Lachen über den Irrsinn der Welt: Max Uthoff

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Bestechende Wortmagie: Scharf und originell. Max Uthoff in Mülheim an der Ruhr, am 16. Februar im Ringlokschuppen. (Foto: privat)
Max Uthoff : Gegendarstellung im Ringlokschuppen

Haben Sie schon mal überlegt, wie langweilig es für Friedhofsbesucher ist, wenn irgendwann auf Ihrem Grabstein nur stehen wird:

„Lieschen Becker.
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Wie wäre es, wenn auf Ihrem Grabstein zur humoristischen Unterhaltung der Friedhofsbummler stehen würde: „DU bist auch bald dran?“ oder das, was Angela Merkel vermutlich wählen würde: „Das hier ist alternativlos!“ Vielleicht entscheiden Sie sich auch für ein schlichtes, dennoch geniales klitzekleines Wort, wie Max Uthoff, der Kabarettist: „So!“ Das würde er auf seinem Grabstein lesen wollen.

Pieken, stechen, an die Wand nageln

Ja, der Max, der hat es drauf! Smart sah er aus, gestern Abend im Schuppen vor vollem Haus. Feines graues Tuch, geputzte schwarze Schuhe, weißes Hemd. Er könnte auch ein Banker sein, ein Aufsichtsratvorsitzender, ein Jurist … er könnte zum Establishment gehören.
Doch weit gefehlt: Die etablierten Politiker und die, die auf dem Weg sind, es werden zu wollen oder sich gerade vom Acker machen, weil sie keine Lust mehr haben, es zu sein ...
sie sind es, die Max Uthoff mit Worten piekst, sticht und manchen Politiker damit gekonnt verbal an die Wand nagelt.

Souverän und geschickt: Politisch tagesaktuell

Seit Jahren tourt der Münchner Endvierziger durch Deutschland mit seinem anspruchsvollen „Gegendarstellung“ Satireprogramm. Dass er es schafft, tagesaktuelle Entwicklungen souverän einzubauen, geschickt verbunden mit seinem Kernprogramm, das begeistert. Vor allem:
Es ist lustig!
Nach unzähligen Auftritten immer noch launig, frisch und unverbraucht mit seinem Programm zu überraschen – das ist eine Meisterleistung.

Bühnenpräsenz und großes Satire-Kino

Seine politischen Wortkarikaturen, originelle Metaphern, eine zurückhaltende, aber ab und an gezielt eingesetzte Körpersprache: Das ist Bühnenpräsenz und gutes Kino.
Seine Stärke ist das politische Kabarett. Ein paar kleine Ausflüge in die Niederungen der Geschlechter und deren Kämpfe, wenige Klischeeüberspitzungen wie Mann = Baumarkt oder Frau = Küche, die verzeiht man ihm.
(Die Schreiberin dieses Artikels möchte ihm zurufen: „Max, das tut nicht Not! Bleib bei der Politik. Sie ist Deine ganz große Stärke.“ )

Sein Publikumwar begeistert von diesem Wortmagier und ließ ihn das spüren. Richtig so! Dieser Abend war kleine Kunst ganz groß und Max Uthoff füllte den Saal des Ringlokschuppens launig über zwei Stunden mit Worten.

Applaus. Verneigung. Dank.
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6 Kommentare
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Franziskus Firla aus Mülheim an der Ruhr | 18.02.2017 | 16:12  
Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr | 18.02.2017 | 17:06  
3.429
Siegfried Räbiger aus Oberhausen | 18.02.2017 | 17:26  
30.103
Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 18.02.2017 | 19:53  
Heike Marie Westhofen aus Mülheim an der Ruhr | 18.02.2017 | 20:11  
30.103
Elmar Begerau aus Kamp-Lintfort | 19.02.2017 | 16:34  
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