1200 Mülheimer wollten Lena helfen

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Groß war die Anzahl an Helfern und Spendern am Donnerstag. Foto: KMSZ

Die im Januar an Leukämie erkrankte Lena braucht eine Stammzellspende. Die Schulgemeinde des Gymnasiums Heißen, das die Zehnklässlerin besucht, hatte gemeinsam mit der Knochenmarkspenderzentrale Düsseldorf (KMSZ) eine Typisierungsaktion am 6. April in der Schule organisiert - in der Hoffnung, einen passenden Spender zu finden (wir berichteten).

Die Aktion war ein voller Erfolg. Rund 1200 Spendenwillige fanden bis in den Abend den Weg nach Heißen, um sich typisieren zu lassen - was heute nur mit einem Wattestäbchenabstrich einfach und schmerzlos möglich ist. Annette Herda von der Administrativen Leitung der KMSZ Düsseldorf zeigte sich begeistert von der Resonanz. "Normalerweise kommen zu solchen Terminen 400 bis 500 Leute. Soviele wie in Mülheim sind schon außergwöhnlich". Auch die Bestellung von Typisierungssets, die über die Internetseite der KMSZ (www.kmsze.de) möglich ist, nahmen aus dem Bereich Mülheim in diesen Tagen deutlich zu. Denn nicht jeder hatte am Donnerstag Zeit, persönlich vorbeizukommen.

Auch die Schulpflegschaft bedankt sich bei allen, die an der Aktion mitgewirkt oder gespendet haben. Dazu gehört zum Beispiel Edeka Kels. Familie Kels spendete Getränke und Kekse während der Aktion. Besonders erwähnenswert ist auch der Einsatz von der Schülersprecherin Celine Weßeling, die in die Klassen der Oberstufe gegangen ist und für die Typisierung geworben hat. Die Schüler der Q1 und Q2 waren sofort bereit, sich testen zu lassen, um Lena helfen zu können.
Auch an Spenden kam einiges zusammen. 600 Euro wurden bereits an die KMSZ überwiesen, weitere rund 1500 Euro wurden noch am Donnerstagabend vor Ort eingesammelt. Die sind auch nötig, denn die Untersuchung eines Abstriches kostet 40 Euro. "Wir sind dankbar für alle weiteren Spenden", betont Annette Herda, denn dadurch finanziert die KMSZ ihre Arbeit.

Die Chance, für Lena einen Stammzellspender zu finden, stehen nicht schlecht. "Für 50 Prozent der Erkrankten finden wir schon nach wenigen Wochen einen passenden Spender, oft im lokalen Umfeld. Bei weiteren 20 Prozent dauert es bis zu drei Monaten, bei rund zehn Prozent dauert es bis zu einem Jahr. Für 20 Prozent der Kranken findet man jedoch keine Spender. "Das hängt von der Häufigkeit der HLA-Merkmale ab, die übereinstimmen müssen", erklärt Annette Herda. Wer eine seltene Kombination in sich trägt, für den wird es schwieriger, einen Spender zu finden.

Wer einmal als Spender bei einem der 25 Spenderregister in Deutschland aufgenommen ist, zu denen die DKMS und auch die KMSZ zählen, bleibt dort registriert, bis er oder sie 60 Jahre alt wird. Dann ist man zum Spenden zu alt. Die Daten aller Spender laufen in Deutschland beim Dachverband der Spenderregister zusammen und werden auch dem Weltverband zur Verfügung gestellt. So besteht die Möglichkeit, nicht nur deutschland-, sondern auch weltweit einen passenden Spender zu finden.
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