Kraftvolle musikalische Jahrestage in der Stadthalle Mülheim

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Christina Hahn und das Mülheimer Zupforchester sorgen für einen stimmungsvollen Abend
Mülheim an der Ruhr: Stadthalle |

Das Mülheimer Zupforchester (MZO) präsentierte am letzten Samstag Ausschnitte des Schaffens alter und junger Komponisten, die in diesem Jahr besondere Jahrestage feiern. Dabei reichte die Musik vom 19. Jh. bis heute, die Jahrestage vom 20. Geburtstag bis zum 70. Todestag. Besondere Höhepunkte waren dabei die Blockflötenkonzerte gemeinsam mit Christina Hahn, mit der das MZO auch bei seiner neu erschienen CD "SIEBEN" zusammengearbeitet hat.

Die erste Zugabe wurde dem überraschten Publikum im gut gefüllten Kammermusiksaal bereits zu Beginn beschert, weil das Orchester die Ouvertüre der Zaubermandoline dem Abend als passenden Beginn voranstellte. Mit dieser musikalischen Lesung hatte man im Frühjahr diesen Jahres auf Zollverein in Essen Premiere gefeiert.

Nach dieser Einstimmung spannte das preisgekrönte Orchester einen weiten Bogen durch Musik, die stilistisch wesentlich mehr Epochen umfasste als die Geburtsdaten der Komponisten vermuten ließen.

Mit Eduardo Angulos "Templari" wurde das Publikum auf die Spuren der Tempelritter entführt. Dabei konnte man sich Sand, Wüstenwind und Zwielicht ebenso vorstellen wie die galoppierende Reiterschar. Hierfür arbeitete das Orchester sowohl sanfte Tremmolo-Klänge als auch pointierte Rhythmen heraus.
Während Angulo dieses Jahr 60 wurde, feierte Gustav Gunsenheimer bereits seinen 80. Geburtstag, ist aber nach wie vor aktiver Kirchenmusiker. Sowohl mit dem Concertino Nr. 4 für Sopranino als auch mit dem in der zweiten Hälfte präsentierten Concertino Nr. 1 für Altblockflöte wurde den Besuchern ein ebenso abwechslungsreicher wie von Christina Hahn wunderschön herausgearbeiteter Klangbogen präsentiert. Dabei sorgten insbesondere die jazzig angehauchten Abschnitte dafür, dass sich der ein oder andere Zuhörer mit bewegte.

Als drittes Werk präsentierten MZO und Christina Hahn gemeinsam das Concertino op. 38/2 von Max Baumann. Vom ersten Satz, bei dem sie nur von einer Solo-Gitarre begleitet wurde, bis zum bekannten Rondo, bei dem alle Musiker schwungvoll Vorfreude auf den zweiten Abschnitt das Konzertes machten verstanden die Musiker mitzureißen. Schön, dass dieses Werk auch auf der neuen CD "SIEBEN" zu hören ist.

Teilweise komplexe Rhythmen, durch Klopfen auf den Korpus mit weiteren Klangfarben versehen forderten in dem mit Versatzstücken komponierten "Miniaturen" von Waldram Hollfelder dem Orchester höchste Konzentration ab. Leider drangen ausgerechnet bei diesem Werk störende, basslastige Klänge aus anderen Räumen der Stadthalle in den Kammermusiksaal, sodass die Konzentration bei Publikum und Orchester sehr strapaziert wurde. Trotz dieser Wiedrigkeiten schaffte es Dominik Hackner sein Ensemble nach einigen Takten wieder in das Werk hineinzuführen, sodass sich auch die Zuhörer bald wieder auf die Klänge einlassen konnten.

Auch nach der Pause erwartete die Zuhörer ein abwechslungsreiches Programm, zu dessen Abschluss eine temperamentvolle "Journey to Greece" des jungen Ensemble-Mitglieds Aris Alexander Blettenberg stand. Wahrscheinlich hätte sich das Publikum aufgrund der kraftvoll vorgetragenen Abschnitte des griechischen Volkstanzes kleinasiatischen Ursprungs kaum auf den Plätzen gehalten, wenn nicht zwischendurch der orthodoxen Liturgie entlehnte Klänge für Beruhigung gesorgt hätten.

Ohne Zugaben ließen die Konzertbesucher das MZO auch diesmal nicht von der Bühne. Hierbei wurde durch zwei weitere Auszüge aus der "Zaubermandoline" der mit der Ouvertüre geöffnete Kreis geschlossen.
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