Ein Speldorfer Original - An Heiko’s Büdchen wird Heimatkult generiert

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Heiko Marx vor seinem Speldorfer Kiosk, an dem es nicht nur Bonbons zu kaufen gibt. (Foto: Foto: PR Köhring / SM)
 
Heiko Marx freut sich auf den 20. August und seine Gäste. (Foto: Foto: PR Köhring / SM)

Schon seit 1963 ist die Trinkhalle am Kesselbruchweg 49 Anlaufstelle für die Speldorfer Anwohner und aus der Nachbarschaft nicht mehr weg zu denken. Nun kommt Schwung in die Bude: Heiko Marx hat die Trinkhalle 2014 übernommen und lässt nun in Heiko’s Büdchen den Büdchenkult im Revier noch einmal ganz neu aufleben.

„Das externe Wohnzimmer der Nachbarschaft“ – so bezeichnen einige Kunden von Heiko’s Büdchen liebevoll die Speldorfer Trinkhalle. Denn genau das ist es, was die Buden schon seit ihrer Blütezeit während der Industrialisierung ausmacht: Sie sind der kleine „Dorfplatz um die Ecke“, Sammelpunkt des Stadtviertels, der sowohl als Notversorgungsdepot als auch als Treffpunkt für Quätschchen und kleine Päuschen dient.

Ein Kiosk mit Geschichte


Ebenso Heiko’s Büdchen: Der alteingesessene Kiosk mit eigenem kleinen Biergarten am Kesselbruchweg 49 ist schon seit 1963 fester Bestandteil Speldorfs. Ursprünglich erbaut vom gleichnamigen Besitzer, wurde der Krosserkiosk jahrzehntelang von Vater und Sohn betrieben. Danach wechselte die Bude mehrmals den Inhaber, bis sie Mitte 2012 für anderthalb Jahre leer stand. 2014 dann übernahm Heiko Marx die Trinkhalle und bringt nun mit einem erweiterten Konzept und renovierten Räumen neuen Schwung in die alte Bude.

Live-Musik am Büdchen


„Ich wollte mich hier selbst verwirklichen und bin damit sehr glücklich“, freut sich Heiko Marx, der bis vor einigen Jahren im Ringlokschuppen in Mülheim gearbeitet hat. Diese Arbeit möchte er in seinem ganz eigenen Büdchen nun fortführen – und weiter ausbauen. „Man sollte die Stadtteile unbedingt wieder beleben. Veranstaltungen in der Innenstadt sind oft zu voll und daher schnell zu eng. Aber Büdchen wie diese bieten sich für Sessions ähnlich denen im Ringlokschuppen an und sind perfekt für kleinere musikalische Auftritte,“ verrät Heiko Marx seine Pläne, zu denen auch der Bau einer kleinen Bühne zählt. Durch seine frühere Arbeit im Ringlokschuppen kenne er viele Künstler und habe auch schon einige Zusagen für kleine Auftritte, verrät der Büdchenbesitzer grinsend.

Tag der Trinkhallen


Am 20. August soll dieses Vorhaben dann eingeläutet werden. Am ersten Tag der Trinkhallen wird unter dem Motto „Poetry Slam meets Hip Hop“, moderiert von Vizeweltmeister im Poetry Slam Sebastian23, Besuchern des Büdchens von 16 bis 22 Uhr eine besondere Show im Rahmen eines revierweiten Kulturprogramms geboten.

Bis zu diesem Tag möchte Heiko Marx auch die letzten Renovierungsarbeiten in seinem Büdchen fertig gestellt haben. Seit der Übernahme der Trinkhalle 2014 hat er viel daran gesetzt, den Kiosk aufzuarbeiten und zu modernisieren: Wasser- und Stromleitungen mussten verlegt, Toiletten neu gebaut werden, um die sehr baufällige kleine Kneipe von vorher wieder gebräuchlich zu machen und umzubauen. „Ich habe drei Monate lang nur renoviert, bevor ich überhaupt zum ersten Mal die Jalousien hochgezogen habe“, erzählt der Inhaber. Doch dann lief das Geschäft auch ohne Werbung schnell an. Kurz nach Beginn der Bauarbeiten machte ihm eine Großbaustelle an der Friedhofsstraße allerdings einen Strich durch die Rechnung, denn diese erschwerte die Umbaumaßnahmen und warf Heiko Marx stark zurück.

Burger und Co


Nun aber sind die Renovierungsarbeiten fast abgeschlossen, der zur Trinkhalle gehörige Biergarten kann pünktlich zum verspäteten Einsetzen sommerlicher Temperaturen eröffnet werden und auch der Innenraum von Heiko’s Büdchen bietet mit einem kleinen Aufenthaltsraum zusätzlichen Platz. „Hier können auch Partys mit kleinem Ausschank gefeiert werden, und ich kann für die Leute kochen,“ freut sich Heiko Marx. Bereits jetzt kocht er jeden Donnerstag für drei Arbeiter einer Mülheimer Entsorgungsgesellschaft. Und auch für die anderen Anwohner zaubert der Büdchenbesitzer häufig hausgemachte Burger oder Currywurst. „Heiko macht definitiv den besten Burger in Mülheim“, lobt ein Speldorfer Stammkunde dessen Kochkünste. Für seinen alten Vater habe Heiko auch häufig Mittagessen gekocht und ihm vorbeigebracht, erzählt er weiter. Genau diese Familiarität ist es wahrscheinlich, die Heiko’s Büdchen am Leben hält. „Wenn er nicht wäre, würde ich nicht hier stehen,“ bestätigt Christian Jacobi, der den Besitzer von Besuchen im Ringlokschuppen kennt. Denn Heiko Marx lässt die Traditionsbude in Speldorf nicht nur äußerlich neu aufleben, sondern macht sie durch seine musikalischen und kulinarischen Besonderheiten zu einem Treffpunkt für die ganze Nachbarschaft.
Von Sibylle Brockschmidt
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