Liebe schenken

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Zum Fest der Liebe


Viola und Dominik waren schon ganz aufgeregt, wie immer vor Weihnachten. Wunschzettel hatten sie frühzeitig geschrieben, damit sie noch genügend Zeit hatten alles zu überdenken und nicht am Ende vergessen hatten dem Christkind etwas mitzuteilen.
Vor Weihnachten schien die Zeit immer langsamer zu verstreichen als sonst. Daheim war das Zimmer schon weihnachtlich geschmückt, oft waren sie gemütlich am Tisch um den Adventskranz versammelt, lasen Gedichte, sangen Lieder, und erzählten von den sehnsüchtigen Träumen die um die Weihnachtszeit besonders viel versprechend waren. Draußen war alles mit einer dicke Schneedecke bedeckt, die Kinder bauten Schneemänner, rodelten jauchzend den kleinen Hang hinunter, und drückten sich die Nasen an den Schaufenstern platt, wenn sie mit der Mama in die Stadt gingen um einzukaufen. Es war gut zu verstehen denn die Auslagen waren besonders einfallsreich gestaltet, und manch ein Wunsch wurde da zusätzlich geweckt.
Sie hatten aber auch gelernt dass man nicht alles haben kann weil diese Wünsche auch oft recht kostspielig waren, und man daher sorgfältig abwägen sollte welcher Wunsch denn nun gar so sehr brennt.
Bei den gemütlichen Spiel- und Bastelstunden die nun auch wieder sehr intensiv genutzt wurden gab es dann auch viele Fragen, Bitten und Erklärungen. Man brachte den Kindern durch die Weihnachtsgeschichte bei dass es wichtig ist, zusammen zuhalten, nach einem Streit sich zu versöhnen, auch mal nachzugeben, sich gegenseitig zu helfen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Auch Menschen in der Nachbarschaft denen es schlechter geht, vielleicht alt, einsam, krank oder allein sind zu helfen, ein wenig Freude zu schenken, etwas Licht in den tristen Alltag zu tragen, sich lieb zu haben.
Das ist überhaupt das Schönste wenn man sich sehr lieb hat, sich immer aufeinander verlassen kann, dann ist alles andere fast schon nicht mehr so wichtig
Dabei fiel den Kindern auf dass sie den alten Mann der ein paar Häuser weiter wohnte und ihnen oft im Vorübergehen ein paar leuchtende dunkelrote Kirschen auf die Ohren gehängt hatte, länger nicht gesehen hatten. Da er auch immer ein offenes Ohr und lustige Geschichten für die Kinder bereit gehalten hatte und für jeden Schabernack zu haben war, mochten sie ihn sehr und wollte mal nach ihm sehen. Da würden sie schon merken ob das glücklich macht, wenn man jemand anderem eine Freude macht.
Sie malten beide ein schönes Winter- und Weihnachtsbild, bettelten die Mutter um Plätzchen an und marschierten los. Es dauerte eine Weile ehe sie nach dem Klingeln schlurfende Schritte hinter der Tür vernehmen konnten, ehe sie sich endlich öffnete.
Viola hatte auf dem Weg versucht Schneeflocken zu fangen und wollte sie mitbringen. Sicher freut er sich darüber, er hat bestimmt lange keine Schneeflocken gesehen meinte sie ganz ernst. Schau sie sehen doch aus wie ein Himmelsstern, meinte sie glücklich. Dominik, schon etwas verständiger, grinste nur.
Da stand er der Kinderfreund, einen dicken Schal um den mageren Hals geschlungen, etwas zittrig, stark hustend, aber sehr überrascht und erfreut beim Anblick seiner kleinen Freunde. Viola wollte ihm gerade ihren Schneestern überreichen und merkte dabei dass der längst zu Wasser geworden war, und war ganz traurig. Sie war noch klein das hatte sie nicht bedacht.
Der große Bruder hatte das vorhergesehen lachte ein wenig schadenfroh, als ihm die mahnenden Worte der Mutter wieder einfielen, und rasch versuchte er sein Schwesterchen zu trösten, und so gaben sie dem alten Mann rasch die gemalten Bilder und die Plätzchen mit einem schönen Gruß von der Mutter. Der Nachbar war so überrascht und gerührt, dass seine klugen braun grünen Augen zu leuchten begannen, und er sich verstohlen eine winzige Träne aus den Augen wischen musste. Er bedankte sich und bat die Kinder auf eine Tasse Kakao und eine Geschichte ins Haus und war sehr glücklich.
Auch Viola und Dominik hatten gleich begriffen: so glücklich fühlt man sich in seinem kleinen Herzchen wenn man Freude schenkt. So hatten sie verstanden was die Mama meinte wenn sie sagt: es ist wichtiger sich lieb zu haben, als große teure Geschenke zu machen.
Später schlinderten die das kurze Stück bis zu ihrem Haus, fielen beide der lächelnden Mama um den Hals, drückten ihr beide einen dicken Kuss auf die Wange und erzählten von der großen Freude und wie schön dieses Erlebnis war. Ja sie hatten gespürt: es ist ein tolles Gefühl jemand anderen glücklich zu machen, seine Freude und Rührung mitzuerleben. Sie wussten nun was es heißt: man sollte sich vor allem Liebe schenken und mit Liebe schenken, denn das macht auch das eigene Herz glücklich und zufrieden.
Es wurde das schönste Weihnachtsfest das sie bisher erlebt hatten,
voller Zufriedenheit und Glück.
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