Pottkinder sorgen 108 Minuten lang für Lacher und ernste Momente

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Die beiden Hauptdarsteller Gerd Fleuren (li.) und Michael Mölders (re.) mit Regisseur Alexander Waldhelm (Mitte). (Foto: Ruhrtext)
 
Regisseur und Drehbuchautor Alexander Waldhelm hat schon seine nächsten beiden Filme geplant. (Foto: Ruhrtext)

"Ich bin doch hier nicht in der Volkshochschule", schimpft der Pförtner in der Schlussszene des neuen Heimatfilms "Pottkinder". Der Gag ist: Genau dort und an etlichen anderen Drehorten in Mülheim entstand der erste Film von Alexander Waldhelm, der am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit gezeigt wurde.

"Es ist unerträglich, weil einem noch jede Menge Kleinigkeiten auffallen", meinte der 41-jährige Regisseur nach der Pressevorführung in der Essener Lichtburg. Genau an dieser Stelle wird der Film am 10. Mai vor 1250 Zuschauern Premiere feiern. Die Besucher dürfen sich während der 108 Minuten auf jede Menge Lacher freuen. Waldhelm wollte seinen Premierenfilm aber von Anfang an nicht auf das Lustige reduzieren. Durch die Depressionserkrankung von Inge Klüsen, der Mutter aus der dreiköpfigen Filmfamilie, wird es an einigen Stellen auch ziemlich ernst. Die Filmcrew hat dazu extra einen Psychotherapeuten konsultiert. Als sich Inge Klüsen von ihrer Familie und dem von Waldhelm selbst gespielten Kollegen ihres Mannes zu einer Therapie überreden lässt bekommt dieser auch einen Auftritt vor der Kamera.

Durch die Thematik passt "Pottkinder" auch nicht ganz in das Genre einer Komödie. Ja, was ist es dann? "Es erfüllt am ehesten die Kriterien eines Heimatfilms", sagt Waldhelm. Der Regisseur versuchte in seinem Film, die Menschen des Ruhrgebiets abzubilden - mit ihrer Art und ihrer Sprache ("Samma, wo geht denn hier zum Aufzuch?"). Alle Mülheimer werden jede Menge Orte aus der Stadt wiedererkennen, denn bis auf wenige Ausnahmen wurden die Szenen in Mülheim aufgenommen. "Ich hatte schon beim Schreiben für jede Szene eine Location im Kopf", sagt der langjährige Mülheimer.

Ansonsten bewegt sich der Film zwischen verschiedenen Alltagsproblemen. Während sich der Sohn auf Jobsuche nach dem Studium befindet, arbeitet der Vater in einem mittelständischen Unternehmen und bereitet ein Engagement im Karneval vor. Abends geht es in die Kneipe - Fußball gucken. "Ich wollte den Film einigermaßen realistisch machen, frei von Klischees", erklärt der Drehbuchautor. Das hat weitestgehend geklappt. Die prominenten Mitstreiter wie Hennes Bender, Gerburg Jahnke, Torsten Sträter oder Manni Breuckmann sorgen für heitere Gastauftritte. Waldhelm hat dafür seine Kontakte genutzt. "Andy Brings hat früher gegenüber von mir gewohnt und mit René Steinberg habe ich mal bei Antenne Ruhr zusammengearbeitet".

Fehlt für einen Mülheimer Film eigentlich nur noch Helge Schneider. Der hatte diesmal keine Lust. Vielleicht ist er ja beim nächsten Mal dabei. Denn Waldhelm hat schon seine nächsten beiden Projekte geplant. 2020 soll der Krimi "Beziehungen - kein schöner Land" kommen. 2022 folgt die Beziehungskomödie „Das Wunder von Bernd“. Jeweils vorausgesetzt, dass der Drehbuchautor Zeit zum Schreiben findet. "Das erste Buch habe ich geschrieben, als ich täglich mit dem Regionalexpress von Mülheim nach Düsseldorf gefahren bin. Jetzt bin ich wieder mit dem Auto unterwegs, da wird das Schreiben schwierig", schmunzelt Waldhelm. Der Regisseur hat nach seinem Erstling aber Blut geleckt.
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