Jenny Baran - die Frau, die jeden Winkel der Stadthalle Mülheim kennt

Anzeige
Seit 2010 ist Jenny Baran Projektmanagerin der Stadthalle und kennt jeden Winkel des Veranstaltungs-Schmuckstück. (Foto: PR Foto Köhring/KP)
 
Ein kleiner fotografischer Streifzug durch die Stadthalle Mülheim angesichts ihres 90-jährigen Geburtstages am heutigen 5. Januar. (Foto: PR Foto Köhring/KP)
Mülheim an der Ruhr: Stadthalle |

Jenny Baran hat im Jahre 2010 als Leiterin Projektmanagement der Stadthalle angefangen. Sie ist verantwortlich für Führungen, die man sich gerade im Jubiläumsjahr nicht entgehen lassen sollte. Neben den Stadthallen-Führungen werden auch Führungen „Hinter den Kulissen der Stadthalle“ angeboten, aber allein das Wandeln durch die „Räume festlicher Stimmung“, wie die Ausstellung im Haus der Stadtgeschichte ab Mitte Januar lautet, lohnt sich.



Von Claudia Leyendecker

Die Ausstellung „Räume festlicher Stimmung“ – Innenarchitektur der Stadthalle von 1926 in historischen Fotografien im Haus der Stadtgeschichte, Von-Graefe-Str. 37, ist vom 11. Januar bis zum 15. April 2016, Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 20 Uhr, zu sehen. Die Ausstellung hat eine Besonderheit: Die Stadthalle war bei der Eröffnung 1926 keineswegs in der Inneneinrichtung dezent gehalten. Auf den roten Teppichen, die denkmalsgeschützt sind, standen blaubezogene Sofas und auch die Wände waren bunt gestaltet. Vielleicht kann sich der eine oder andere ältere Mülheimer noch erinnern: Die Inneneinrichtung und Wandgestaltung des zugehörigen Restaurants Caruso erinnert noch heute an den Stil der 1920er Jahre. Alle Fotos, die aus dieser Zeit stammen, wurden eigens für die Ausstellung aufwendig koloriert. Stadthallen-Architekt Emil Fahrenkamp wollte damals im Zusammenspiel von Farben, Formen und Materialien „Räume festlicher Stimmung“ schaffen. Bedeutende Künstler standen ihm zur Seite. Diese Innenarchitektur ist jedoch im Zweiten Weltkrieg weitgehend untergegangen. Zwei Relikte aus dieser Epoche, die beiden Mosaike von Jan Thorn-Prikker waren im Krieg zugemauert und sind erst nach der Zerstörung der Stadthalle im Zweiten Weltkrieg und im Zuge des Wiederaufbaus entdeckt worden. Heute haben sie ihren Platz im Foyer. „1926 war die Stadthalle ein total buntes Haus,“ Jenny Baran führt durch den heutigen Haupteingang, der in den 1950er Jahren angebaut wurde. Nach dem Krieg war es den Architekten wichtig, dass ein moderner Haupteingang von der Straße erreichbar war. Gedanken wie Repräsentation und Großzügigkeit standen bei der Planung im Vordergrund.

„Die eigentliche Schönheit der Stadthalle ist von der Ruhrseite über die Brücke aus zu sehen.“ Jenny Baran, Projektmanagerin Stadthalle


Seit 1957 betritt man die Stadthalle somit von der Seite. Jenny Baran: „Bei allen Theatervorstellungen sind wir extrem hoch personell vertreten.“ Die Stadthallen-Managerin erläutert, dass auch die Beschriftungen dem Denkmalschutz unterliegen. „Parkett links vorne“ oder „Parkett rechts vorne“ muss den Zuschauern, die das Foyer von der Seite betreten, somit erst erklärt werden.
Die Stadthalle war 1926 von der Schlossbrücke aus zu betreten. Im Caruso sind noch die ursprünglichen Steintreppen erhalten. Von 1926 bis 1944 war der historische Eingang, der „Ehrenhof“ – das heutige Caruso - noch Innenhof. Die Beschriftung „Wintergarten“ im Inneren erinnert daran, dass der Innenhof nach 1945 mit einer Glaskuppel versehen war. Später wurde das Dach über dem Innenhof geschlossen. Zunächst hatten Künstler über dem Innenhof Wohnungen und Ateliers, heute ist dort die Heizungs- und Klimatechnik untergebracht. Wenn man das Ruhr-Foyer über den „Ehrenhof“ – das Caruso – betritt, erklärt sich dann auch die ursprüngliche Beschriftung „Parkett links vorne“. Jenny Baran: „Die eigentliche Schönheit des Stadthallen-Gebäudes ist aber von der Ruhrseite über die Brücke zu sehen.“ Die Stadthalle ist als Einheit von Rathaus, Stadtbad und Schlossbrücke zu betrachten und wurde als Kultur- und Veranstaltungsort hochwertig ausgestattet. Besonders die Innenraumgestaltung sorgte bei der Eröffnung am 5. Januar 1926 für Furore.

Mehr zum Thema:
Alles zur Geschichte der Stadthalle und weitere Fotos finden Sie hier.
0
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.