Vogelperspektive ins Mittelalter – das himmlische Köln von seiner schönen Seite

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Fotostudie von Bernd Pirschtat vom Giesen-Stadtmodell-Colonia-Aggripina
Mülheim an der Ruhr: Nedelmann-Kunstmuseum-Mülheim |

KUNSTPROJEKT: "Nedelmann-Kunstmuseum-Mülheim"startet Stadtmodell-Projekt - Kölnkenner - Köln-Historiker gesucht !



Als der Kölner Konzertmeister Theo Giesen in unzähligen Freizeitstunden das Stadtmodell seiner Heimatstadt Köln schuf, konnte er nicht ahnen, mit welchem Interesse und Akribie sich seine nachfolgenden Künstlerkollegen damit auseinander setzen würden.

Theo Giesen: Stadtmodell nach der Vogelschauansicht von Arnold Mercator von 1570/71, Köln, 1913/14, Maßstab 1:1250

Ähnlich wie das von Gerhard Fischer (Mitarbeiter des Historischen Archivs Köln) um 1913 angefertigte Modell mit differenzierter und detaillierter Ausarbeitung der Wohnhäuser und Kirchenbauten. Dies legt den Schluss nahe, dass auch Theo Giesen neben dem Mercator-Plan auch bildliche Einzeldarstellungen der historischen Bauwerke als Vorlage heranzog sowie die Auswertung mittelalterlicher Schreinskarten.

Im Kunstprojekt "Mülheimer Nedelmann Kunstmuseum in der Stadt Mülheim" ist dieses Kunstwerk jetzt von einem Expertenteam umfassend fotografiert worden. Die Fotografen Jürgen Brinkmann und Bernd Pirschtat haben zusammen mit Galerieleiter Alexander-Ivo Franz mit verschiedenen Techniken das Modell erneut „zum Leben erweckt“. Durch den Einsatz einer „künstlichen Sonne“ wurde die Beleuchtung möglichst realistisch justiert, um die mittelalterliche Schattenbildung in den Gassen von Köln wirkungsvoll in Szene setzen zu können. „Es müssen mehr als tausend Einzelobjekte sein“, so Jürgen Brinkmann, der versuchte auf die Stundenzahl und damit auf einen realistischen Preis des Kunstwerks zu kommen.


Alles hatte Theo Giesen maßstabsgerecht zunächst in 2D, dann via Skizzen und Fotos auf Millimeterpapier übertragen, um dann jedes Bauwerk zu modellieren und anschließend zu bemalen – zu einer Zeit, als es Google-Maps oder den 3D-Drucker noch nicht gab.




Über den Künstler Theo Giesen

Der Kölner Theo Giesen war Konzertmeister der Kölner Philharmonie und leitete das Ensemble in den 50er Jahren. Er war Kenner der Kölner Stadtgeschichte und engagierte sich in den Geschichtsvereinen der Stadt. Giesen wurde bei einer Routineuntersuchung aus dem Leben gerissen und konnte auch das von ihm sein Leben lang gebaute Stadtmodell Köln nicht vollenden, insbesondere fehlt die „Schäl Sick“ das historische Köln Deutz.

Theo Giesen lebte zuletzt mit seiner Familie in Troisdorf-Spich bei Köln. Sein Sohn Michael Giesen ist Solo-Bassist der Essener Philharmoniker.

Weitere Aufnahmen des Giesen-Stadtmodells bei "KUNSTSTADT-MH.de"
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