Reeser Mundartwörterbuch 2017 aus Kettwig

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„Keuj dat well glööwe?“ – „Nä, dat es niet te begrippe“. Und dennoch wahr: Die Autorin Agnes Jay - keine Engländerin wie der Nachname vermuten lässt, sondern eine geborene Lörcks - wohnt tatsächlich in Kettwig bei Mülheim an der Ruhr.

Aufgewachsen im schönen Rees am Niederrhein hat die ehemalige Realschullehrerin sich und manchem Mundartfreund der engeren und weiteren Umgebung den langgehegten Wunsch nach einem Wörterbuch des Reeser Platt erfüllt.

Und zwar eines, das wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, also auch Flexionen angibt, aber das die Wörter auch in den Kontext typischer Redewendungen stellt. Davon hat sie eine ganze Menge anzubieten und macht damit das über 7400 Stichworte umfassende Nachschlagewerk auch zu einem vergnüglichen Lesebuch in Reeser Mundart.

Hier ein paar Beispiele:


- „Dat es denn Düwel sonder Steen, säj dän Düwel, duw oot hej en Schleck föar en Quets.“
- „Hej meckt Koplemente as en Hippenbock, denn op Köttels stoot.“
- „Hej löppt, as wenn öm et Hart en de Boks geschoote was.“
- „De Pöckskes süüge an de Teepels van de Sauw.“

Für den Mülheimer Plattkenner ist Reeser Platt eine interessante, gut verstehbare Varietät des Niederfränkischen, in der in etwa der gleiche Wortschatz in etwas anderer Tonlage, mit etwas anders gelagerten Vokalen, Dehnungen usw. vorhanden ist. Man kann sagen: Es wird das gleiche Stück gespielt, nur das Instrument ist etwas anders gestimmt.

Aber gerade die Unterschiede machen den Reiz aus.

Und wieder geht ein Staunen über unsere Mund-Arten-Vielfalt durch die Welt der Mundartenliebhaber.
Ab sofort ist „Reeser Platt“ von Agnes Jay mein Lieblingswörterbuch vom Niederrhein.
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3 Kommentare
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Christiane Bienemann aus Kleve | 17.06.2017 | 09:39  
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Franz Firla aus Mülheim an der Ruhr | 18.06.2017 | 08:03  
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Franz Firla aus Mülheim an der Ruhr | 18.06.2017 | 08:21  
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