Senioren-Fanclub feiert Fortunas Heimsieg

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Auf dem Weg ins Stadion (sitzend von links): Günther Czieslik, Gerhard Schleicher, Leo Jans und Herrmann Heinlein. (Foto: Michael Carrasco)
Ein nachträgliches Nikolaus-Geschenk gab es für Herrmann Heinlein, Leo Jans, Gerhard Schleicher und Günther Czieslik in der Düsseldorfer Esprit arena. Die vier Bewohner des St. Marien Altenheims in Monheim erlebten den 1:0-Heimsieg der Zweitligakicker von Fortuna Düsseldorf gegen Eintracht Braunschweig live mit.

Das passt: Das Quartett – die vier Fußballfans kommen zusammen auf mehr als 320 Lebensjahre ­– bildet den Altenheim-internen „Fortuna Düsseldorf-Senioren-Fanclub“. Mit im Stadion waren Wohnbereichsleiter (WBL) Markus Schmitz, Jürgen Filz vom Sozialdienst, der ehrenamtliche Mitarbeiter Michael Carrasco und der Schwiegersohn von Günther Czieslik.

Schon zum siebten Mal waren die Fortuna-Fans aus Monheim live bei der Fortuna. Endlich gab es einen Sieg zu bejubeln. Gerhard Schleicher, Jahrgang 1921, war zu Tränen gerührt: „Endlich“, lautete sein Kommentar. Der 20 Jahre jüngere Leo Jans freute sich riesig: „So möchte ich die Fortuna spielen sehen.“ Dabei waren eigentlich die Braunschweiger Favorit. Doch der Fortuna-Finne Pohjanpalo traf in der 25. Minute. Die Führung hielt, obwohl die Fortuna nach der Gelb-Roten Karten gegen Haggui (56.) mehr als 30 Minuten ein Mann weniger waren. Aufregung pur, zumal es auch am Rand der Partie jede Menge Gesprächsstoff gab: Startrainer Christoph Daum soll die Fortuna übernehmen, was der Senioren Fanclub aus Monheim ausdrücklich begrüßt.

Herrmann Heinlein: „Mit Daum hätten wir einen erfahrenen Motivator für unsere junge Mannschaft.“ Und augenzwinkernd: „Vielleicht ist ja sogar noch der Aufstieg drin.“ Könnte klappen: Die Fortuna hat jedenfalls einen Lauf. Das bekam gestern auch WBL Markus Schmitz zu spüren: „Ich als Bayern-Fan muss mir natürlich auch noch den Spott über die 1:3-Niederlage gegen Mönchengladbach gefallen lasse“, lacht er und verteilte am Tag nach dem Ausflug in die Landeshauptstadt viel Lob: „Die Mitarbeit der Fortuna bei der Organisation war super.“

Mittlerweile haben die Fußballsenioren, die allesamt auf den Rollstuhl angewiesen sind, und ihr Reiseteam für die Stadionbesuche schon Routine entwickelt. Markus Schmitz: „Natürlich muss man viele Vorkehrungen treffen, aber solche Erlebnisse bereichern, deswegen machen wir das gerne.“ Immer nur Sportschau gucken sei ja auch langweilig, pflichten ihm die Senioren-Fans bei. Der nächste Ausflug zur Fortuna kommt also bestimmt. Schmitz: „Fußball ist hier ein großes Thema und wird stets heiß diskutiert.“ In dieser Woche haben die Fortuna-Fans auf jeden Fall Oberwasser.
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