägung das Geld nicht einfach so zum Fenster raus zu werfen, blieb und ist bis heute ein wichtiger Teil von mir. Es muss sich tatsächlich rechnen bei mir, sonst gebe ich es nicht aus, das liebe Geld. So habe ich bis heute kein Kästchen in meinem Sprachgebrauch für so Sätze wie: Habe ich eigentlich schon die aktuellste Fernsehzeitung? Eigentlich könnte ich mir doch eine TV-Zeitschrift abonnieren?

Aber ich habe ein neues Kästchen in meinem Sprachgebrauch, das nennt sich Smart-phones. Denn immer mehr Dinge, die man früher als Zeitung in Papier bekam, sind nun auf Smartphones und Tablets digital verfügbar. Und jetzt plötzlich mache ich mir Gedanken doch mal Dinge Online zu lesen. Bildzeitung zum Beispiel. Da hat mich früher am Wochenende immer nur der Sportteil interessiert. BILD + online zu lesen ist mainstream pur und viel angenehmer, weil mich meine Kollegen nicht mehr so doof von der Seite anschauen und auch der redaktionelle Teil ist viel besser geworden. Horoskope, Kochrezepte, und Bundesliga -Fußball bekomme ich jetzt früher als alle anderen noch vor Beginn der Sportschau zu lesen.

Und die gute alte TV-Zeitung? ´Gerade eben hat es bei mir klick gemacht. Die gibt es ab sofort online für jeden Smartphone-Nutzer kostenlos. Und nennt sich Klack. Die Vor- oder auch Nachteile solltest du gefälligst selbst herausfinden. Immerhin will ich Dir hier nicht's verklickern.
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9 Kommentare
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Willi (Wilfried) Proboll aus Kamp-Lintfort | 14.03.2015 | 16:49  
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Willi (Wilfried) Proboll aus Kamp-Lintfort | 14.03.2015 | 16:52  
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Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 14.03.2015 | 17:09  
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Joachim H. Hartung aus Monheim am Rhein | 14.03.2015 | 17:38  
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Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 16.03.2015 | 06:23  
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Joachim H. Hartung aus Monheim am Rhein | 19.04.2015 | 09:52  
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Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 19.04.2015 | 10:24  
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Joachim H. Hartung aus Monheim am Rhein | 18.08.2015 | 10:46  
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Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 18.08.2015 | 11:24  
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