Zupforchester feurig virtuos

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Konzentrierte Musiker
Mülheim an der Ruhr: Stadthalle |

Der vollbesetzte Kammermusiksaal der Stadthalle Mülheim an der Ruhr war wieder einmal der Treffpunkt für Kenner der Mandolinen- und Gitarrenorchestermusik. Das Mülheimer Zupforchester (MZO) hatte am Samstag, den 28. April, traditionsgemäß zum Frühjahrskonzert geladen. Unter dem Titel Spielmusik präsentierte das Ruhrensemble dieses Mal abwechslungsreiche Originalliteratur für Zupfinstrumente des 21. Jahrhunderts.

Der Reigen wurde eröffnet mit einer Suite im klassischen Stil des Pfitzner Schülers, Hermann Ambrosius, und einem markanten Tanzstück des ostdeutschen Komponisten Kurt Schwaen. Mit „Jamaica“, einem Variationswerk über einen altenglischen Volkstanz des jüngst verstorbenen krefelder Komponisten Ludwig Helten, zeigte sich das Ensemble ganz von seiner ironischen Seite.

Mit einer furiosen und virtuosen deutschen Erstaufführung von „Riflessi sull‘ Acqua“ (Reflexionen über das Wasser) des norditalienischen Komponisten Claudio Mandonico, bewiesen die Mülheimer ihr ganzes Können und virtuose Kunstfertigkeit des weit ausgelegten dreiteiligen Werkes.

Unter seiner bewährten Leitung von Dominik Hackner startete das MZO mit Werken des Zupfmusikklassikers Konrad Wölki und des südamerikanischen Violinisten und Mandolinisten José Antonio Zambrano Rivas in die zweite Konzerthälfte. „Yurubi“, ein Vals aus der Feder Zambranos, beschreibt in episch-romantischer Erzählweise einen venezolanischen Nationalpark.

Mit der „Indischen Suite“ des Wuppertaler Komponisten Hartmut Klug zeigte sich das Zupfensemble unter den Augen des anwesenden Komponisten von seiner exotischen Seite. Fünf Stimmungsbilder des indischen Subkontinents, von der Gottesanbetung, einem Karawanenzug, einer Schlangenbeschwörung bis hin zu einem rasenden Drehtanz, zeigten die große Meisterschaft der Musiker. Hackner leitete das Werk mit seinen differenzierten Tempi gekonnt und übernahm gleichzeitig noch die obligate Percussionsstimme.

Mit „Malambo“, einer Hommage an den großen argentinischen Komponisten Alberto Ginastera und dessen berühmte „Suite Estancia“ setzte das Mülheimer Zupforchester einen fulminanten Schlusspunkt unter den virtuosen Abend. Für den lang anhaltenden Applaus des Publikums bedankten sich die Musiker*innen mit drei Zugaben.
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