Vorwitziges Engelchen

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    Ein kleines Engelchen saß neben einem winzigen Sternlein oben auf seiner Wolke und bestaunte das geschäftige Treiben in der himmlischen Backstube. Beide waren noch recht neu dort oben, schauten was die anderen machten
und gaben sich große Mühe es ihnen gleich zu tun.
So halfen sie mit beim Plätzchen backen und kamen fast außer Puste,
so angestrengt bemühten sie sich alle Figürchen mit weißem oder rosaroten Zuckerguss und bunten Streuseln oder Schokoladensplittern zu verzieren.
Das Engelchen dachte:‚vielleicht habe ich ja das Glück im goldenen Schlitten mit den goldenen, klingelnden Glöckchen gemeinsam mit dem Christkind auf die Erde zu gleiten. Dann würde ich die festlich weihnachtlich geschmückten Straßen und Stuben sehen, wo die Kinder in ihren warmen Bettchen mit hochroten Bäckchen Weihnachtsträume erleben und dem Weihnachtstag selig entgegen schlummern.’
Sein Freund, ein Sternlein dem er diesen Wunsch flüsternd erzählt hatte versprach ihm dann von oben zuzuzwinkern, damit es auch genug sehen
könnte falls die rosaroten Wolken dann noch so dick und undurchdringlich sein würden durch das Backen der großen Mengen an Plätzchen und Lebkuchenmännlein hier in der himmlischen Backstube.
Zwischendurch saßen sie beim Nikolaus der ihnen durch seine Erlebnisse auf der Erde spannende Geschichten zu erzählen wusste. Mit dröhnendem Lachen kam er auf eine Begebenheit zu sprechen als er mit dem schweren Sack voller Geschenke bepackt durch dicksten Schnee im Wald stapfen musste,
nachdem der Schlitten unter der großen Last zusammengebrochen war.
Das war eine mühselige Wanderung gewesen, und er hatte lange gebraucht bis er sich davon erholt hatte, denn er war ja schon ein hochbetagter Mann.

Das Engelchen putzte beim Zuhören sorgfältig die Zacken des Sternleins,
das Sternlein die Flügel vom Engelchen. Zwischendurch wurde viel gelacht, denn dann ging das Blank putzen der kleinen goldenen Flügel,
der Sternenzacken sowie winziger weißer Wolken-Stühlchen umso besser vonstatten, und viel schneller als gewöhnlich.
Der kleine Engel war so gespannt von all dem was er hier sah und hörte,
dass er nicht recht aufpasste und von seiner Wolke rutschte.
Er versuchte sich krampfhaft an irgend etwas festzuhalten doch er griff nur ins Leere denn die Rutschpartie ging rasend schnell vonstatten,
und er erwartete schon etwas furchtsam den lauten Plumps auf die harte Erde.

Von sehr weit her schien das Sternlein das Engelchen zu rufen,
nur undeutlich vernahm es besorgt das feine metallene und vor Angst vibrierende Stimmchen.
Daneben aber schien eine recht dunkle Stimme etwas ärgerlich dazwischen zu poltern. Das war ganz gewiss der Nikolaus der immer davor gewarnt hatte,
sich zu weit und zu neugierig vorzubeugen um sich mit dem Treiben auf der Erde zu beschäftigen. Darauf aber konnte es sich nun nicht konzentrieren,
es musste schauen wo es nun landen würde und war außerdem viel zu aufgeregt weil es einen riesengroßen Schrecken bekommen hatte.

Dunkel war es, kalt und gar nicht so schön wie dort von wo es herab gerutscht sein musste. Ständig wirbelten ihm so kleine, weiße, kalte Teilchen ins Gesicht die es nicht erkannte und beim Namen nennen konnte.
Plötzlich jedoch lauschte es in die dunkle Stille. Waren das nicht Kinderstimmen?
Wie nannten sie diese komischen weißen Dinger? „Schneesterne“ schien es verstanden zu haben. Ihm war kalt und es bibberte, denn es trug nur ein feines weißes Hemdchen wie alle kleinen Engelchen dort oben.
Es schloss die Augen und erwartete schon ergeben den harten Aufprall,
als es sich plötzlich aufgefangen fühlte und ihm eine leise Stimme beruhigend zuraunte: “ Hab keine Angst, du kannst mit mir zusammen auf die Erde schweben, dann tust du dir nicht weh. Ich bin eine Schneeflocke und reise immer mit all meinen großen und kleinen Verwandten auf die Erde damit die Kinder Schneemänner bauen und Schlitten fahren können, und Weihnachten die ganze Landschaft zauberhaft weiß verkleidet ist, so als sei sie mit Puderzucker bestäubt wie eure Plätzchen in der Backstube dort oben.

