Deutsche und Israelis: Eine Ausstellung im Landgericht blickt auf eine "wunderbare" Beziehungsgeschichte

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Musikalischer Auftakt mit Benny an der Klarinette.Sarazinski. (Foto Emons)

Vor 50 Jahren nahmen die Bundesrepublik Deutschland und Israel diplomatische Beziehungen auf. Vor 25 Jahren wurden Essen und Tel Aviv Partnerstädte. Vor dem Hintergrund des Holocaust war und ist das alles andere, als selbstverständlich. Oberbürgermeister Thomas Kufen sprach denn auch von einem "Wunder", als er jetzt im Landgericht an der Zweigertstraße 12 eine Ausstellung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) eröffnet, die dort bis zum 31. Oktober die besondere Beziehungsgeschichte zwischen Deutschen und Israelis beleuchtet.

Wer sich Zeit für den Besuch der DIG-Wanderausstellung nimmt, sieht starke Bilder und erfährt Interessantes. Hätten Sie gedacht, dass 70 Prozent der Israelis Deutschland heute positiv sehen und pro Jahr durchnittlich 200.000 Deutsche nach Israel reisen.
Wir sehen David Ben Gurion und Konrad Adenauer vertraut miteinander plaudern. Wir sehen Holocaust-Opfer und Hinterbliebene gegen den Israel-Besucher Helmut Kohl demonstrieren. Wir sehen, wie sich Deutschlands erster Botschafter in Jerusalem, Rolf Friedemann Pauls, 1965 mit einem Handkuss bei der damaligen israelischen Ministerpräsidentin, Golda Meir, mit einem angedeuteten Handkuss vorstellt, während sie, wie versteinert auf ihn schaut, als wolle sie fragen: "Was will der Mann hier?"

"Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist!"

Dass sich das Verhältnis zwischen Deutschen und Israelis seit dem nachhaltig entkrampft hat, zeigen die vielen Geschichten, von Israelis, die heute in Deutschland leben und von Deutschen, die es, wie etwa die vielfach ausgezeichnete Theaterschauspielern Orna Porat (1924-2015) nach Israel gezogen hat. Auch hier war aller Anfang nicht leicht, ebenso, wie bei Felix Burian, der in den 60er Jahren die erste VW-Niederlassung in Israel eröffnete.

Oberbürgermeister Kufen und der Präsident der regionalen Atbeitsgemeinschaft der DIG, Markus Püll, machen das "Wunder" der heute weitgehnd versöhnten Beziehungungen zwischen Deutschen und Israelis unter anderem am "Brückenbauer" Fußball fest. Kufen berichtet von einem Fußballabend in der Tel Aviver Fan-Kneipe des FC Bayern München, an dem junge Israelis in Deutschland-Trikots über deutsche Tore jubelten. Und Püll erinnert sich an ein internationales Fußballturnier in Mülheim, bei dem sich israelische und palästinensische Jugendliche in den Armen lagen und sich "Shalom" - "Frieden" wünschten. Nicht von ungefähr zitierte OB Thomas Kufen mit Blick auf die deutsch-israelischen Beziehungen denn auch Isreaels ersten Ministerpräsidenten David Ben Gurion: "Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist."Thomas Emons
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