Fleißige Handwerker verzaubern alte Turngeräte

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(Foto: PR-Fotografie Köhring)

Wie die Sportler selbst müssen auch die Turngeräte irgendwann in den Ruhestand versetzt werden. Aber was tun mit aussortierten Turnkästen? Elf Jugendliche aus der internationalen Klasse der Realschule an der Mellinghofer Straße gaben darauf beim "Talentcampus" der Volkshochschule eine Antwort.

Rama (12), Abid (14) und Yoana (16) sind ziemlich stolz. Gemeinsam haben sie einen alten Turnkasten, den Viele noch aus dem Sportunterricht kennen, in eine Truhe verwandelt. Dazu haben sie den Kasten mit einer Bodenplatte versehen. Der ursprüngliche Deckel mit seinem Lederbezug wurde abgetrennt. Stattdessen wurden Schaniere eingesetzt, um den Deckel öffnen und schließen zu können. Alles gar nicht so einfach. "Wir haben erst falsch gemessen", erzählt Rama. Schließlich haben sie und ihre beiden Mitstreiter so etwas noch nie gemacht.

Die alten Turngeräte wären sonst wahrscheinlich auf dem Müll gelandet. Der Mülheimer Sportservice (MSS) hat sie jedenfalls aussortiert. "Reparaturen lohnen sich irgendwann nicht mehr. Das Projekt zeigt, dass man Dinge trotzdem noch verwenden kann", sagt Jonas Höhmann vom MSS. Upcycling nennt sich das ganze und bedeutet, dass es zu einer stofflichen Aufwertung kommt. Es war in diesem Jahr das Thema das siebten Talentcampus, eines Ferienbildungsprogramms an der Volkshochschule.

In Unterrichtseinheiten am Vormittag lernten die Jugendlichen, ein Bewusstsein für die Rohstoffe zu entwickeln. Wo entstehen solche Materialen und wo gibt es die notwendigen Ressourcen dafür? Anschließend durfte im Atelier fleißig gewerkelt werden. "Die Kinder bringen ganz viele Ideen mit", erzählt Nora Rütten, die als Bildungsreferentin den Kurs leitet. Dennoch wurden den Teilnehmern Bilder von fertigen Produkten als Orientierung gezeigt. "Es ist wichtig, vorher eine Struktur vorzugeben", erklärt VHS-Mitarbeiterin Nicole Linau.

Durch die Teilnahme der internationalen Klasse bekam das Projekt noch einmal eine neue Note. Auch ein Stück Sprachförderung stand auf dem Programm. Manche Jugendliche wie Rama, Abid und Yoana sind noch keine zwei Jahre in Deutschland. "Aus ihrer Heimat sind sie das Teilen und Tauschen gewohnt", erklärt Nora Rütten. Dies seit den fleißigen Handwerkern nun zugutegekommen.
Eine Belohung für den Einsatz gibt es auch: Einige der fertigen Stücke dürfen die Realschüler mit in den Aufenthaltsraum ihrer Schule nehmen.
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