Bleibt die Kirche doch?

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Sehr gut besucht war die Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan Lindenhof.
 
Jürgen Liebich (mit Mikro) informierte die Anwesenden über die neueste Entwicklung.

Überraschende und völlig unerwartete Neuigkeiten und Informationen gab es auf der Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan „Lindenhof“. Das Amt für Stadtplanung, Bauaufsicht und Stadtentwicklung hatte zu dieser Veranstaltung in den Gemeindesaal der Christuskirche am Lindenhof eingeladen.

Gerappelt voll war der Saal. Anwohner, Gemeindemitglieder und interessierte Bürger waren erschienen um sich vor Ort zu informieren. Bezirksbürgermeister Hermann-Josef Hüßelbeck moderierte die Versammluing. Jürgen Liebich (Leiter des Planungsamtes) informierte über den aktuellen Sachstand und die Vorgehensweises, sowie die brandneuneun Entwicklungen. Seine Mitarbeiter Elke Rödel und Dieter Triesch unterstützen ihn dabei.

Kirche muss sparen

Die evangelische Kirchengemeinde Broich-Saarn, der das Grundstück nebst darauf befindlichen Immobilien gehört, muss sich aus Sparsamkeits- und Kostengründen wohl oder übel von dem Besitz trennen. Dazu Pfarrer Thomas Jantzen: „Uns geht es nicht darum einen möglichst hohen Verkaufserlös für das Anwesen zu erzielen, sondern wir sind notgedrungen zum Sparen gezwungen, weil die laufenden Unterhaltskosten nicht mehr aufzubringen sind.“

Denkmalschutz

Bisher war die Welt für Kirchengemeinde und das Presbyterium in Ordnung. Die Vorbereitungen für den Verkauf waren schon weit gediehen. Die Kirche soll Ende Mai entwidmet und der Standort des Gemeindezentrums aufgegeben werden. Als Folgenutzung wurde eine Wohnbebauung entwickelt, für die bereits eine Bauvoranfrage gestellt wurde. Der Planungsausschuss hatte am 3. Februar 2015 in seiner Sitzung die Aufstellung des Bebauungsplanes beschlossen. So weit, so gut. Bis dann dem Planungsamt der Stadt ein Brief ins Rathaus flatterte, in welchem die Landeskonservatorin, Dr. Andrea Pufke von der Oberen Denkmalbehörde ankündigte, dass die Kirche unter Denkmalschutz gestellt wird. Ein „Wutbürger“, der sich nicht mit den Aktualitäten und Entwicklungen anfreunden konnte oder wollte, wird wohl die Denkmalbehörde über den Verkauf informiert haben. Gleich wohl, aufhalten wird er damit die Bebauung nicht. Und erleichtert hat er dem Eigentümer, der evang. Kirchengemeinde, damit die Veräusserung auch nicht. Ein Anwohner vom Schneisberg fragte denn auch Jürgen Liebich (Leiter des Planungsamtes): „Das mit dem Denkmalschutz ist ja ganz neu und aktuelle. Wie verändert das die Situation denn? Wir das jetzt teurer für Kirche? Die haben doch Geldmangel oder soll ich besser sagen die haben Geldnot? Aber eigentlich bin ich ja katholisch und habe damit gar nichts zu tun.“

Vorschläge zur Nutzung

Erleichtern wird es den Verkauf dadurch für die Kirche keinesfalls. Geschmälert wird natürlich auch der Erlös, denn der mögliche Investor wird sicherlich mehr Investitionen aufwenden müssen. Ganz zuschweigen von dem zeitlichen Ablauf der sich durch diese neue Konstellation ergeben wird. „Die Landeskonservatorin hat jetzt sechs Monate Zeit um ein Gutachten zu erstellen, welches die Denkmalwürdigkeit nachweisen soll.“ führte Liebich aus. Danach wird die Kirchengemeinde Gelegenheit bekommen dazu Stellung zu nehmen. Für Jantzen jedenfalls steht fest: „Es wird nur eine Gesamtlösung geben. Also Grundstück und alle Immobilien werden zusammen veräussert.“
Ein weiteres Thema waren bereits Vorschläge für die spätere Nutzung des Kirchengebäudes. Von einem Cafè, über eine Urnenstätte bis zur Gastronomie reichten die gut gemeinten Inspirationen der Anwesenden. Da aber musste sich wieder Pfarrer Jantzen zu Wort melden und ob der völlig neuen und unverhofften Situation erst einmal mitteilen: „Das Presbyterium muss ich mit dieser neuen Gemengelage erst einmal beschäftigen, bevor weitere Schritte und Reaktionen veranlasst werden.“

Neue Probleme

Fakt bleibt, der wie vielen anderen Kirchengemeinden auch, auf Einsparungen angewiesenen evangelischen Kirchengemeinde Broich-Saarn, sind weitere und neue Probleme auferlegt worden, die finanziellen Nachteile nach sich ziehen werden. Und Fakt bleibt auch, dass eine Bebauung kommen wird. Denn Kirche und Kirchengemeinde sowie Stadt ziehen an einem Strang. Jürgen Liebich gab dazu das Bekenntnis ab: „Wir als Stadt bieten Hilfe bei der Planung an und sagen Transparenz und Offenheit zu. Wir lassen die Kirchengemeinde nicht im Regen stehen!“
Den „Wutbürger“ werden diese Dinge eher nicht erfreuen.
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