Seit 20 Jahren für die Stadtbibliothek aktiv: Ihr Freundeskreis feierte das jetzt im Medienhaus

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Ursula Haake und Andreas Gutmann beim Akkordeon-Vorspiel. (Foto Emons)

Die so oft eingeforderte und hoch gepriesene Bildung beginnt meistens mit dem Lesen eines Buches. Doch was macht man, wenn man ein Buch, das man lesen will, nicht kaufen kann? Dann führt der erste Weg in die Stadtbibliothek und ihre vier Zweigstellen. Damit die Stadtbücherei neue Medien kaufen und lesefördernde Veranstaltungen, wie etwa die Herbstblätter, auf die Beine stellen kann, sammelt ihr Freundeskreis seit 20 Jahren Spenden. Das wurde jetzt im Medienhaus am Synagogenplatz gefeiert.

Die Leiterin der Stadtbibliothek, Claudia vom Felde, bezeichnete die Stadtbücherei und ihren fast 200 Mitglieder zählenden Freundeskreis bei dieser Gelegenheit als ein "starkes Tandem, das Vieles möglich gemacht hat, was sonst nicht möglich gewesen wäre." Der Gründer und Vorsitzende, Bernd Haake, nannte die erstaunliche Gesamtsumme von 135.000 Euro, mit denen der Freundeskreis der Stadtbücherei seit 1997 den Ankauf von Medien und die Durchführung von Veranstaltungen habe ermöglichen können.

Haake, der für sein Engagement mit dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland ausgezeichnet worden ist, erinnerte auch an den Kampf, den der Freundeskreis, mal erfolglos und dann wieder erfolgreich für den Erhalt der Schul- und Stadtteilbüchereien geführt habe. Als "eine Erfolgsgeschichte, die über die Stadtgrenzen hinaus wirkt", charakterisierte Haake die Schmökerstube. Zunächst an der Wallstraße und jetzt am Kurt-Schumacher-Platz verkaufen die Mitglieder des Freundeskreises (seit 2007) zugunsten der Stadtbibliothek erstklassige Bücher aus zweiter Hand. Da die Bücher von Bürgern gespendet werden, fließen die Erlöse der Schmökerstube direkt in den Etat der Stadtbücherei.

Ein Abend mit Einblicken in die russische Seele

Wie es sich für den Freundeskreis einer Stadtbücherei gehört, feierte er sein Jubiläum mit einer literarischen Darbietung. Kerstin Rüdiger und ihr Mann Hartmut Traub Briefe, die sich der russische Dichter Leo (Lew) Tolstoj (1828-1910) und seine Frau und Verlegerin Sofja Tolstaja geschrieben haben. In wunderbar lebendiger, anmutiger und anrührender Weise führten Rüdiger und Traub zwei starke Persönlichkeiten vor Augen, die sich innig liebten und sich dennoch aufgrund ihrer gegensätzlichen Lebensauffassungen auf tragische Weise missverstanden und am Ende auseinanderlebten. Künstlerisch abgerundet wurde der zurecht mit viel Beifall und Spenden für den Freundeskreis der Stadtbibliothek bedachte Jubiläumsabend im Zeichen der russischen Literatur durch russische Akkordeonmusik, stark und einfühlsam von Ursula Haake und Andreas Gutmann intoniert. Wer den Freundeskreis der Stadtbibliothek unterstützen möchte, erreicht seinen Vorsitzenden Bernhard Haake unter der Rufnummer 0208/390257.Thomas Emons
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