Petrikirchenhaus Ende des Jahres bezugsfertig

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(Foto: Claudia Leyendecker)
 
(Foto: Maya Berndsen)
Von Claudia Leyendecker und Maya Berndsen

Es standen frische Impressionen in der Altstadt auf dem Plan. Beim Rundgang der SPD-Fraktion vom Petrikirchhaus bis Altstadt-Friedhof ging es um neue Ansichten, alte Gräber und künftige Musik-Stars.

Der Rundgang begann an der Baustelle Petrikirchenhaus.Bereits in den 1950er Jahren ging es in Sachen Wiederaufbau um die Rekonstruktion der alten Ringbebauung. In den 70er Jahren gab es dazu sogar einen Wettbewerb.
Aber erst 2006 wurde die Idee wieder aufgenommen. Petrikirchenhaus-Architekt Peter Schnatmann erinnert sich beim Rundgang an den langen Weg bis hin zur heutigen Realisierung. „Eine moderne Bebauung wollten wir den Mülheimern nicht zumuten.“ Und wer heute über die Enge der Gassen klagt, müsse wissen, dass sich die Bürger früher immer gern an die Kirchenmauern „anlehnten“ – je enger desto besser.

Spricht man mit dem Architekten selbst, scheint es, als hätte es nicht unzählige Gegenstimmen zum Bauvorhaben gegeben. Realisiert werden konnte der jetzige an die ehemalige Ringbebauung erinnernde Bau aber erst, nachdem der Besitzer der Mausefalle gewechselt hatte.
Nicht nur Mausefallen-Inhaber Hendrik Peek, auch die evangelische Kirchengemeinde ist heute an der Neugestaltung des kleinen Platzes zwischen Petrikirche und Neubau interessiert. Dort soll ein Platz zum Verweilen mit historischem Material entstehen. Die Realisierung dieses Vorhabens hat die Gemeinde übernommen.

Ende 2015 soll dann auch das Petrikirchenhaus bezugsfähig sein. Unter den beiden Spitzgiebeln des neuen Gebäudekomplexes wird der Gemeindesaal beziehungsweise die Singschule untergebracht werden. Das Dach wirkt nicht nur asymmetrisch, das ist es auch, erfahren Interessierte beim Rundgang durch das Gebäude.
Grund dafür ist die Akustik und die wird die Fertigstellung des Petrikirchenhauses noch weiter verzögern. Singschulleiter Gys Burger und Mathias Kocks, mitverantwortlich für die Kinderopern, sind mit dabei, wenn es um die Optimierung der Akustik geht. Im Untergeschoss wird das Büchercafé seine Räumlichkeiten mit einem Zugang von der Bogenstraße bekommen und erhält als Hilfsverein „Las Torres“ eine zentrale Bleibe.

Weiter auf dem Rundgang ging es auf das Freilichtbühnengelände zum Rosengarten

. Dieser steht wie das gesamte Areal unter Denkmalschutz. Eine von den zwei Pergolen aus Holz wurde durch den Pfingssturm „Ela“ zerstört, sodass sie abmontiert werden musste.
Doch die Entscheidung über einen Neuaufbau ist noch nicht gefallen. Zu viele Punkte müssen in der traditionsreichen Anlage, die in den 1930er-Jahren erbaut wurde, beachtet werden.
Die Freilichtbühne hat sich in den letzten Jahren zu einem kulturellen Treffpunkt in Mülheim entwickelt. Seit 2013 führt die „Regler-Produktion“ erfolgreich Regie bei den vielfältigen Veranstaltungen.

Die SPD-Fraktion schätzt die Arbeit um das Vorstandsgespann Hans-Uwe Koch, Peter Michael Schüttler, Stephan Bevermeier und ihrem Team von 130 ehrenamtlichen Mitarbeitern sehr.

Im ehemaligen Steinbruch werden um die 50 Veranstaltungen im Jahr für verschiedenste Zielgruppen angeboten. Jedes Jahr versucht die „Regler-Produktion“ etwas zu verbessern. „Das geschieht peu à peu.“, sagt Hans-Uwe Fork.
Es sind genug Ideen da, aber nicht immer genug Geld. Daher versuchen die "Regler" immer sinnvoll zu investieren. Die Gastro-Partnerschaft mit Mölmsch zeigt die Verbundenheit mit Mülheim, auf die das Team wertlegt. Auch auf die Nachbarschaft wird eingegangen: „Wir versuchen immer die Bedürfnisse der Nachbarn zu beachten. Keine Veranstaltung geht länger als 22 Uhr.“, so Koch zu dieser Problematik. Ihrem Gagan-Prinzip „Kultur aus dem Hut“ bleiben die Regler bisher treu. „So bekommen die Künstler und auch wir ein unmittelbares Feedback.“, erklärt Peter Michael Schüttler. Insgesamt ist die Saison gut gelaufen, selbst bei schlechtem Wetter kamen bis zu 300 Leute.

Eins ist klar: Die Freilichtbühne und ihr Kulturbetrieb sind einzigartig. Weiter ging es zum Altstadt-Friedhof, Dort wurden ebenfalls viele Gräber durch den Pfingssturm zerstört. Was in der nahen Zukunft geschehen soll, das erklärte Sylvia Waage, Amtsleiterin des Grünflächenmanagements und Friedhofswesen. Ein Stück der Friedhofsmauer wurde bereits saniert, doch auch die anderen Teile müssen nun erneuert werden. Doch im kompletten Umfang wird dies kaum zu realisieren sein, da der Stadt die nötigen Mittel fehlen. Dass der gesamte Friedhof unter Denkmalschutz steht, macht die Arbeit nicht unbedingt einfacher und preiswerter. Damit es voran geht, wurde ein Patenschaftssystem entwickelt.

Der Pate verpflichtet sich dabei, die Grabstätte einschließlich der denkmalwerten baulichen Anlage instand zu halten und falls notwendig zu restaurieren. Er könnte als Gegenleistung bis zu vier Urnen in der Grabstätte beisetzen. Seit der Friedhof in den 1960er-Jahren geschlossen wurde, sind nur noch Urnen-Bestattungen möglich.
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