"Killerfrauen" von Stephan Harbort

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  Die beiden schlimmsten und unvorstellbarsten Formen von Mord, der Mord am eigenen Kind, und der Mord an Patienten, beides absolut hilflose und vertrauende Gruppen, werden von Frauen praktiziert.
Einige dieser Taten sind hier beschrieben.
Kein Mensch kann sich vorstellen, einem Kind etwas anzutun, und schon garnicht dem eigenen. Also verabscheuen wir diese Menschen. Die Mütter und die Pflegerin oder Krankenschwester. Wem vertraut man mehr als der eigenen Mutter, oder muss man mehr vertrauen als der Krankenschwester? Und ausgerechnet die geliebte Mutter, die scheinbar so empathische Schwester, nehmen einem das Leben?

Ich bin Mutter UND Krankenschwester. Jemandem das Leben zu nehmen, liegt mir ferner als die Sonne. Also was macht diese Frauen zu Mörderinnen, zu Serientätern?
Warum tötet Jennifer ihre 3 Kinder? Warum tötet Christine mindestens 5 ihrer Patienten?
Jener Teil Gehirn, der sich das vorstellen kann, scheint mir zu fehlen, und so versuche ich es anhand der Fakten und psychologischen Verstrickungen zu verstehen, die uns Stephan Harbort, in mühseliger Arbeit zusammengetragen, anbietet.

Wie kann es sein, das 3 Schwangerschaften mit dem Tod des Neugeborenen enden, und der Vater nichts mitbekommt? Weder Schwangerschaft, noch Geburt, noch Tötung?
Harbort räumt hier auf, mit den gängigen Thesen, das Serienmörderinnen auffällig sind. Sie sind weder besonders intelligent, noch besonders dumm, selten jung, fast nie alt, haben "normale" Berufe oder sind Hausfrauen etc.

Besonders das Schlusswort mit den anschliessenden Statistiken über Täterinnen und Opfer, ist sehr aufschlussreich. Es räumt auf, mit Vorurteilen gegenüber einzelnen Bevölkerungsgruppen. Es ist nicht "die" Alkoholikerin, "die" Aussenseiterin, "die" sozial auffällige Person... nein! Es ist eine Frau wie du und ich. Keine Person wie Kroll, der durch seine auffällige Unauffälligkeit auffiel. Ich könnte es sein, genauso wie meine Mutter, meine Schwester, und würde nicht auffallen, solange die Gesellschaft ebenso uninteressiert an ihren Gegenüber bleibt, wie sie es immer mehr wird.
Wieder habe ich etwas dazugelernt, und mein Verstehen wird grösser, nicht mein Verständniss, nur mein Verstehen!

Und ich bin mir ziemlich sicher, das die meisten unaufgeklärten oder unentdeckten Morde, auf das Konto von Frauen gehen. Das Opfer, dem der männliche Sexualtäter die Kehle durchschnitt, wird erkannt, das Kind, dessen Geburt niemand bemerkt, wird nie vermisst.
Der Mann, der aus Rache erschossen wird, wird gefunden, aber der Kranke, dem die Schwester Insulin spritzt, wird als natürlicher Tod hingenommen und unerkannt bestattet.

Fazit: Diese Buch räumt auf, mit dem Glauben an die Frau, die immer nur Liebe oder Fürsorge, aber niemals Hass oder Gleichgültigkeit empfindet.
Und ich weiss, was ich als begeisterter Leser als nächstes Buch auf meine Leseliste setze:
"Der klare Blick"
Mit dem Wissen des Profilers Lügen entlarven und richtige Entscheidungen treffen wird es sein. Harbort macht süchtig!
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