Ein ungewöhnlicher Theatertag

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(Foto: Joshua Belack)

Von Claudia Leyendecker

„Nur mit dem Herzen sieht man gut“, lautet der wohl bekannteste Leitsatz aus dem Theaterstück „Der kleine Prinz“, das am Sonntag, 15. März, vom Hoftheater Hamburg im Ringlokschuppen aufgeführt wurde.

Diese Erkenntnis des Kleinen Prinzen, der die Welt der Erwachsenen entdeckt, nahm sich WiM-Gründer Reinhard Jehles zu Herzen. Direkt nach den Unruhen im Paris startete er mit der Planung dieses einmaligen Theaterprojektes für Flüchtlingsfamilien und Mülheimer Bürger, das Vorurteile abbauen soll.

300 Besucher kamen

Über 300 Gäste hatten sich im Ringlokschuppen zum Kaffee und Kuchen zusammen gefunden. Menschen, die der Einladung zum Theaterbesuch nachgekommen waren und für einen Nachmittag sprachliche und kulturelle Hindernisse überwanden. Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld in ihrer Ansprache: „Es leben 130 Nationalitäten in Mülheim. Es macht uns reich, dass so viele Kulturen bei uns sind.“

Brillante Inszenierung

Matthias Frense, Geschäftsleitung des Ringlokschuppens, begrüßte das Publikum mit den Sätzen: „Früher wurden hier Lokomotiven repariert, heute wird hier Theater gespielt.“ Ihm zur Seite standen zwei Übersetzer, die auch eine kurze Einführung in Kurdisch und Arabisch in den „Kleinen Prinzen“ gaben. Die Inszenierung des Hamburger Ensembles war brillant. Eine leichte Unruhe im Publikum hatte weniger etwas mit der Theaterkunst der vier Schauspieler zu tun, denn mit der Vielzahl von jungen Zuschauern.

Von Hilfsbereitschaft beeindruckt

Viel Applaus gab es von allen - auch wenn sich einige Besucher aufgrund der fehlenden Deutschkenntnisse statt eines sprachlastigen Theaterstückes eher ein Fest mit Musik und Aktionen gewünscht hätten, so Rachid Garnaoui. Der gebürtige Marokkaner ist seit 13 Jahren mit Familien aus dem arabischen Raum in Mülheim im Gespräch. Er ist von der Hilfsbereitschaft Mülheimer Bürger beeindruckt.

Garnaoui lobt vor allem das ehrenamtliche Engagement von WiM, Willkommen in Mülheim: „WiM geht andere Wege, das kann die Stadt so nicht leisten.“ Es gibt Potential von allen Seiten, jetzt gilt es, die Hilfsbereitschaft richtig zu lenken und ein Zusammenleben zu erleichtern.

Sachspenden werden entgegengenommen

Die Arbeit von WiM geht weiter, Sachspenden werden in der Solinger Straße entgegengenommen. Die Sammelstelle in Saarn dient mittlerweile als eine Art „Kommunikationszentrum“. In der vergangenen Woche fanden sich dort 60 Asylbewerber zum Austausch bei Kaffee und Kuchen ein, so Reinhard Jehles. Im April/Mai geht der nächste, der nunmehr zweite Container mit Hilfsgütern per Schiff direkt ins Flüchtlingsgebiet nach Syrien.
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