Das bringt einen besonderen Zauber auf die Welt, und wenn dann die stillen Kerzen dazu am Weihnachtsbaum brennen, sieht alles besonders geheimnisvoll und stimmungsvoll aus.
So werden die Herzen der Menschen weit geöffnet, und Liebe und Frieden neu geweckt.“ Das Englein fühlte sich schmerzlos aufgefangen und schaute sich verwundert um. Etwas beruhigt wenn auch erstaunt hatte der Vorwitzling zugehört und darüber gar nicht gemerkt dass sie auf der Erde sanft und weich gelandet waren.
„Oja, das sieht ja zauberhaft aus, alles weiß fast wie Zuckerwatte,
und die kleinen Lämpchen mit denen alles beleuchtet ist, das ist wunderschön.“ Es bedankte sich artig bei der großen Schneeflocke die es mit sich weiter hinab getragen und die Landung gemildert hatte. „Warte hier und pass auf dich auf, sicher wirst du schon vermisst und gleich abgeholt,“ sagte die Schneeflocke noch, und mit einer eleganten Drehung tänzelte sie weiter, schaute aber zwischendurch immer nach dem kleinen Unglücksengel.

Vor lauter Begeisterung und Staunen über das was es hier durch den kleinen Zwischenfall zu sehen bekam, überhörte das Englein ein dumpfes Brausen und übersah sogar den hellen Schein der ihm direkt in die Augen leuchtete. „Hohoho haben wir dich erwischt, da haben wir ja noch einmalGlück gehabt,“ polterte erleichtert eine dröhnende Stimme.

Das gutmütige Brummen dieser tiefer Stimme ließ es den Nikolaus erkennen, der es schnell in seinen dicken roten Mantel einschlug damit es nicht mehr frieren musste, und ihm sorgsam noch dazu seine viel zu große, rote, pelzverbrämte Mütze schützend auf die silbernen Löckchen stülpte.
Er war gar nicht böse, nur besorgt gewesen um den kleinen Schützling der so zu einer unverhofften Reise mit einer Schneeflocke gekommen war.

Nun erst entdeckte es auch das Sternlein das mit seinen frisch geputzten hell strahlenden Sternzacken dem Nikolaus gezeigt hatte wo er das verunglückte Engelchen finden konnte, das sonst im Wirbel der weißen Schneeflocken nicht mehr zu sehen gewesen wäre.
„Wie gut dass du meine Strahlen so gut geputzt hast,“ meinte das Sternlein, „so konnten wir dich schnell finden.“
Sie freuten sich gemeinsam darüber dass alles glimpflich abgelaufen war, bedankten sich artig bei der gutmütigen Schneeflocke die nun in den wirbelnden Tanz aller Schneeflockenkinder mit einstieg und im Sternenlicht besonders schön schimmerte und glänzte.

So erlebte das Engelchen auf diese Weise ein aufregendes Abenteuer, und genoss vom Glanz seines Sternleins begleitet die Rückreise im Nikolausschlitten wieder gen Himmel.
Dort warteten die anderen Engelchen und Sternlein mit süßem Kakao und leckeren Plätzchen gespannt auf die Schilderung des aufregenden Erlebnisses, vom Sturz und der Rettung durch die gutmütige, rettende Schneeflocke.

Danach aber fiel das Engelchen erschöpft von dem aufregenden Abenteuer in tiefen Schlaf in seinem weichen kuscheligen Wolkenbett und träumte.

Wovon wollt ihr wissen?
Na, von der unverhofften, abenteuerlichen Reise mit einer Schneeflocke auf die Erde und der Rückfahrt im Nikolausschlitten
durch rosarote Himmelswolken.
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4 Kommentare
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Renate Sültz aus Lünen | 20.12.2013 | 19:38  
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Evelyn Gossmann aus Mülheim an der Ruhr | 20.12.2013 | 19:48  
55.321
Myriam Weskamp aus Castrop-Rauxel | 06.01.2014 | 20:55  
9.811
Evelyn Gossmann aus Mülheim an der Ruhr | 07.01.2014 | 10:02  
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