Die Mülheimer Jazz-Szene lebt

Der Mülheimer Jazz Club organisiert jeden Freitag ein Konzert im Jazzkeller des Hopfensacks. (Foto: privat)
Es ist ein besonder Club, deren Mitglieder sich einmal in der Woche treffen, um ihrem Hobby zu frönen: Jazz-Musik hören. Der Mülheimer Jazz-Club gehört zu den wenigen Clubs, die in Deutschland so regelmäßig Konzerte veranstalten.

„Mülheim ist eine Jazz-Stadt mit langer Tradition“, sagt Manfred Mons, Vorsitzender des Mülheimer Jazz Clubs. Es war Helmut Schlitt, der 1951 die Deutsche Jazz Föderation in Mülheim gründete. Zwei Jahre später folgte die Gründung der „Woodhouse Jazz Band“. Sie ist die älteste deutsche Jazzformation und wird seit 1960 von Horst Janßen geleitet.
In den 50er-Jahren zählte Jazz zu den beliebtesten Musikstilen der Zeit. Doch mit der Erfolg der Beatles, die einen völlig neuen Musikstil in die Welt brachten, trat der Jazz in den Hintergrund. „In den 80er-Jahren erlebte der Jazz in Deutschland eine Renaissance“, erinnert sich Mons. In Mülheim gründet sich 1989 der Jazz-Club, der heute rund 360 Mitglieder zählt. Nicht in verrauchten Hinterzimmern, sondern im gemütlichen Jazzkeller im Hopfensack an der Kalkstraße findet jeden Freitag ein Konzert statt. „Regelmäßige Jazzkonzerte sind selten, organisiert von einem Verein, noch seltener in Deutschland“, sagt Mons. Mit „ihrem“Clubheim haben sie eine besondere Lokalität. „Die auswärtigen Musiker sind immer völlig begeistert. Vor allem die Tatsache, dass einige der 26 Zimmer des Hopfensacks direkt am Jazzkeller liegen, fasziniert die Musiker. Raus aus dem Zimmer und rauf auf die Bühne: Das ist wohl einmalig.“ Im gemütlichen Keller, mit Theke und rund 80 Sitzplätzen, lässt sich gut Mussik machen. Auch Hamid Delic, der Hotel und Restaurant seit 2011 betreibt, weiß seine Gäste zu schätzen.

Mit seiner gutbürgerlichen Küche bietet er seinen Gästen alles, was für einen gemütlichen Musikabend nötig ist. Und wer beim Essen ungestört sein möchte, weicht auf die rein gastronomisch genutzten Räume aus. Dort bietet Delic auch Familien- und Betriebsfeiern von 20 bis 80 Personen an.

„Und das Essen ist gut“, bestätigt Mons, der mit seiner Ruhr-River-Band erst kürzlich das 40-jährige Bestehen im Jazzkeller gefeiert hat. Die hauseigene Kegelbahn direkt neben dem Keller bleibt während der Konzerte ungenutzt.

Doch nicht nur in ihrem Keller sind die Club-Mitglieder zu finden. „Wir gehen in die Schulen, spielen mit den Schülerbands oder organisieren Auftritte.“ So waren es Mülheimer Schülerbands, die im Vorprogramm anläßlich des Konzerts der Musikerlegende Paul Kuhn in der Stadthalle auftraten. Der Jazz Club hatte es ermöglicht.

Immer samstags ab 12 Uhr geben die erfahrenen Jazzer zudem ihr Wissen an den Nachwuchs weiter: „Dann proben wir mit den jungen Musikern. Die Instrumente stellen wir“, sagt Mons. Er ist sich sicher, dass Jazz auch in Zukunft seinen Platz im breiten Musikspektrum haben wird. „Und der Mülheimer Jazz Club, der auch international einen guten Ruf hat, wird seinen Teil dazu beitragen.“
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