Trio Romantique im Kulturhaus Villa Zsuzsa

Wann? 21.05.2017 17:00 Uhr bis 21.05.2017 18:30 Uhr

Wo? Kulturhaus Villa Zsuzsa, Boverstraße 4A, 45473 Mülheim an der Ruhr DE
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Trio Romantique (Foto: Volker Beushausen)
 
Zsuzsa Debre Violine, Eva-Susanne Ruoff Violoncello, András Rákosi Klavier (Foto: Volker Beushausen)
 
Ungarischer Rundfunk , Marmorsaal
Mülheim an der Ruhr: Kulturhaus Villa Zsuzsa | Das Klaviertrio „Trio Romantique“ spielt die berühmtesten Werke der klassisch-romantischen Literatur wie Brahms, Mendelssohn-Bartholdy, Rachmaninov, Rubinstein und Tschaikowsky.

Bis 2005 spielte das Trio die großen Klaviertrio-Werke in der Kammermusikreihe der Stadthalle Mülheim. Mit dem aktuellen Programm gibt es ein Comeback:

virtuos, temperamentvoll, leidenschaftlich.

In 2016 spielte das Trio im Marmorsaal des ungarischen Rundfunks ein live übertragenes Konzert, welches ihnen den Weg zu weiteren Bühnenauftritten ebnete.

Das Kulturhaus Villa Zsuzsa
In der stilvollen Jahrhundertwende-Villa der ehemaligen Brauereifamilie Mann - bereichert als reizvolles neues Kammermusikforum sowohl die Stadt Mülheim/Ruhr als auch die angrenzende Region. Das Klaviertrio „Trio Romantique“ spielt als Ensemble-in-Residence im Kulturhaus Villa Zsuzsa. Hier werden Programme erarbeitet, es entsteht Raum für Inspiration und neue Impulse.

Programm:

Antonin Dvořák :
Klaviertrio No. 4 (“Dumky”-Trio)

Franz Schubert:
op. 70: Rondo h-moll (Rondeau brillant)

– Pause –

Anton Rubinstein:
Klaviertrio Nr 2.


Über das Programm:
Das Klaviertrio No. 4 „Dumky“-Trio“ (Das nicht enden wollenden böhmischen Klagegesang) gehört zu den bekanntesten kammermusikalischen Werken des Komponisten. Dumky, die Mehrzahl des slavischen Wortes dumka, stammt aus dem Ukrainischen. Es bedeutet eine elegische Ballade in Gedichtform, speziell einen Trauergesang Gefangener oder ähnliches. Später haben andere Komponisten sein Beispiel gefolgt, um „Duma“ für in sich versunkene Kompositionen anzuwenden. Genauso, wie beim Dumky Trio, kamen auch wenige heitere Elemente hinzu. Antonin Dvořák hat diese Form auch in mehreren seiner Werke angewendet, unter anderem sein 2. Slawischer tanz ist auch mit der Form ausgestattet.

Am 11. April (an dem Tag wurde Dvořák Ehrendoktor der Prager Karlsuniversität) wurde das Dumky trio in Prag am 11. April 1891 mit dem Geiger Ferdinand Lachner, dem Cellisten Hanuš Wihan und Dvořák selbst am Klavier uraufgeführt. Das Werk wurde so gut aufgenommen, dass es bei einer Konzert-Tournee mit 40 Auftritten, quer durch Böhmen und Mähren, immer wieder auf dem Programm stand.
Während Dvořák in Amerika tournierte, wurde das Dumky Trio verlegt, die Probedrucke wurden von keinem Geringeren als Dvořáks Freund Johannes Brahms überprüft.
Die 3 ersten Dumkas sind zusammenhängend, während die 3 letzteren Sätzen stehen für sich, damit hat der Komponist doch ein Hauch der Viersätzigkeit Zugeständnisse gemacht.

