Das Nützel-Jahr 2017

Anzeige
Ein Mölmscher macht sich Luft


Soll man das Lutherjahr gut finden? Manche sagen so, manche so. Aber immer so, und nicht mal soa oder suh oder ßa, und das liegt an Luther. Man kann es aber auch so sehen: Luther wollte wie sein Freund Roman Herzog, dass ein Ruck durch das Land geht, aber es bekam stattdessen einen gewaltigen Riss. Und es gab Krieg. Viel Krieg. Lange Krieg.

Den hätte es wahrscheinlich nicht gegeben, wenn Kaspar Nützel die Thesen und Luther die Bibel nicht übersetzt hätte. 2017 ist, 500 Jahre nach der Thesenübersetzung, eigentlich auch ein Nützel-Jahr, wenn auch völlig unnütz.

Und dann das „Dem Volk aufs Maul schauen“. Das ist doch genau das, was unsere Politiker jetzt alle geloben. Der andere Martin auch. Der Martin unserer Tage: Schulz. Will die Sozialdemokratie neu übersetzen. Die Umfrageergebnisse gehen durch die Decke! Aber niemand weiß, was er wirklich kann. Wie bei Luther.
„Dem Volk aufs Maul schauen!“ Wenn man sich den anschließenden Schlamassel ansieht, fragt man sich, ob es nicht manchmal besser ist, wenn man einfach die Schnauze hält!



Denn wer ist denn Schuld am Dialektsterben? Luther! Der größte Sprachpanscher unter der Sonne! Er hat unsere schönen Dialekte allesamt so zerschnippelt wie sein Bruder im Geiste Johannes Gensfleisch die Wörter zu öden Buchstaben, und er hat sie jeglichen eigenen Klanges beraubt.

Buchstaben, aneinandergereihte Buchstaben, sollten wir von nun an sprechen! Selbstverständlich im Namen des Buches, dem Buch der Bücher.

Nä, bloas me-i em Nacken met dat verdre-ihde Lutherjohr, un soa wat!!!
7
Diesen Mitgliedern gefällt das:
3 Kommentare
3.733
Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 09.02.2017 | 12:01  
9.662
Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 09.02.2017 | 14:08  
3.733
Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 09.02.2017 | 19:57  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.