Mülheimer Theater feiert zwei Premieren im November

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Szene aus dem Stück „Heilig Abend“ von Daniel Kehlmann. (Foto: J. Schmitz)

„Ein verhasster König, ein twitternder Blinder, der alles zu wissen glaubt und die Stimmen der Massen stiehlt, weil er keine eigene hat. Eine Showfigur, die ihr wahres Gesicht nie zeigt. Ein nach Geld gierender Herrscher, der sich im vergoldeten Aufzug direkt in den Himmel katapultiert hat.“ Na, haben Sie schon erraten, wen Elfriede Jelinek in ihrem neuesten Stück aufs Korn nimmt? Richtig, es ist Donald Trump, dem die Literaturnobelpreisträgerin von 2004 in „Am Königsweg“ die Meinung geigt.

Regisseur Philipp Preuss verbindet den Text mit dem Theaterstück „König Ubu“ des französischen Schriftstellers Alfred Jarry, der seinen Protagonisten als gefräßiges Monster zeigt, als Anarch auf dem Thron. Am 18. November, 19.30 Uhr, feiert das Stück im Theater an der Ruhr Premiere. Zweiter Aufführungstermin ist der 24. November, ebenfalls 19.30 Uhr.

Schon am 9. November, 18 Uhr, feiert ein klassisches Familienstück an der Akazienallee Premiere: Die Schöne und das Biest. Es ist kein Zufall, dass diese Geschichte als Vorlage für unzählige Filme, Musicals und Theaterstücke gedient hat. Wie wohl kaum ein anderes Märchen beschwört die Begegnung der jungen Belle mit dem scheinbaren Ungeheuer die Kraft der Liebe, die nicht nur Berge versetzen, sondern auch Vorurteile und Ängste besiegen kann. Die Kluft zwischen dem abschreckenden Biest und der jungen Frau scheint unüberbrückbar. Aber es ist, als könnte Belle mit dem Herzen hinter die abschreckende Fassade blicken. Lucy Kirkwoods und Katie Mitchells Fassung für das National Theatre in London ist sicher die lustigste, originellste Version dieses alten französischen Volksmärchens:

Regisseur Albrecht Hirche zeichnete schon mehrfach für das junge Theater an der Ruhr verantwortlich. Sein Stück läuft auch am 12. November (16 Uhr), 14. und 15. November, 4. und 5. Dezember (jeweils 11 Uhr), 10. und 17. Dezember (jeweils 16 Uhr), 18. Dezember (11.30 Uhr) und 19. Dezember (11 Uhr).

Für die letzten beiden Premieren bekamen die Verantwortlichen des Mülheimer Theaters hervorragende Kritiken. Mit Woody Allens „Tod“ eröffnete Regisseur Roberto Ciulli die neue Spielzeit. Außerdem wurde „Heilig Abend“ von Daniel Kehlmann aufgeführt. Der österreichisch-deutsche Schriftsteller war 2006 mit dem Roman „Die Vermessung der Welt“ in aller Munde. „Und das völlig zu Recht“, sagt der Mülheimer Dramaturg Helmut Schäfer.

Dass die Inszenierungen letzten Endes auch vom Publikum angenommen werden, können die Theatermacher im Vorfeld nicht planen. „Das Theater ist eben doch ein Risiko – sowohl für uns, als auch für den Besucher beim Kauf der Karte“, sagt Schäfer.
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