"Desperate Housewives? Künstlerinnen räumen auf" ... im Kunstmuseum Mülheim

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"Desperate Housewives?", Plakat mit der Hampelfrau von Pipilotti Rist, L´honneur de Pipi Rougit
 
"Desperate Housewives?" , Installation aus Toastbrot von Alice Musiol. Der Traum vom Eigenheim gerät zum gesichtslosen Häusereinerlei.
Mülheim an der Ruhr: Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr |

Im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr haben 28 Künstlerinnen aus zehn Ländern mächtig aufgeräumt. Vom Erdgeschoss bis unter das Dach setzen sie sich in der Ausstellung "Desperate Housewives?" mit der (nicht nur) weiblichen Rolle in Haushalt, Familie und Partnerschaft auseinander. Sauber, sauber!

Der Titel der Ausstellung ist der amerikanischen TV-Kult-Serie entliehen und erregt damit sofort Aufmerksamkeit. Das neu dazugesetzte Fragezeichen ist berechtigt, denn sind die hier dargestellten Hausfrauen wirklich so verzweifelt?

Haushalt - generationsübergreifendes Thema

Die beiden Ausstellungsmacherinnen Dr. Ina Ewers-Schultz und Dr. Martina Padberg haben Arbeiten von 28 internationalen Künstlerinnen, geboren zwischen 1936 und 1986, für das Ausstellungsthema ausgesucht. 50 Jahre liegen zwischen den Geburtsjahren der jüngsten und der ältesten Künstlerin. Spannend wie unterschiedlich sie das Thema behandeln. Videos, Installationen, Fotografien, Objekte, Gemälde und Zeichnungen sind zu sehen. Es sind sehr subtile Arbeiten, ironisch, witzig, nachdenklich und manchmal geradezu poetisch, dann aber auch bitterböse und provokant.

Haushalt - geschlechterübergreifendes Thema

In den 1970er und 1980er Jahren haben Künstlerinnen aus feministischer Sicht die Rolle der Frau in der Gesellschaft vehement hinterfragt. Sie forderten radikal Veränderungen in Machtverhältnissen und Geschlechterhierarchien. Es herrschte eine aggressive Stimmung. Wie ist es heute? Wie sehen Künstlerinnen heute das Rollenbild der Frau in der Gesellschaft und speziell im Haushalt? Überhaupt, findet sich die Bezeichnung "Hausfrau" noch im täglichen Sprachgebrauch ? Ist die Hausfrau nicht zu einer "multitasking Haus-Familien-Managerin" mutiert, die neben ihrem Beruf wie selbstverständlich auch noch zuhause den Laden schmeißt? Was wiederum die Frage aufwirft, wie es mit einer gerechten Lastenverteilung im Haushalt bestellt ist. Und da ist sowohl die Frau als auch der Mann gefragt.

Haushalt - Pflicht oder Vergnügen?

Wie gehen wir alle mit der Arbeit im Haushalt um? Ist Haushalt lästige Pflicht oder auch Vergnügen? Wie wohnen wir in unserer "modernen Höhle"? Ist das Haus ein Gefängnis, ein Käfig, der uns einengt oder ist es ein Schutzraum, der uns Privatsphäre bietet? Das Haus als Freiraum, als Ort, den wir ganz individuell gestalten können. Leben und Haushalten nach eigener Fasson, wo wir doch aushäusig immer mehr ins Kollektiv eintauchen. My home is my castle. Aber können wir wirklich ganz privat leben, wenn durch neue Medien und Internet das Private immer mehr ins Öffentliche geraten kann? Welche Lebensentwürfe haben zukünftig Bestand? Es sind im Grunde geschlechtsunabhängige Fragen, die hier behandelt werden. Beeindruckend, wie viele verschiedene Aspekte dazu die Künstlerinnen in unterschiedlichen Ausdrucksformen erarbeitet haben. Kurzum, es ist eine sehr unterhaltsame, amüsante und nachdenklich stimmende Ausstellung, in der die Männer auch willkommen sind! Sie werden sich hier durchaus wiederfinden.

Folgenden Künstlerinnen sind dabei: Anna Anders, Astrid Bartels, Monika Bartholomé, Jutta Burkhardt, Barbara Deblitz, Alba D'Urbano, Anke Eilergerhard, Maria Ezcurra, Kerstin Flake, Dorothee Golz, Mona Hatoum, Andrea Isa, Alexandra Kürtz, Suscha Korte, Susanne Kutter, Ori Levin, Rosa Loy, Inge Mahn, Katharina Mayer, Alice Musiol, Gabriela Oberkofler, Pipilotti Rist, Ulrike Rosenbach, Silke Schatz, Caroline Streck, Rosemarie Trockel, Diane Welke, Barbara Wrede.

Ladies´Night am 17.Juni 2016 Eva Kurowski & Band "Reich ohne Geld!", Live im Foyer des Kunstmuseum, mehr Infos dazu und Infos zum Begleitprogramm unter www.kunstmuseum-mh.de

Die Ausstellung läuft bis zum 21.August 2016.
Die Ausstellung tourt durch fünf Bundesländer, dabei ist das Kunstmuseum in Mülheim an der Ruhr die einzige Station in NRW.
Der Katalog zur Ausstellung mit herrlich passendem Cover (!) ist im Museumsshop erhältlich.


Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
Synagogenplatz 1
45468 Mülheim
www.kunstmuseum-mh.de


Hier ein erster Blick, eine kleine Auswahl:
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Margot Klütsch aus Düsseldorf | 31.05.2016 | 17:28  
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