Bestattet nach islamischer Tradition

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Rund acht Hektar misst die Fläche für die Grabstätten.

Schon seit 1996 besteht auf dem Mülheimer Hauptfriedhof die Möglichkeit, sich nach den islamischen Traditionen bestatten zu lassen. Hierzu steht eine rund acht Hektar große Fläche zur Verfügung.


In Mülheim lebt inzwischen eine nicht geringe Anzahl von Menschen mit muslimischen Glauben. Ein Großteil von ihnen möchte auch ihren Lebensabend in der Stadt am Fluss verbringen und einige von ihnen wollen auch hier bestattet werden. Diese Möglichkeit bietet der Hauptfriedhof an der Zeppelinstraße 132.
„Auf rund acht Hektar Grünfläche haben wir ein Bestattungsfeld geschaffen, dass speziell auf die Rituale und Bedürfnisse einer islamischen Beerdigung abgestimmt sind“, erklärt Sylvia Waage, Leiterin des Amtes für Grünflächenmanagement und Friedhofswesen, bei einer Begehung der Grabstätten.

30 interessierte Bürger kamen zur Begehung vor Ort

Vor Ort waren rund 30 interessierte Bürger und Mitglieder verschiedenster islamischer Vereine aus Mülheim und Umgebung. „Ich freue mich über solch großes Interesse“, so Enver Sen der Vorsitzende des Integrationsrates. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass auch die Bürger in Mülheim mit islamischen Traditionen eine letzte Ruhestätte in unserer Stadt finden. Es ist doch immer schön, wenn man zu seinen traditonellen Festen die Gräber besuchen kann und beten kann.“

Rund acht Hektar Grabfläche steht zur Verfügung

„Bei der Einrichtung der Fläche wurde auch darauf geachtet, dass hier zuvor keine Bestattungen durchgeführt wurden. Außerdem wurden und werden alle Gräber gen Mekka ausgerichtet. Auch ein steinerner Gebetstisch steht der Trauergemeinde zur Verfügung“, erklärt Wolfgang Rosenberger, Leiter des Hauptfriedhofs.

Ausrichtung der Grabflächen gen Mekka

„Bisher war es so, dass auf allen Friedhöfen eine Sargpflicht bestand“, erzählt Sen. „Doch seit kurzem ist es uns auch gestattet unsere Verstorbenen in Tüchern eingewickelt zu begraben. Das entspricht einfach mehr unserem Glauben und wir schätzen diese Entscheidung sehr.“
Während der Begehung tauchten immer wieder Fragen und Anregungen auf, die Sylvia Waage und Wolfgang Rosenberger gerne entgegen nahmen.
So wurde bespielsweise eine weitere Sitzbank an der Grabfläche angefragt, sowie eine Sitzbank am Wasserhahn. „Das sollte kein weiteres Problem darstellen“, erklärte Rosenberger. Auch dem Anbringen einer Platine an den Gebetsstein steht nichts im Wege. Desweiteren ist eine bessere Ausschilderung der islamischen Grabfläche in Planung.
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