Filmreifes Lernprojekt an der Gustav-Heinemann-Schule

Anzeige
Engagiertes Schauspiel der Schüler in der GHS. v.l. Sara Nabbache, Hennri Förch (Foto: PR-Foto Köhring/SM)
 
Schauspiel in einer Fremsprache ist eine besondere Herausforderung. v.l. Cara Tögel, Sara Nabbache (Foto: PR-Foto Köhring/SM)

„And action!“ An diesem Nachmittag verwandeln sich einige Gänge der Gustav-Heinemann-Schule in einen Drehort. 23 Schüler aus dem Englisch-Extra-Kurs der neunten Jahrgangsstufe drehen mit dem neuseeländischen Schauspieler Adam Donald und dem englischen Filmwissenschaftler Alex Hill einen Film.

Man spricht Englisch. In dieser Intensität ist das auch für die Europaschule an der Boverstraße außergewöhnlich. 35 Stunden nehmen sich die muttersprachlichen Filmprofis und die Gustav-Heinemann-Schüler Zeit, um gemeinsam einen fünf bis siebenminütigen Kurzfilm in englischer Sprache zu drehen. Titel: „Prom“ = „Ball“! Es geht um einen Abschlussball und das, was Schüler und Lehrer dabei erleben können.

Drei Drehbuchautorinnen

Zehn Schüler stehen als Schauspieler vor der Kamera. Dabei kommen auch die Abendkleider und Smokings des Abschlussballs in der Jahrgangsstufe 8 noch einmal zu Ehren. Die 15-jährigen Schülerinnen Maja Gockel, Maj Bonnemann und Lyra Füg , haben auf der Basis eines Brainstormings ihrer Mitschüler ein achtseitiges Drehbuch mit sechs Szenen geschrieben. Bevor es für sie ans Schreiben ging, haben sie mit den Schauspielern darüber gesprochen, wie sie ihre Rollen spielen wollen und sollen.

Hohe Motivation

„Die Schüler sind mit einer hohen Motivation und Feuereifer dabei. Sie machen schnell große Fortschritte. Denn sie arbeiten in diesem Projekt sehr intensiv und lernen, spielerisch und ohne Angst vor Fehlern mit der englischen Sprache nach dem Prinzip Learning by doing umzugehen“, freut sich Englischlehrer Susanne Wiskandt. Sie hat das von der Mercator-Stiftung finanzierte und von der Berliner Schauspielgruppe Interact Englisch durchgeführte Projekt für ihre Schüler an Land gezogen. Die Gustav-Heinemann-Schule ist eine von 14 Schulen in Nordrhein-Westfalen, die an dem Filmprojekt teilnehmen und ihre Kurzfilme bei einem Festival im Juli zeigen. Der Veranstaltungsort steht noch nicht fest. Danach soll der Film auch auf der Internetseite von Interact English zu sehen sein und mit der Internetseite der Gustav-Heinemann-Schule verlinkt werden.

Englisch mit Spaß-Faktor

„Wenn man etwas Praktisches tut, das Spaß macht, macht auch das Lernen Spaß“, beschreibt Schülerin Maj Bonnemann den pädagogischen Vorteil des Filmprojektes, in dem es nicht nur um die englische Sprache, sondern eben auch um künstlerische, kommunikative und technische Ausdrucksmittel geht. „Wir haben einfach keine andere Wahl, als Englisch zu sprechen, weil die Teaching Artists Muttersprachler sind“, erklärt Schülerin Lyra Füg einen wesentlichen Unterschied zum klassischen Englischunterricht. „Die Schauspieler kommen einfach lockerer rüber, gehen sehr persönlich auf uns ein und machen auch mal einen Spaß, wenn sie uns zum Beispiel selbst eine Szene vorspielen, in der wir etwas falsch ausgedrückt oder dargestellt haben. Außerdem wird man immer wieder dazu gezwungen, die eigenen Ideen eben in Englisch zu erklären“, beschreibt Mitschülerin Maja Gockel den pädagogischen Mehrwert des Praxis-Projekts, das ihre Schule für einige Tage zum Filmstudio werden lässt.

Auch Lehrerin Susanne Wiskandt hat durch das Projekt Learning English through Arts und die vorausgegangene Fortbildung gelernt, dass man auch ohne Kamera, Licht- und Tontechnik viel kreativer und spielerischer die englische Sprache vermitteln kann, in dem man künstlerische Themen, wie Film und Theater in die Lektüre einfließen lässt. Thomas Emons
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.