Franz Schubert: Rondo für Violine und Klavier in h-Moll (D 895) (op. 70; »Rondeau brillant«) als einziger seiner Kompositionen erscheint zu Lebzeiten des Komponisten im Jahr 1827 bei dem Wiener Verleger Artaria im Druck.
Viele Zeitgenossen waren überrascht von dem Liederkomponisten ein solch kühner Meister in der Harmonie zu entdecken! Eine feurige Phantasie belebt dieses Tonstück. Sowohl die Part des Klavierspielers als auch, der des Geigers braucht einen geübten Spieler, der sich auf größere Passagen des Rondos, als eine Art „Marathon-Lauf der Töne“ gefaßt machen muß. Der exorbitanten Länge von mehr als 700 Takten (mit einer langsamen Einleitung von 49 Takten) entspricht eine Weiträumigkeit des Musizierens, was zu Zeiten Franz Schuberts eine gern gesehene Abendgestaltung war.
Auf die langsame an barocken Ouvertüren erinnernde Einleitung folgt die signalartige Auftaktgeste. Als Erneuerung einer Rondo Form entwickelt Schubert hier auch ein lyrischer Seitengedanke. Zum Schluss kommen die tänzerischen Elemente als Stretta wieder.

Anton Rubinstein: Klaviertrio Nr 2.

Aus ärmsten familiären Verhältnissen und mit vielen verzweigten nationalen und religiösen Wurzeln bepackter Komponist sagte von sich selbst:
„Den Juden bin ich ein Christ, den Christen ein Jude; den Russen bin ich ein Deutscher, den Deutschen ein Russe, den Klassikern ein Zukünftler, den Zukünftlern ein Retrograder u.s.w. Schlußfolgerung: ich bin weder Fisch noch Fleisch – ein jammervolles Individuum.“
Kaum 3 Jahre alt, siedelte Anton Rubinstein mit seiner Familie nach Moskau über, wo sein Vater dort eine Bleistiftfabrik betrieb, seine Mutter war Lehrerin und ausgezeichnete Klavierspielerin. Von ihr bekam auch der junge Anton seinen ersten Klavierunterricht. Am 11. Juli 1839 gab Rubinstein als Neunjähriger sein erstes öffentliches Konzert in Moskau. Nur ein Jahr später, 1840, unternahm er in Begleitung seines Lehrers Villoing seine erste Auslandstournee nach Paris. Dort lernte er Franz Liszt kennen, der ihn von da an förderte und mit dem er zeit seines Lebens in Verbindung bleiben sollte.
Aus dem Wunderkind wurde ein erwachsener Künstler mit internationalem Ruf als Komponist, Pianist und Pädagoge. 1862 gründete er das Sankt Petersburger Konservatorium und wurde dessen Direktor und leitete Chor, Orchester, die Ensemble- und Klavierklasse sowie „praktisches Arbeiten und Instrumentation“.
Als Pianist erreichte er seinen Höhepunkt mit den Mammutkonzerten:
Die Mammutprogramme seiner „Historischen Konzerte“, mit denen Rubinstein in der Saison 1885/86 seine Konzertkarriere in Russland und Europa zu einem triumphalen Abschluss brachte, würde heutzutage kein Pianist mehr spielen – aus Rücksicht auf sich selbst und auf das Publikum. Keines dieser Konzerte kann weniger als vier Stunden gedauert haben. Es wundert kaum, dass „Van II“, wie Rubinstein wegen seiner äußeren Ähnlichkeit mit Ludwig van Beethoven genannt wurde, bei einer dieser Tasten-Orgien in Paris über der Klaviatur ohnmächtig zusammenbrach.

Das Klaviertrio in d – Moll verlangt in der Tat vom Pianisten Durchhaltevermögen, was besonders in den Ecksätzen erforderlich ist. Keine Sekunde gibt es für Ausruhen. Die beiden Mittleren Sätze sind für die Streicher als kleine Bonbonniere. In dem 2. Satz mit den langen, ruhigen legato Bögen, durchwebt von gelegentlichen Gefühlsausbrüche und in dem witzigen Scherzo artigen 3. Satz kommen Violine und Cello auch auf ihre musikalischen Kosten.

Eintritt : 19 €
Kartenreservierung : 0208/879564
oder
www.villa-zsuzsa.de
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