Bebauung Papenbusch: MWB entwickelt erste Pläne weiter

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Frank Esser (links) und Jürgen Steinmetz (rechts, beide Vorstand MWB) nahmen nun Stellung zu den Bebauungsplänen am Papenbusch. (Foto: Foto: PR-Foto Köhring/KP)

Für viel Aufregung hatte der Vorschlag der Mülheimer Wohnungsbau eG (MWB) gesorgt, auf dem ehemaligen Sportplatz am Papenbusch in vereinfachter Bauweise Häuser für Flüchtlinge zu bauen, die später aufgearbeitet auch Mülheimer Familien mit schmalerem Geldbeutel zur Verfügungen stehen könnten. Was die Verwaltung begrüßte, stieß bei der Politik und vor allem bei Anwohnern auf Protest.

Nachdem nach der letzten Ratssitzung im März bereits die Verwaltung von dem Vorschlag Abstand nahm, hat die MWB jetzt auch offiziell das Angebot für die zunächst als Flüchtlingsunterkünfte gedachten Häuser zurückgezogen. "Wir wollen aber weiterhin dort bauen. Deshalb werden wir die ursprünglich angedachte Bebauung weiter entwickeln", erklärt Frank Esser, Vorstandsvorsitzender der MWB, der sich enttäuscht zeigte, dass niemand aus der Politik den Dialog mit der Genossenschaft gesucht hat. "Unser Projekt war auf Nachhaltigkeit angelegt", betont Esser.

Vor rund fünf Jahren hatte die Genossenschaft den ehemaligen Sportplatz mit Zustimmung des Betriebsrates, der den Platz früher für den Betriebssport nutzte, von Mannesmann gekauft. Die noch durchgeführten Sportveranstaltungen wurden aber immer weniger, seit zwei Jahren liegt das Gelände brach und soll nun für eine Wohnbebauung entwickelt werden.

"Dabei halten wir uns an die Struktur der denkmalgeschützten Siedlung", betont MWB-Vorstand Jürgen Steinmetz. Die Bebauung wird nicht dichter sein als in den anderen Siedlungsbereichen. Angedacht sind Ein- und Zweifamilienhäuser auf bis zu 200 Quadratmeter großen Grundstücken - denn dann erhält man die optimale öffentliche Förderung - sowie Häuser mit Staffelgeschossen und insgesamt rund 50 Wohnungen. Es entsteht ein Mix aus Eigentum, freien und öffentlich geförderten Wohnungen, die vermietet werden. "Das entspricht unserem Auftrag, Wohnraum auch für Menschen mit geringerem Einkommen zu bauen", betont Frank Esser.

"Siedlungscharakter bleibt erhalten"


"Man sieht den Unterschied später nicht", will Esser mögliche Bedenken der Anwohner ausräumen und verweist auf die Gartenhöfe Saarn mit einem Mix aus freien und öffentlich geförderten Wohnungen und Mieten zwischen 5,70 und 10 Euro pro Quadratmeter.

"Wir werden aber nicht höher als zwei- bis dreigeschossig bauen", erklärt MWB-Vorstand Jürgen Steinmetz. 19.000 Quadratmeter umfasst das zu bebauende Gelände. Die Eigenheime hätten eine Größe von rund 130 Quadratmeter, die Wohnfläche aller Gebäude rund 5500 bis 6000 Quadratmeter. Bis zu 200 neue Bewohner könnte die Siedlung dadurch bekommen.

Die Erschließung müsste aufgrund der Topografie über die bekannten Wege führen. Die Neubauten sollen einen Lärmschutz zur Mellinghofer Straße hin bekommen mit einem begrünten Wall, zur anderen Seite bietet eine Naturtribüne einen Schallschutz, die erhalten bleibt und eingegrünt wird. "Der Siedlungscharakter bleibt erhalten", verspricht Steinmetz. 12 bis 14 Millionen Euro wird MWB investieren.

Siedlung Papenbusch


>>Zwischen 1919 und 1922 ließ August Thyssen für seine Arbeiter die Siedlung am Papenbusch errichten. Für damalige Verhältnisse wurde recht großzügig gebaut, mit großen Gärten für die Selbstversorgung.
>>Ab 1988 verkaufte Thyssen die Siedlung, viele Mieter nutzten die Möglichkeit und erwaben ihr angemietetes Haus.
>>1990 wurde die Siedlung in die Denkmalliste aufgenommen
>>Nachdem die Nachfrage nach Betriebssport zurückging, erwarb die MWB den Sportplatz am Rande der Siedlung.
>>Nach dem gescheiterten Angebot der MWB will die Politik nun einen Bebauungsplan entwickeln lassen, zeitgleich wird MWB ihre Pläne weiterentwickeln. In rund zwei Jahren könnte dann dort gebaut werden.
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