Standing Ovations für die Zaubermandoline

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Christian Oesterwind zieht die Zuhörer in seinen Bann. Auf dem Foto kann man auch erkennen, dass die jungen Zuhörer im zweiten Teil der Musiklesung sogar die Plätze hinter dem Orchester gefüllt haben.
 
Das Orchester im Einsatz bei seinem intensiven Vorspiel
Mülheim an der Ruhr: Pauluskirche | 150 begeisterte Zuhörer bei der Musiklesung des Mülheimer Zupforchesters in der Pauluskirche – Erlös ist für Jugend-Stiftungen bestimmt

Gemeinsam mit Erzähler Christian Oesterwind entführte das Mülheimer Zupforchester am 18. September in der Pauluskirche seiner Heimatstadt rund 150 Zuhörer in eine phantastische Welt unter Tage. Die „Stiftung Jugend mit Zukunft“ und die „Rekos-Jugendstiftung“ können sich nun Dank Unterstützung der Sparkasse Mülheim an der Ruhr über die Eintrittsgelder freuen. Bürgermeisterin Margarete Wietelmann überbrachte die Grüße des Schirmherrn Oberbürgermeister Ulrich Scholten und betonte in ihrem Grußwort den Beitrag, den dieses Projekt dabei leistet, die für die Region wichtige Zeit des Bergbaus auch der jüngeren Generation zu vermitteln.

Bereits mit der Ouvertüre verstand das preisgekrönte Ensemble, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Und als dann Christian Oesterwind mit seiner lebendigen Lesung begann, war das Publikum endgültig in die verzauberte Welt unter Tage abgetaucht. Text und Musik bildeten dabei ein gelungenes Zusammenspiel, sodass immer noch die Melodien mitschwangen, wenn bereits wieder erzählt wurde. Besonders ergreifend waren aber die Passagen, bei denen die Worte direkt vom Orchester begleitet wurden, das dabei ebenso klar wie zart und angemessenen zurückhaltend blieb, um dem Sprecher den erforderlichen Raum zu geben. Diesen nutzte Oesterwind ausgiebig, um den Figuren mit der passenden Stimme Leben einzuhauchen und die Charaktere erlebbar zu machen.

Initiiert hatte das Projekt vor über drei Jahren Orchesterspieler und Vorstandsmitglied Carsten Pierburg, nachdem er bei der Lektüre des Romans „Die Hüter des Schwarzen Goldes“ das Potenzial erkannt hatte: „Eine mystische Geschichte in alten Bergwerken unter Tage im Ruhrgebiet, die nur mit Hilfe der Musik einer besonderen Mandoline aufgelöst werden kann: Das musste einfach von einem Ruhrgebiets-Zupforchester in eine musikalische Lesung umgesetzt werden.“

Dass es dem Ensemble gelungen ist, auch die Autorinnen Inge Meyer-Dietrich und Anja Kiel zu überzeugen, ihren Text durch Bündelung des Erzählstrangs der magischen Mandoline zu überarbeiten, war nicht selbstverständlich. Schließlich dürfte es eine große Überwindung gewesen sein, sich von vielen der spannenden Ereignisse in der Geschichte aber insbesondere einigen kompletten Protagonisten zu trennen und ihr Werk einmal komplett auseinanderzunehmen und wieder neu zusammenzusetzen.

Die besondere Magie und Ausstrahlung der Darbietung, ist aber vor allem der ausdrucksstarken Komposition von Orchesterleiter Dominik Hackner sowie Ensemblemitglied und Ruhrpreisträger Aris Alexander Blettenberg zu verdanken. Ihre Musik schafft nicht nur die passenden Klangbilder für die Charaktere, sondern schafft es auch Emotionen und Atmosphäre der Geschichte fast sichtbar zu machen.

Bis zum Schluss lauschte das Publikum so konzentriert, dass in den stillen Passagen auch von den etwa 50 Kindern und Jugendlichen im Publikum nichts zu hören war. Die hatten sich übrigens im zweiten Teil mehrheitlich in die Ränge hinter dem Orchester gesetzt – vielleicht weil sie näher beim dort häufig umhergehenden Sprecher sein oder einen besseren Blick auf den Dirigenten haben wollten. Belohnt für zwei Stunden eintauchen in die musikalische Welt unter Tage wurden Orchester und Sprecher am Ende mit Standing Ovations und „Zugabe“-Rufen der Kinder, die selbstverständlich gern erfüllt wurden.

Weitere Infos zum Projekt sind unter www.zaubermandoline.de zu finden.

Das nächste Konzert des Mülheimer Zupforchesters findet im Rahmen des Kulturprogramms der Stadt Mülheim statt: Am 19.11.2016 um 19:30 Uhr im Kammermusiksaal der Stadthalle Mülheim entführt das Orchester dann in das Land der aufgehenden Sonne.
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