Bürgermeisterin beim Tag der offenen Moscheen

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Die Besucher am Tag der offenen Tür. Mittig in der ersten Reihe sitzen (v.l.) Margarete Wietelmann und Dieter Spliethoff (SPD). Fotos: Hamza Moschee
 
Fotos: Hamza Moschee
Seit fast 20 Jahren, wenn in Deutschland der Tag der Deutschen Einheit gefeiert wird, öffnen muslimische Religionsgemeinschaften ihre Gebetshäuser – auch in Mülheim und das gleich mehrfach. Zahlreiche Besucher haben am 3. Oktober die Hamza Moschee an der Friedrichstr. 50 besucht, wurden überaus freundlich empfangen und erfuhren bei einer Moscheeführung und einem anschließenden Vortrag so manches, was zum Nachdenken anregte. So zum Beispiel, dass der 3. Oktober der Beginn des Neuen Jahres im Islam ist. Die Muslime richten sich nach dem Mondkalender, erfahren Interessierte während des Rundgangs.

Dass die Gebetshäuser mit prächtigen bunten Teppichen ausgestattet sind, wussten die meisten Besucher, auch dass die Schuhe ausgezogen werden und exakt ausgerichtet kniend in Richtung Mekka gebetet wird. Wir erfuhren aber auch, dass Allah die gleiche Bedeutung hat wie Gott für die Christen. Jesus ist im Islam einer der Propheten, zwar nicht Gottes Sohn, das ist wohl einer der größten Unterschiede beider Religionen, aber einer der Propheten und die Muslime schließen neben Allah auch alle Propheten in ihre Gebete ein.

Die Gemeinde der Hamza Moschee wurde bereits in den 70er Jahren gegründet und ist 2005 vom Klöttschen in die Friedrichstraße, in das Gebäude der ehemalige Handelsschule Schwenzer, gezogen. Die Räume wurden umgebaut, einzelne Klassenräume sind aber auch wie ursprünglich erhalten geblieben. Es gibt Gebetsräume, Unterrichtsräume und Biblioteheken an der Friedrichstraße. Der Gebetsraum der Männer ist 300 qm groß, der Bereich für die Frauen und Kinder in der 1. Etage 200 qm. In der Hamza Moschee gibt es keine strikte Trennung zwischen Männern und Frauen. Die Frauen nutzen aus rein praktischen Gründen den Seiteneingang und bleiben aus freien Stücken unter sich. Die Predigt in der 1. Etage wird 1:1 für sie per Beamer und Lautsprecher übertragen. Die Gemeinde zählt etwa 150 Mitglieder aus mehr als 20 Nationen. In arabisch wird gebetet und anschließend in einer deutschen Übersetzung. Die Kinder haben hier die Möglichkeit, die arabische Sprache zu erlernen.

Najim El Mokaddem: „Freitags ist die Gemeinde inzwischen gut organisiert, den Ansturm auf der Straße zu entzerren.“ Das traditionelle Freitagsgebet beginnt um 14.30 Uhr. Sehr gastfreundlich empfanden alle Besucher am Montag den Übergang von Führung und Vortrag und probierten den süßen marokkanischen Tee, dazu süßes Gebäck und andere kulinarische Angebote.

Soziales Engagement wird in der Hamza Gemeinde groß geschrieben, vor allem in der Fastenzeit. Weiß man, dass es einem Nachbarn nicht gut geht, so wird der nach 22 Uhr zuerst mit der ersten Mahlzeit des Tages versorgt. Das diesjährige zentrale Motto aller Moscheen war „Hidschra – Migration als Herausforderung und Chance“. Bürgermeisterin Margarete Wietelmann und Dieter Spliethoff (SPD) hatten sich unter die Besucher gemischt und lobten im Anschluss den aktiven Beitrag zum gegenseitigen Kennenlernen. Einen nicht ganz unwesentlichen Teil der Integration von Flüchtlingen übernehmen auch die Moscheen und das nicht nur in sprachlicher Hinsicht.

Am 7. Dezember wird ein katholischer Bischof aus Essen die Hamza Moschee besuchen. Die Gemeinde ist seit Jahren an interreligiösen Dialogen interessiert.
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