Die Herbstblätter erleben mit Autoren, Texten und Musik ihre 18. Auflage

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PR-Foto Kšhring/ SH; HerbstblŠtter; Claudia vom Felde; Klaus Boem; Frank Hštzel
 
Stephan Dierichs

Wenn ein Buch seine 18. Auflage erreicht, dann spricht man von einem Bestseller. Die Herbstblätter, die vom 14. Oktober bis zum 18. November Autoren und Leser zusammenbringen, haben genau diesen Status erreicht. "Es ist eben etwas ganz anderes, ob man das Buch eines bestimmten Autoren liest oder, ob der Autor seinen Text, in dem er als Person drin steckt seinen Lesern und Zuhörern von Angesicht zu Angesicht vorliest, die ihn so ganz persönlich und ganz nah erleben können", beschreibt die Leiterin der Stadtbücherei im Medienhaus, Claudia vom Felde, die besondere Anziehungskraft der Herbstblätter

Unvergessen sind nicht nur für sie so manche Herbstblätter-Geschichten, wie etwa die Autorin, die vor ihrer Lesung erst mal nach einem Glas Rotwein verlangte oder der Autor, der seine Zuhörer in Mülheim an der Ruhr vergeblich warten ließ, weil er in Köln-Mülheim vergeblich nach der Sparkasse suchte, in der eine Herbstblätter-Lesung stattfinden sollte.

Ohne Sponsoren geht es nicht

Apropos Sparkasse. Sie sitzt auch bei den 18. Herbstblättern als Sponsor mit im Boot, ebenso wie der am Löhberg ansässige Buchhändler Michael Fehst, der am 14. Oktober um 19.30 Uhr im Medienhaus am Synagogenplatz eine spanned-heitere Weinlesung mit dem Schauspieler und Autoren Stephan Dierichs organisiert hat. Feste Bestandteil des Herbstblätter-Teams ist auch sein Kollege Klaus Bloehm von der Buchhandlung Max Röder an der Leineweberstraße. Er wird auch in diesem Herbst die Lesungen mit einem Büchertisch begleiten. Die Sponsorin Sparkasse wird in ihrer Hauptstelle am Berliner Platz übrigens auch Gastgeberin der Herbstblätter sein, wenn Alexander Wohnhaas dort am 7. November um 19.30 Uhr seinen Polit-Thriller "Blutzoll", der auch aktuelle Herausforderungen, wie den Rechtsextremismus und den Islamismus aufgreift, vorstellen wird. "Als Bank für diese Stadt und ihre Menschen ist es uns wichtig einen Beitrag dazu zu leisten, eine inspirierenden Literaturveranstaltung möglich zu machen, die sonst so nicht möglich wäre", betont der Marketingleiter der Sparkasse, Frank Hötzel.
Bibliotheks-Chefin vom Felde macht deutlich, dass ohne Sponsoring heute auch in der bürgernahen Kultur nichts mehr läuft, "weil wir als Stadtbücherei kein eigenes Budget für die Herbstblätter haben." Folge: Weniger prominente Autoren und weniger Veranstaltungen. Ihre Zahl musste von ursprünglich zehn auf jetzt acht reduziert werden. Deshalb will vom Felde im kommenden Jahr die Herbstblätter in einem festen Sponsoren-Verbund zusammen mit den örtlichen Buchhandlungen präsentieren.

Heiter, ernst und erbaulich

Apropos Prominenz. Den größten Bekanntheitsgrad dürfte die hessische Journalistin und Bestseller-Autorin Susanne Fröhlich haben. Sie war bereits mit "Mopel ich" bei den Herbstblättern zu Gast und wird am 28. Oktober um 19.30 Uhr im Medienhaus ihren neuen Roman "Feuerprobe" präsentieren. Der zeigt uns den ganz normalen Wahnsinn und das, was einer Frau so alles dazwischen kommen kann, wenn sie sich traut, zu ihrem Traummann Ja fürs Leben zu sagen.
Auch die ernsten Seiten des Lebens blenden die Herbstblätter nicht aus. So lädt die Stadtbücherei zusammen mit der örtlichen Unicef-Gruppe und dem Verein Eltern werden - Eltern sein zu einer Lesung mit dem Mediziner Joachim Opp ein, der seinen Zuhörern mit einem literarischen Streifzug am 8. November um 19.30 Uhr im Medienhaus zeigen wird, wie sich das Erziehungsideal unserer Gesellschaft im Laufe der Zeit verändert hat. Vielleicht auch ein Stück unterhaltsame Lebenshilfe für Eltern und die, die es noch werden wollen.
Ebenso eintrittsfrei, wie die Veranstaltung mit Joachim Opp ist auch der Vortrag, den der Historiker Joseph Heid am 9. November um 17 Uhr im Haus der Stadtgeschichte an der Von-Graefe-Straße 37 über die 1935 in Kraft getretenen Rassegesetze der Nazis halten wird. Zu dieser Veranstaltung, die ein Lehrbeispiel für politischen Extremismus und seine Folgen beleuchtet, laden die Stadtbibliothek und das Stadtarchiv ein. Das Stadtarchiv wird an diesem Tag auch seine Ausstellung über Beispiele des Widerstandes gegen Hitler eröffnen.
Mehr als ernst und düster kommt auch der Science-Fiction-Roman "ZZZ - Zukunft, Zeche, Zollverein", daher mit dem der Autor und Leiter des Düsseldorfer Filmzentrums, Bernd Desinger am 27. Oktober um 19.30 Uhr im Medienhaus in das Ruhrgebiet des Jahres 2032 schauen wird. Man kann nur hoffen, dass seine Fiction eine solche bleiben wird.
Dass es auf dieser Welt Gott sei Dank nicht nur Hass und Gewalt, sondern auch die wunderbare Macht der Liebe gibt, zeigen die musikalisch begleiteten Veranstaltungen mit der französischen Sängerin Isabelle Kusari und der deutschen Schauspielerin Eva Maria Coenen, die uns am 21. Oktober und am 18. November (jeweils um 19.30 Uhr im Medienhaus) mit Liebesgedichten aus 1000 Jahren und mit weiblicher Lyrik aus drei Jahrhunderten erbauen werden. Die Hommage an die deutschen Dichterinnen verstehen die Veranstaltungspartner Stadtbibliothek und Heinrich-Thöne-Volkshochschule als Mülheimer Beitrag zum Tag des Vorlesens.

Wer? Wo? Was?

Weitere Informationen über Programm, Termine, Veranstaltungsorte und Eintrittspreise der 18. Herbstblätter findet man in den öffentlich und kostenlos ausliegenden Programmheften der Literaturreihe (etwa in der Sprakasse am Berliner Platz oder im Medienhaus am Synagogenplatz) sowie auf der städtischen Internetseite www.muelheim-ruhr.de. Kartenreservierungen sind unter der Rufnummer 0208-455-4141 oder per E-Mail an: stadtbibliothek@muelheim-ruhr.de möglich.Thomas Emons
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