Speldorfer Gastronomie lockt mit vielen Angeboten

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Darf es ein Glas Wein sein? Thomas Möllecken vor dem Alten Zollhaus. (Foto: RuhrText)
 
Im Landhaus Sassenhof hält die Interessengemeinschaft Speldorf gern Veranstaltungen ab. (Foto: IGS)
Der heiße Hochsommer ist gar nicht die Lieblingsjahreszeit von Gastronomen. Ist es zu heiß, bleiben die Gäste lieber zu Hause und beschränken sich auf einen Salat oder ein Eis. Generell freuen sich die Speldorfer Gastwirte in der warmen Jahreszeit aber über einen guten Zuspruch auf ihren Terrassen und in den Biergärten.
Das kulinarische Angebot im Stadtteil ist reichhaltig – und international. Es gibt mehrere Italiener, Asiaten und auch einen Griechen. Von der etwas gehobeneren Küche bis zum unteren Preissegment ist alles vertreten. „Es ist eigentlich für jeden etwas dabei, auch für kleines Geld kann man hier gutes Essen bekommen“, sagt Hartmut Meyer, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Speldorf (IGS).

Das berühmte Motto „Konkurrenz belebt das Geschäft“ trifft auf die Situation im Stadtteil voll zu. „Natürlich schaut man mal, was die Kollegen machen, aber letzten Endes hat jeder sein Publikum“, findet Thomas Möllecken, der gemeinsam mit seiner Frau Kerstin das „Alte Zollhaus“ an der Duisburger Straße führt. „Wenn es zwei oder drei gehobene Restaurants gibt, ist das doch für den Gast interessant“, sagt der Gastronom.

Ein wenig leidet der Stadtteil freilich unter seiner Lage. „Wir haben halt nicht die Situation wie die Saarner, dass wir direkt an der Ruhr liegen“, sagt Möllecken. Stattdessen liegt auch sein Restaurant der vielbefahrenen Duisburger Straße. „Speldorf lebt von dieser Straße, aber sie ist auch ein Fluch“, sagt Möllecken und zieht wieder den Vergleich mit Saarn. „Den dörflichen Charakter wie auf der Düsseldorfer Straße werden wir hier leider nie hinbekommen.“

Seit 1985 an der Duisburger Straße

Aber es muss schließlich auch nicht immer gleich an der Hauptstraße sein. Das Landhaus Sassenhof zum Beispiel liegt – einmal die Friedhofstraße rauf – in einer deutlich ruhigeren Umgebung. Dass es aber auch direkt an der Hauptschlagader des Stadtteils funktioniert, zeigt das Ehepaar Möllecken. Ab 1985 saß das erste Gasthaus an der Ecke zur Hofackerstraße, seit 2003 sind die Gastronomen wenige hundert Meter weiter auf der anderen Straßenseite kurz vor dem Flockenweg zu Hause. „Wenn es nicht funktionieren würde, dann hätten wir uns ja wahrscheinlich noch einmal anders orientiert. Aber wir haben mittlerweile viele Stammgäste aus Speldorf oder den nahen Stadtteilen von Duisburg“, erklärt Thomas Möllecken. Auch die fünf Gästezimmer erfreuen sich großer Nachfrage, da das Alte Zollhaus jede Menge Stammfirmen aus dem Mülheimer Hafen hat, die ihre Mitarbeiter oder Kunden gerne vor Ort unterbringt. Ein niederländischer Geschäftsmann übernachtet beispielsweise fast die ganze Woche im Zollhaus, ehe es am Wochenende zur Familie in die Heimat geht.

Aktuell versuchen Mölleckens auch die jüngere Klientel noch mehr für sich zu gewinnen. Durch die Teilnahme am Menü-Karussell stellten sich bereits erste Erfolge mit Leuten aus dem westlichen Ruhrgebiet ein. Um interessant zu bleiben, sind regelmäßige Investitionen unerlässlich. Zuletzt wurden neue Stühle für den Gastraum angeschafft, die bei den Gästen sofort positiv auffielen. Im nächsten Jahr soll der Außenbereich vergrößert werden. Er bietet zurzeit 25 Plätze.

Herkunft der Produkte immer wichtiger

Von echten Trends möchte Thomas Möllecken nicht sprechen, ihm ist aber aufgefallen, dass den Gästen nicht nur die Qualität, sondern auch die Herkunft der Produkte immer wichtiger wird. „Die Leute wollen wissen, wo das Produkt herkommt – am besten aus deutschen Landen oder sogar von regionalen Partnern.“ Möllecken selbst setzt auf abgespeckte und frische Rezepte. Auch Innereien wie Leber und Niere werden oft nachgefragt. „Das machen glaube ich auch nur wenige Kollegen“, weiß der Gastronom.

Seit einem Dreivierteljahr bietet das Alte Zollhaus sonntagmittags ein Drei- oder Vier-Gänge-Menü an, dazu täglich ein Business-Menü mit zwei Gängen für 21,50 Euro. Im Sommer wird ein Zwei-Gänge-Menü für 26,50 Euro angeboten, bei dem der Gast wählen kann, ob er neben dem Hauptgang lieber eine Vorspeise oder ein Dessert serviert haben möchte. Die Vorspeisen liegen dabei klar vorne. Nachdem zuletzt Spargel und Erdbeeren ganz oben auf der Nachfrageliste standen, sind jetzt Pfifferlinge und Matjes ein großes Thema. Im Herbst ist das Wild wieder stärker im Fokus. Na dann: Guten Appetit!
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