Hasko, ein versunkener Wassergeusenroman 

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Nun gut, das Buch hat keinen Einband mehr auf dem Rücken, und der liegt einem entblößt mit seinem verleimten Gewebe etwas rauh in der Hand.
Aber was will man für 1,50 € auch verlangen? Immerhin ist diese Auflage von 1943.


Dass mein Exemplar keinen glatten Rücken hat, heißt aber nicht, dass das Buch von Martin Luserke kein Rückgrat hätte. Vielleicht ist es keine Weltliteratur, aber ein lebhafter historischer Roman, durch den der geisterhafte Wind des Nordens auch in der sprachlichen Gestaltung seine Entsprechung findet.

Man wundert sich schon, dass der holländische Freiheitskampf mit seinen kapernden Wassergeusen so intensiv in Ostfriesland und den zugehörigen Inseln stattgefunden haben soll, aber es ist alles sauber recherchiert und auf vier Landkarten skizziert.

Auch das Superboot des Helden Hasko (ostfriesischer Vorname), eine Vluyte, ist keine Erfindung des Autors. Der Erfolg der Holländer gegen die Spanier beruhte tatsächlich auf leichteren und schnelleren Schiffen.

Es schwindet einem schon mit der Zeit der Boden unter den Füßen, nicht nur weil man sich natürlich meist auf einem Schiff aufhält, sondern weil auch die Wasserstandsmeldungen auf fast jeder Seite penibel festgehalten sind.

Dennoch: Wer Sinn für die Mischung aus Historie und Seeräuberromantik, gewürzt mit einer guten Prise Seemannsjargon einschließlich  –garn hat, der kommt bei diesem preiswerten (!) Roman voll auf seine Kosten!
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3 Kommentare
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Christoph Niersmann aus Hilden | 14.11.2017 | 16:45  
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Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 14.11.2017 | 17:31  
15.370
Christoph Niersmann aus Hilden | 14.11.2017 | 18:32  
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